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Zeltfestival Ruhr

Lieder-Talk war nicht jedermanns Sache

BOCHUM/WITTEN Wo Anke Engelke auftritt, da sind eigentlich Lacher garantiert. Die gab es auch, als sie sich am Samstag mit Roger Willemsen beim Zeltfestival traf. Vor allem aber hielt ihr Programm "Lieblingsmusik", was der Titel verspricht: viel Musik. Das gefiel nicht allen Besuchern - immer wieder verließen kleine Grüppchen das Zelt.

Lieder-Talk war nicht jedermanns Sache

Anke Engelke und Roger Willemsen stellten nicht nur ihre Lieblingslieder vor, sondern wussten auch viel Lehrreiches drumherum zu berichten.

Roger Willemsen hört gerne Jazz. Anke Engelke hört gerne Lieder von außergewöhnlichen Frauen. Was passiert, wenn Anke Engelke und Roger Willemsen sich einen Abend lang gegenseitig ihre Lieblingslieder vorspielen? Das testeten die beiden Moderatoren am Samstagabend am Publikum des Zeltfestivals aus. Ein interessantes Experiment, auf das sich nicht alle Besucher einlassen wollten.Unterschiedliche Erwartungen Roger Willemsen begrüßte die Zuschauer mit den Worten: „Eigentlich wissen wir nicht so recht, was Sie sich vom heutigen Abend erwarten.“ Vermutlich ohne zu wissen, damit einen entscheidenden Punkt angesprochen zu haben. Denn dass es ein Missverhältnis gab zwischen dem, was einige Zuschauer sich vom Abend erhofft hatten, und dem, was das Programm „Lieblingslieder“ ihnen bot, wurde schnell klar. Anke Engelke und Roger Willemsen eröffneten das gegenseitige Vorspielen jeweils mit Jazz-Kompositionen. Die ersten Zuschauer standen auf und gingen – sie hatten wohl weniger Musik und mehr Unterhaltung erwartet. Dabei wussten die Moderatoren sehr wohl zu unterhalten. Ihre Lieblingslieder moderierten sie durchweg charmant und amüsant an, gaben mit kleinen Anekdoten zu den Stücken immer wieder sehr Persönliches preis.

Wer sich auf das Experiment „Lieblingsmusik“ einließ, der konnte nicht nur viel über Musik lernen, sondern auch echte Songperlen entdecken. Gerade Anke Engelke bewies Vielseitigkeit: Mit Lianne La Havas und Dobet Gnahoré stellte sie zwei Künstlerinnen vor, die beim Publikum gut ankamen. „Man muss ja nichts gegen Hits haben, nur weil man Miles Davis hört“, sagte sie, bevor sie „Leider Geil“ von Deichkind anspielte. Nicht ohne zuvor Roger Willemsen den Text zu „Pferd aus Glas“ der Hamburger Partyband rezitieren zu lassen – einer der Höhepunkte des Abends. Roger Willemsen präsentierte fast ausschließlich Jazz, glänzte aber mit wortgewaltigen Anmoderationen und sorgte mit einigen Stücken für Momente des Innehaltens. 

Gut getan hätte dem Abend ein roter Faden: Engelke und Willemsen reagierten spontan auf das zuvor gespielte Stück, improvisierten mit ihrer Liedauswahl. Dass dem nicht alle folgen wollten, merkte auch Roger Willemsen: Nach der Hälfte des Programms spielte er das Stück „Hang on Sloopy“. „Das hatte ich mir eigentlich als Zugabe aufbewahrt, aber inzwischen denke ich, dass es keine Zugabe geben wird“, sagte der Moderator in Anspielung darauf, dass immer wieder Zuschauer das Zelt verließen. Die Zugabe gab es dann aber doch – gefordert von den Besuchern, für die das Experiment am Ende ein geglücktes war.

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