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Wo Willy sich wohl fühlte

Legden Hier hat er über die Ostpolitik nachgedacht, mit Freunden auf seinen Friedensnobelpreis angestoßen und den schweren Entschluss zu seinem Rücktritt gefasst: Bundeskanzler Willy Brandt hat der weißen Villa auf dem Venusberg in Bonn eine reiche Vergangenheit beschert. Dass das Gebäude auch eine Zukunft hat, dafür will ein Legdener sorgen: Cornelius von Ingersleben.

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Die 1938 erbraute Villa am Kiefernweg 12 in Bonn ist als Brandt-Villa in die Geschichte eingegangen. Die Immobiliengesellschaft ImWest hat Gebäude und Park erworben. BImA

Die Zeiten, als Leonid Breschnew im großzügigen Park Komplimente an Rut Brandt verteilte und auch andere Staatsgäste in dem zweigeschossigen Landhaus ein- und ausgingen, sind längst vorbei. Zwar wohnte auch Kanzler Gerhard Schröder im Herbst 1998 für einige Zeit in der Villa - aber offenbar fühlte der sich dort längst nicht so wohl wie Willy Brandt und blieb nicht lange. 2002 hatte auch das Auswärtige Amt keine Lust mehr auf das 70 Jahre alte Gebäude im Landhausstil, das seit Brandts Auszug 1974 offiziell als Gästehaus galt. Seitdem sucht die Bundesanstalt für Immobilienfragen (BImA) einen Käufer - erst jetzt mit Erfolg.

70 Jahre alte Villa

Die Firma ImWest hat die 70 Jahre alte Villa mitsamt dem 11 000 Quadratmeter großen Park erworben - über den erzielten Preis schweigt sich die Bundesanstalt aus, "aus Vertraulichkeitsfragen", wie BImA-Sprecher Guido Déus erklärt. Firmensitz des Käufers ist nicht in Bonn, Köln oder eine andere Großstadt, sondern Legden, das Dahliendorf im Münsterland: Busshook 9 lautet die Anschrift - die Privatadresse von Cornelius von Ingersleben (kleines Foto links).

"Wir haben eigens eine Projektgesellschaft gegründet" so von Ingersleben. "Wir", das sind er selbst und sein Partner Fred Girschkowsk. Die beiden sind alte Hasen, wenn es um Immobilien- und Projektentwicklung geht. "Aber die Brandt-Villa ist schon etwas ganz Besonderes", schwärmt von Ingersleben.

Und mit ihr soll auch etwas ganz Besonderes passieren: ImWest will die unter Denkmalschutz stehende Villa in zwei Reihenhäuser umbauen. Fünf neue Einfamilienhäuser auf dem Areal sollen das Ensemble für "gehobenes, anspruchsvolles Wohnen" ergänzen, wie der Legdener mitteilt. Gehoben sind auch die Preise für die fertigen Wohneinheiten: zwischen 540 000 und 1,23 Mio. Euro - für die Lage aber üblich, wie die Im-West-Manager sagen. Schon im September kehrt wieder Leben ein in die verwaiste Villa. Dann geben sich aber nicht wie zu Zeiten von Willy Brandt (Foto) Männer in Nadelstreifenanzügen, sondern in Blaumännern die Klinke in die Hand.

Kinderzeichnungen

So sehr sich von Ingersleben auf den Beginn der lange vorbereiteten Bauarbeiten freut: Auch etwas Wehmut schwingt beim Abbruch mit, denn Erneuern heißt auch Abschied nehmen vom Alten - etwa von den Kinderzeichnungen der Brandt-Söhne, die noch immer auf den Tapeten prangen oder von Zimmern, in die sich auch die ganz Großen der jüngeren Geschichte ganz alleine zurückzogen. sy-

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