Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Verbreitet Lebensfreude

12 Wochen alter Hund ist nun im Lüner Hospiz-Team

LÜNEN Nur zwölf Wochen ist der neueste Mitarbeiter des Lüner Hospizes am Wallgang alt. Er heißt Amano und ist ein Hunde-Baby. Die Gäste haben den kleinen Begleiter schon lieb gewonnen, er lässt sie für einen Moment die Schmerzen vergessen. Für diese Aufgabe hat Amano eine besondere Ausbildung bekommen.

/
Hospiz-Mitarbeiterin Sonja Schlaak bringt Amano zur Arbeit mit, sehr zur Freude der Gäste. Auch Ernst August Pfeiffer freut sich über den kleinen Hund.

Als Mitarbeiter ist Amano am grünen Dreieckstuch zu erkennen. Es hat die gleiche Farbe wie die Dienstkleidung im Hospiz.

Amano lässt sich von Horst Krug streicheln. Vor Rollstühlen hat der kleine Hund keine Angst.

Dass Amano da ist, findet Ernst August Pfeiffer gut. Er nimmt ihn auch gerne mal auf den Arm.

Amano ist ein Baby, gerade zwölf Wochen alt. Im Hospiz fliegen ihm die Herzen zu. Auch das von Ernst August Pfeiffer: „Es ist schön mit ihm“, sagt Pfeiffer und streichelt das weiche Fell.

Amano ist seit zwei Wochen „im Dienst“ – dank Unterstützung der Hospizleitung. Mitarbeiterin Sonja Schlaak hatte die Idee dazu. Sie selbst hat zwei Katzen, einen anderen Hund und jetzt eben Amano. „Es ist einfach schön mit Tieren“, sagt sie und will dieses Erlebnis auch den Menschen ermöglichen, die auf dem letzten Weg ihres Lebens sind.

An Kontakt gewöhnt

Dazu suchte sie eigens eine Rasse, die gut für diese Arbeit geeignet ist. Sie stieß auf den Havaneser. Er haart nicht, ist für Allergiker geeignet, bellt kaum, und ist sanftmütig. Die Züchterin hat Amano schon nach der Geburt auf seine Aufgabe vorbereitet: Der kleine Hund wurde viel auf den Arm genommen und gestreichelt – ist also an den nahen Kontakt gewöhnt. Hospiz-Gast Horst Krug sitzt im Rollstuhl. Sonja Schlaak setzt Amano auf seinen Schoß. „Ein super Tier“, sagt Krug und krault ihn.

LÜNEN Flächenmäßig ist es das größte im Land Nordrhein-Westfalen, für die Stadt Lünen das erste überhaupt: das neue stationäre Hospiz am Wallgang. Am Mittwoch zeigte Bauherrin Constanze Spellerberg die nagelneuen Räume der Öffentlichkeit und verriet, warum die Einrichtung für sie eine Herzensangelegenheit ist.mehr...

Wenn Gäste es mögen, darf Amano mit aufs Zimmer und sogar ins Bett. „Dann sind für einige Minuten mal alle Sorgen und Schmerzen vergessen“, freut sich Sonja Schlaak. Allerdings gibt es auch klare Grenzen: Es wird akzeptiert, dass ein Gast nichts mit Amano zu tun haben möchte. Außerdem darf der Vierbeiner nicht in die Küche und nicht bei Tisch betteln. „Ich muss fast aufpassen, dass er nicht zu sehr verwöhnt wird“, lacht Sonja Schlaak.

Maria Bruse-McGonagle ist ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hospiz. „Ich erlebe, dass sich alle freuen, wenn der kleine Süße da ist.“ Auch Lidia Mauerhöfer, Praktikantin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, sagt: „Alle fangen an zu strahlen.“

"Gut angekommen"

Für Hospizleiter Sebastian Roth ist der Hund „ein Baustein in einem unserem Konzept, der uns noch gefehlt hat.“ Vor einem Jahr, am 17. Oktober, sind die ersten Gäste in die neue Einrichtung an der Holtgrevenstraße gezogen. Seitdem kommt eine Musiktherapeutin einmal im Monat, es gibt enge Verbindungen zur Herz-Jesu-Gemeinde nebenan.

Gemeinsam wurde Pfarrfest gefeiert, zu St. Martin kamen die Kita-Kinder, die Sternsinger waren im Hospiz und es gab zu Weihnachten ein Krippenspiel. Die Firmlinge von Herz Jesu haben sich angekündigt, um in der Adventszeit mit den Gästen zu backen. „Wir sind in der Stadt gut angekommen“, sagt Roth.

Auf Spenden angewiesen

Heute gestalten die Mitarbeiter gemeinsam mit Seelsorger Hartmut Gluche den vierten Gottesdienst in Gedenken an Verstorbene. Dazu sind Angehörige und Freunde willkommen. Eine Veranstaltung, die für das Abschiednehmen eine besondere Bedeutung hat.

Demnächst soll ein Freundeskreis Hospiz gegründet werden. „Wir wollen uns noch mehr in der Öffentlichkeit bekannt machen“, kündigt Roth an. Das Hospiz ist auf Spenden angewiesen. 95 Prozent der Kosten werden gedeckt, doch 5 Prozent müssen vom Hospiz selbst aufgebracht werden.

162 Gäste versorgt





Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

„Big Bags“ in Lünen

Weihnachtsmarkt: Diskussionen um „Terror-Stopper“

Lünen Manche Bürger bezweifeln Wirkung der sogenannten „Big Bags“ in der Lüner Fußgängerzone. Die Stadt rechtfertigt die Maßnahme zum Weihnachtsmarkt – und nennt die Gründe dafür.mehr...

Kein Gesprächstermin

Forensik in Lünen steht „nicht zur Disposition“

LÜNEN Nach dem Machtwechsel in Düsseldorf könnte das Gesundheitsministerium die Pläne für eine Forensik in Lünen neu bewerten. Das war jedenfalls die Hoffnung der Stadt, die mit ihrer Klage gegen den Bau der Anstalt vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gescheitert war. Doch diese Hoffnung kann man im Rathaus wohl begraben.mehr...

Freifunk-Netzwerk

W-Lan-Ausbau in Lüner Innenstadt stockt

LÜNEN Flächendeckendes, freies W-Lan sollte die Lüner Innenstadt attraktiver machen - vor allem für die Jugend. Fördermittel für den Ausbau verfallen jetzt trotz aller Bemühungen. Dabei scheitert das Freifunk-Netz vor allem am Desinteresse der Gewerbetreibenden.mehr...

Bundesligastart

Das hoffen Lüner Fanclubs für ihre Mannschaften

LÜNEN Die Bundesliga-freie Zeit ist vorbei. Gott sei Dank, werden viele Fans sagen. Wir haben die Lüner Fanclubs von Borussia Dortmund und Schalke 04 befragt, was sie ihrer Mannschaft in dieser Saison zutrauen. Beim BVB soll endlich wieder Ruhe einkehren, bei Schalke liegen die Hoffnungen auf Trainer Tedesco.mehr...

Auswanderer

Wie ein Lüner den Hurrikan Irma miterlebte

LÜNEN/MARCO ISLAND Seit der Lüner Chris Hadac vor 16 Jahren in die USA gezogen ist, hat er schon viele Hurrikans erlebt: Doch "Irma" übertraf alles. Während sich viele Bewohner Floridas in anderen Bundesstaaten in Sicherheit gebracht hatten, blieb der Lüner vor Ort: "Du fühlst dich einfach hilfslos", schildert er seine Erfahrung mit dem Sturm.mehr...

Geschichten aus Lünen

Audio-Slideshow: Wir sind Lünen - Folge 40

LÜNEN Die Musikschule der Stadt Lünen probt aktuell fleißig: Ende September will das Ensemble das Musical "Oliver" aufführen. Für eine neue Folge unseres sprechenden Fotoalbums "Wir sind Lünen" haben wir das Ensemble bei den Proben besucht und verraten, worauf sich die Zuschauer freuen dürfen. Hören Sie rein!mehr...