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Funk statt Bluetooth-Ampel an Mercedes-Kreuzung

Besondere Grünphase für Sicherheit der Lüner GSG-Schüler

Lünen Schüler der Lüner Geschwister-Scholl-Gesamtschule haben seit Montag eine neue Möglichkeit, vom Schulgebäude zu ihrer Turnhalle zu gelangen. Weil die Fußgängerbrücke über die vierspurige Kurt-Schumacher-Straße bald abgerissen wird, können die Lehrer die Ampel an der Mercedes-Kreuzung jetzt per Funk Grün schalten. Eine Lösung, die es in Deutschland so wohl noch nicht gibt. Ein Lehrer hat allerdings „Bauchschmerzen“.

Besondere Grünphase für Sicherheit der Lüner GSG-Schüler

Die neue Funkschaltung an der Kurt-Schumacher-Straße bietet Schülern auch nach der Sperrung der Brücke einen sicheren Weg vom Schulgebäude zur Rundsporthalle. Foto: Vanessa Dunker

Seit Jahren haben die Schüler, bis zu zwölf Klassen am Tag, die Fußgängerbrücke genutzt, um zum Sportunterricht zu kommen. Die jedoch ist marode und zum Sicherheitsrisiko geworden. In den Sommerferien, spätestens in den Herbstferien, solle die Brücke abgerissen werden, sagte Technischer Beigeordneter Arnold Reeker am Montag. Der Rat hatte deshalb im Oktober 2017 die Installation einer neuen Ampelschaltung an der Mercedes-Kreuzung beschlossen, die die Möglichkeit bietet, in einer Grünphase alle vier Fußgängerüberwege zu überqueren.

Doch kein Bluetooth

Am Montag erhielt Schulleiter Christian Gröne die erste Fernbedienung, mit der die Lehrer die Möglichkeit haben, eine gesonderte Grünphase anzufordern. Diese 40 Sekunden andauernde „Grüne Welle“ für Fußgänger soll es gewährleisten, dass keine Schüler alleine auf einer Verkehrsinsel stehen bleiben müssen. Nun beginnt die Testphase im normalen Schulalltag, sechs Funkbedienungen soll die Schule am Ende erhalten. Ursprünglich wollte die Stadt die Ampel per Smartphone und Bluetooth steuern. Dabei, hieß es gestern aus der Pressestelle, habe es jedoch zuletzt große Sicherheitsbedenken gegeben. Jetzt also Funk statt Bluetooth.

Ein weißes Licht zeigt an, wenn die Schulschaltung aktiviert ist. Das dauert, je nach Tageszeit, bis zu 100 Sekunden nach Betätigung der Fernbedienung. Die Klasse 5d, die am Montag eine Doppelstunde Sport hatte, kam in den 40 Sekunden gut über die Kreuzung. Sind es mehr Klassen, braucht es wohl mehrere Ampelphasen.

Besondere Grünphase für Sicherheit der Lüner GSG-Schüler

Der weiße Punkt zeigt an: Die Schulschaltung ist aktiviert. Foto: Vanessa Dunker

„Ich sehe das mit Sorge“, sagte Sportlehrer Michael Schnitlzler, der mit den Schülern seit 35 Jahren gerne über die Fußgängerbrücke gegangen ist. Gerne, denn der kurze Anstieg auf die Brücke sei für viele schon eine kurze Aufwärmphase gewesen. Die Überquerung der Kreuzung mit den vielen Schülern jetzt sei schon eine „komplexe Sache“, in der er vieles parallel im Auge behalten muss. „Wenn einem mal die Tasche hinfällt, die anderen hektisch werden – da habe ich schon Bauchschmerzen“, sagt Schnitzler. Schulleiter Gröne macht ebenfalls klar, dass es sich nur um eine Übergangslösung handelt.

Rund 15.000 Euro hat die Stadt in diese Übergangslösung investiert, die manchen Autofahrer auch Zeit kosten wird. Wer auf der Kurt-Schumacher-Straße in Richtung Süden unterwegs ist, wird die längeren Rotphasen spüren. Am meisten betroffen sind die, die nach links in die Kamener Straße einbiegen. „Da muss man sich natürlich fragen: Was will ich?“, sagt Babette Herdickerhoff von der Abteilung Mobilität und Verkehrslenkung der Stadt Lünen. „Für uns ist der Sicherheitsaspekt klar vorrangig“, sagt sie. Die Grüne Welle sei mit Betätigung des Schalters außerdem aufgehoben.

Langfristige Lösung weiter gesucht

Eine langfristige Lösung für einen sicheren Überweg wird aber weiterhin gesucht. „Wir haben vom Rat den Auftrag erhalten, zu prüfen, wie wir künftig eine bessere Anbindung zwischen der Innenstadt, dem Heinz-Hilpert-Theater und der Rundsporthalle erreichen können. Für diese wichtige städtebauliche Frage wollen wir Alternativen erarbeiten lassen und bewerten“, erläutert Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen, das weitere Vorgehen. Es könne aber noch bis 2019 dauern, bis Ergebnisse vorliegen. Für Schulleiter Christian Gröne ist klar: Eine solche Lösung kann nur eine neue Brücke sein.

Kevin, Laura und Lia aus der 5d ist die Übergangslösung erst einmal egal. Sie sind in den 40 Sekunden gestern gut über die Straße gekommen. „Das hat gut geklappt“, meinte Kevin, „ich habe mich auch sicher gefühlt.“

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