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Letzte Fahrt bei Tageslicht

BOCHUM Es ist noch gar nicht lange her, da hat sie große Entfernungen unter Tage zurückgelegt. Jetzt steht einer der größten Grubenlokomotiven der Welt ihre letzte Fahrt bevor - bei Tageslicht.

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Patina angesetzt haben nicht nur die Instrumente der Lokomotive. Im Bergbaumuseum diskutiert man noch, ob sie neu gestrichen oder in dieser Form konserviert werden soll.

Diese Fahrt wird sie nicht mehr selbstständig antreten können: Mit einer Spurbreite von einem Meter würde sie zwar auf die Gleise der U35 passen. Bei ihrem Weg ans Tageslicht musste die knapp 14 Meter lange Lok wegen der engen Bergbauschächte jedoch in zwei Hälften zerteilt werden. Per Tieflader und schwerem Autokrahn wird sie nun am Mittwochmorgen von der Hauptfeuerwache in Werne zum Bergbaumuseum transportiert. Dort soll sie auf einem exponierten Platz an der Seite des Gebäudes unter Platanen stehen und an die Zeit des Bergbaus erinnern, die im nördlichen Ruhrgebiet noch gar nicht so lange vorbei ist.

Große Entfernungen

Im Jahr 2001 war die 1997 gebaute Lok noch in Betrieb: Im Zuge der Nordwanderung des Recklinghausener Bergwerks General Blumenthal sorgte sie dafür, dass große Entfernungen von bis zu zehn Kilometern unter Tage zurückgelegt werden konnten. 16 Wagen á 25 Kubikmeter Kohle konnte die Lok ziehen. "Zum Vergleich: Ein Kohlewagen, wie viele ihn im Garten stehen haben, fasst weniger als einen Kubikmeter", erklärt der stellvertretende Direktor des Bergbaumuseums, Siegfried Müller.

"Als 2006, einige Jahre nach der Stilllegung des Bergwerks, dann die Schächte verfüllt werden sollten, haben wir uns entschieden, die Lok vorher rauszuholen", so Müller. Das war keine leichte Aufgabe: Die Bezeichnung der Lok, "V 48", bedeutet nämlich unter anderem, dass sie 48 Tonnen Dienstgewicht auf die Waage bringt.

48 Tonnen Last

Der Autokrahn der Bochumer Feuerwehr, der eine 20-Tonnen-Last heben kann, konnte da gerade mal eins der drei Teile der Lok (zwei Hälften plus überdimensionaler Akku) wenige Meter vom Schwertransporter wegbewegen. Wenn die orangene Zugmaschine also am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr am Bergbaumuseum eintrifft, steht schon ein 100-Tonnen-Autokrahn bereit.

Auf einem eigens für das Exponat gefertigten Fundament mit Gleisen wird die Lok dann zumindest für das Fußballvolk einen Ausgleich zum Zechenturm des Museums darstellen: Dieser stammt nämlich aus der Dortmunder Zeche Germania - die Lok hingegen wurde in der Eisenhütte auf Schalke gefertigt.

 

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