Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Apothekerin aus Lünen: Bei Atemnot einen Arzt aufsuchen

Eichenprozessionsspinner

Ein kleines Tier kann für große gesundheitliche Probleme sorgen. Die Lüner Apothekerin Dr. Susanne Streich schildert, was man in Sachen Eichenprozessionsspinner beachten sollte.

Lünen

von Susanne Streich

, 06.07.2018
Apothekerin aus Lünen: Bei Atemnot einen Arzt aufsuchen

Dr. Susanne Streich gibt Tipps in Sachen Eichenprozessionsspinner. © Foto: Wolfram Schroll / studioSc

Jetzt hat es auch unsere Region erwischt: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners breiten sich weiter aus. Ganze Eichenbäume werden in kürzester Zeit entlaubt. Jedoch schädigt er nicht nur die Pflanzen, sondern ruft auch beim Menschen unangenehme Reaktionen hervor, weiß Apothekerin Dr. Susanne Streich.

Härchen mit vielen Spitzen

Ab dem dritten von sechs Larvenstadien entwickeln die Raupen Härchen mit vielen Spitzen, die die Haut angreifen und sogar in die Atemwege und Augen eindringen können. Auf diese toxischen Raupenhaare kann man überall treffen: auf dem Sportplatz, auf dem Spielplatz, beim Fahrradfahren am Kanal oder beim Waldspaziergang. Die Härchen führen oft zu heftigen Reaktionen: von stark juckenden, roten Quaddeln, Eiterbläschen und Knötchen, plötzlichem Fieber über Atemnot bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Heftige Asthmaanfälle möglich

Die Raupenhaare können, wenn sie in die Lunge gelangen, heftige Asthmaanfälle auslösen. Offenbar handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern vielmehr um eine direkte Reaktion auf das Gift. Lindern lassen sich der Juckreiz und die Quaddeln mit Medikamenten aus der Gruppe der Antihistaminika, also juckreizlindernden Cremes, Tropfen oder Tabletten und mit entzündungshemmenden, cortisonhaltigen Salben. Bei schwächeren Verläufen berät die Apotheke.

Schwierige Diagnose

Bei ausgeprägter Reaktion, besonders bei akuter Atemnot, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Da die Diagnose aufgrund unterschiedlicher Symptome schwierig ist, sollte man dem Arzt immer berichten, ob und wo man sich im Freien aufgehalten hat.Wie der Name schon sagt, sind die Raupen vor allem auf Eichen zu finden, wo sie nestartige Gespinste bilden. Im eigenen Garten sollte man diese Gespinste nicht selbst entfernen, sondern das Grünflächenamt informieren. Die Nester werden dann von erfahrenen Mitarbeitern in Vollschutzanzügen abgesaugt. Auch verlassene Nester müssen beseitigt werden. Die Härchen des Eichenprozessionsspinners bleiben über Jahre hinweg aggressiv und können giftige Reaktionen auslösen.

Abstand halten

Was sollte man beachten, wenn Eichenprozessionsspinner in der Nähe sind?

Vermeiden Sie vor allem den Kontakt, halten Sie Abstand und tragen sie schützende Kleidung und Brille.

Anzeige