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Platz für eine ganz besondere Stiftsdame

Theresenkabinett im Asbecker Torhaus

Feierlich hat der Heimatverein Asbeck sein neues Theresenkabinett eröffnet.

Asbeck

von Elvira Meisel-Kemper

, 17.06.2018
Platz für eine ganz besondere Stiftsdame

Silke Sommers und Bernhard Laukötterhatten viel Gesprächsstoff bei der Eröffnung des Theresenkabinetts. © Elvira Meisel-Kemper

Bis vor einigen Monaten residierte im Asbecker Torhaus noch die Ofensammlung. Jetzt wurde, pünktlich zum Burgen- und Schlösser-Tag, das Theresen-Kabinett in dem frisch renovierten historischen Gebäude eröffnet. Begeistert äußerte sich der Heimatvereinsvorsitzende Bernhard Laukötter über die Vollendung und erstmalige öffentliche Präsentation eines neuen Kulturbausteins.

„Unser Dank gilt der Gemeinde, die uns so problemlos unterstützt hat, und den Handwerkern, die das Gebäude wieder in Schuss gebracht haben“, so Laukötter. Sein Enthusiasmus galt allerdings der Stiftsdame Therese van Zandt, die im Alter von elf Jahren von Düsseldorf nach Asbeck übersiedelte.

Vielseitige Begabung

Sie war Musikerin, Sängerin, Ehefrau des Komponisten Friedrich August Burgmüller, Geliebte von Ludwig van Beethoven, Mutter und Journalistin. Laukötter hatte mit Unterstützung des Berliner Historikers Klaus Martin Kopitz das Leben der Stiftsdame erforscht. Er äußerte sich voller Bewunderung über die „erste emanzipierte Frau“. 1805 heiratete die Katholikin hochschwanger den Komponisten Burgmüller in einer protestantischen Trauung. Auch damit sei sie ihrer Zeit weit voraus gewesen.

Im Asbecker Torhaus residiert seit Sonntag auch die barocke Skulptur der Heiligen Margaretha, die früher in der gleichnamigen Grundschule in Asbeck zu sehen war. Frisch restauriert von Stephanie van Wüllen, ziert sie den Aufgang zum Obergeschoss des Torhauses, in dem sich die öffentlich zugängliche Westfalica-Bibliothek befindet. Hans-Peter Boer aus Nottuln, ehemaliger Kulturdezernent der Bezirksregierung Münster, hat sie dem Heimatverein gestiftet.

Kontakte geknüpft

Der Kontakt zwischen Hans-Peter Boer und dem Heimatverein Asbeck geht auf das Jahr 2002 zurück, als der Heimatverein Exponate für eine Ausstellung suchte. „Irgendwann bot er uns seine private Bibliothek an“, so Bernhard Laukötter. „Asbeck ist mit seiner Geschichte weit besser umgegangen als meine Heimatgemeinde Nottuln mit ihrer“, begründete Boer die Wahl für seine Westfalica-Bibliothek. Boer war es wichtig, dass Vergangenheit zugänglich gemacht und gepflegt wird: „Zur Beschäftigung mit Geschichte gehört Literatur“.

Oft habe er erlebt, dass nach dem Tod von Personen, die sich aktiv mit der Geschichte auseinandersetzten, deren Fotos, Bibliotheken oder Quellensammlungen achtlos vernichtet wurden. Er lobte die vorbildliche Vergangenheitspflege des Heimatvereins. Auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken begrüßte die Eröffnung der Hunnenporte mit dem Theresen-Kabinett und der Westfalica-Bibliothek: „Das ist eine Bereicherung für Asbeck und für die gesamte Gemeinde Legden.“

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