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145 Jahre: LSV feiert die Anfänge der Turnabteilung

LÜNEN Der Lüner SV Turnen, mit 1200 Mitgliedern der größte Verein der Stadt, feiert mit einem großen Schau-Programm am Samstag in der Rundsporthalle seinen 145. Geburtstag. Bei den Feierlichkeiten am Wochenende werden die Mix-Dancers eine Rolle beim Showprogramm spielen. Heute blicken die Ruhr Nachrichten aber auch auf die Anfänge zurück.

145 Jahre: LSV feiert die Anfänge der Turnabteilung

Die Mix-Dancers treten nicht nur für ihren Lüner SV auf. Sie sind auch auf anderen Veranstaltungen gern gesehene Gäste.

Lünen war ein bisschen spät dran. Der alte Turnvater Jahn ruhte schon seit zehn Jahren unter der Erde. Der Dortmunder TV Eintracht existierte bereits seit 14 Jahren, zehn Jahre zuvor fand schon ein erstes Turnfest in Kamen (damals noch: Camen) statt. Auch der TV Unna feierte bereits seinen ersten Geburtstag, als sich am 20. Juli 1862 zwölf Lüner Honoratioren zur Gründung des ersten Turnvereins trafen. Diese kamen keineswegs im grauen Turner-Dress, sondern im damals üblichen Bratenrock. H. Quabeck (Präses), F. Schulz (Turnwart), A. Dördelmann (Kassenwart und Schriftführer) und G. Landmann (Zeugwart) wurden in den Vorstand des ersten „Lüner Turnverein“ gewähl - dem heutigen Lüner SV. Leicht gemacht wurde den Sportlern die Aufnahme in den neuen Verein nicht. Per „Ballotage“, einer Abstimmung mit weißen und schwarzen Kugeln im Stil der Fernsehsendung „Pro und Contra“, wurde über jede einzelne Neuaufnahme umständlich entschieden.Jugandarbeit? Ganz im Gegenteil! Jugendarbeit - heute das A und O jedes Sportvereins - war Mitte des vergangenen Jahrhunderts wirklich kein Thema. Tanzgruppen wie die Mix-Dancers, die am Wochenende im Showprogramm auftreten werden, damit auch nicht. Im Gegenteil! Wenn ein Sportler heute mit 30 Jahren in die „Alten Herren“ abwandern muss, so war er 1862 in diesem Alter gerade erst einmal „reif“ für die Aufnahme in den Turnverein. 1879 wurde das Mindestalter für den Eintritt auf 24 Jahre heruntergesetzt. Der Monatsbeitrag des Lüner TV belief sich zur Gründungszeit übrigens auf 25 Pfennige. Zusätzliches Geld kam durch Strafen in die Vereinskasse: Wer zu spät kam, unentschuldigt fehlte oder die Turnstunden störte, musste ein Strafgeld zahlen. Disziplin und Ordnung waren für die Sportler der ersten Stunde von äußerster Wichtigkeit. So lange sich die Gründung eines Sportvereins in Lünen hinausgezögert hatte, so schnell kamen die Turner schließlich in Trab. Schon ein Jahr nach der Gründung fand im August 1863 das erste Turnfest in der Lippestadt statt. Im Mittelpunkt dieser damals beliebten Feste stand jedoch nicht nur der Sport, sondern auch das gesellschaftliche Treiben. In vieler Hinsicht ähnelten die Turnfeste den heute noch beliebten Schützenfesten: Musikkapellen, festlich geschmückte Häuser, Kanonendonner zur Eröffnung, Umzüge mit den Gastdelegationen auswärtiger Vereine - all das gehört auch zum ersten Lüner Turnfest in Kösters Garten am Lippedamm hinter der Schreinerei Weischenberg.Schreiner Bach bastelt Schwingel Rechtzeitig zum Turnfest hatte der Schreiner Bach neben dem „Schwingel“, dem Vorläufer des heutigen Seitpferdes, der damals aber sogar noch mit Kopf und Schweif versehen war, auch andere Geräte geliefert. Im Saal und im Garten von Wortmann hatten sich die einheimischen Turner an diesen Geräten vorbereitet. Das Turnfest war natürlich die beste Werbung für den neuen Verein. Die Mitgliederzahlen nahmen ständig zu. In den Pionierjahren wechselten die Vorstände und die Vereinslokale noch des öfteren.Der Lüner SV lädt Samstag (17. 11., 14 – 18 Uhr) im Rahmen seines 145-jährigen Bestehens zu einem Schauturntag bei freiem Eintritt in die Rundsporthalle ein. Dabei zeigen die 44 Einzelgruppen des Vereins einen Querschnitt aus ihrem großen Programm. Lesen Sie mehr zum Thema auf einer Sonderseite zum Vereinsgeburtstag in der Freitagsausgabe der Ruhr Nachrichten.  

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