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Letzte Messe in St. Albertus Magnus

WIEMELHAUSEN Als am Sonntag die Kirche St. Albertus Magnus nach 44 Jahren in einem festlichen Hochamt geschlossen wurde, sind sie alle noch einmal gekommen - sogar die, die längst in einer anderen Gemeinde wohnen.

Letzte Messe in St. Albertus Magnus

Auch Pfarrer Stefan Ochmann bedauert die Schließung der Kirche St. Albertus Magnus.

Die Bänke voll besetzt, sogar hinter den Sitzreihen drängelten sich Menschen.Der Halter für die Gedenkkerzen quoll förmlich über, alle hatten sie ein letztes Mal ihre guten Wünsche auf die Reise geschickt. Kein einziges Gesangbuch lag mehr auf dem Schränkchen, und sonst hatten sie doch immer völlig ausgereicht. Unter den Gläubigen herrschte Bestürzung. "Ein Trauerspiel ist das", sagt ein niedergeschlagen wirkender Heinz K. Auch Ruth Linnenberg ist traurig. Sie ist von Anfang an dabei gewesen und verbindet schöne Erinnerung mit der Kirche: Ihre Kinder sind hier getauft worden.

Kritische Stimmen

Aber es gab auch vereinzelt kritische Stimmen. Gerd Müller aus Wattenscheid meint: "Die Kirche hätte schon damals gar nicht gebaut werden müssen. St. Johannes hätte völlig ausgereicht."

Pfarrer Stefan Ochmann bedauert die Schließung der Kirche, die modern und in tadellosem Zustand sei. Er selbst aber habe in dieser letzten Messe Genugtuung gespürt: "Ich bin im Rentenalter und wäre sowieso bald gegangen - aber nicht mit einer so schönen Zeremonie." Einen Schuldigen wolle er hingegen nicht ausmachen: "Das waren eben die Umstände."

Das Bistum Essen hat die Gemeindelandschaft radikal umstrukturiert und beschlossen, insgesamt 96 Kirchen aufzugeben - darunter eben jene in Wiemelhausen. Schon Ende August wurde die Pfarrei geschlossen, ab sofort werden auch keine Gottesdienste mehr abgehalten. Bischof Dr. Felix Genn aus Essen begründete in einem Grußwort seine Entscheidung, die Kirche zu schließen. Sinkende Mitgliederzahlen und Einnahmen bei der Kirchensteuer hätten dies nötig gemacht. Er hoffe aber, dass die Menschen in den umliegenden, anfangs noch fremden Gemeinden rasch eine neue Heimat fänden.

Tränen zum Abschied

Als am Ende der Messe alle ein letztes Mal die Kirche verließen, war daran jedoch noch nicht zu denken. Da gab es nur betretene Gesichter - und sogar ein paar Tränen.

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