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Letzte Chance zur Veränderung

MITTE Nach Paris und London ist das Ruhrgebiet der drittgrößte metropolartige Ballungsraum in Europa. Der Geschichte und den Perspektiven des Ruhrgebiets widmete sich Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert in einem Vortrag mit dem Titel "Das Ruhrgebiet im vereinten Deutschland" im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets.

Letzte Chance zur Veränderung

Norbert Lammert

Die Veranstaltung gilt als ein Höhepunkt innerhalb der ersten Internationalen Sommer Akademie. Dieses vom Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität ausgerichtete Programm bietet 20 ausländischen jungen Leuten vier Wochen lang die Gelegenheit, das Ruhrgebiet in Vorträgen, Exkursionen und Workshops kennen zu lernen.

"Ich freue mich, dass ich das Bild der ausländischen Gäste vom Ruhrgebiet mit meinem Vortrag vervollständigen kann", so Lammert. Von der Industrialisierung über die Zeiten des ersten und des zweiten Weltkrieges bis hin zu aktuellen Entwicklungen gab Lammert als gebürtiger Bochumer einen interessanten und informativen Überblick über die Geschichte und die aktuelle Situation der Region.

Als der Bergbau und die Stahlproduktion als eingesessene Industrien untergingen, wurde das Ruhrgebiet zur Problemregion. "Über Jahre hinweg wurde viel zu viel Energie in den Versuch gesteckt, den Strukturwandel aufzuhalten", so Lammert. Die Region habe sich lange Zeit sehr schwer getan mit den neuen Bedingungen umzugehen.

"Wer sind wir?"

Die Nominierung des Ruhrgebiets zur Kulturhaupstadt 2010 hat für ihn umso mehr eine besondere Bedeutung: "Ich sehe es als erste wirkliche Chance der Region, etwas zu verändern. Zugleich wird dies auch die Letzte in naher Zukunft sein", so Lammert. Zum ersten Mal seit der Nominierung beschäftigte sich die Mehrheit der Menschen im Ruhrgebiet mit wichtigen Fragen: Wer sind wir? Wo wollen wir hin? Was sind unsere Stärken für die Zukunft?

Im Anschluss an den Vortrag fand eine angeregte Diskussion mit den ausländischen Gästen und anderen Interessierten statt.

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