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Das wahrscheinliche Ende des alten Lüner SV

LÜNEN Ein halbes Jahrhundert war er der stolz der Stadt. Der Gesamtverein Lüner SV, gegründet am 15. Juni 1945. Jetzt stehen seine Reste vor der Auflösung.

Das wahrscheinliche Ende des alten Lüner SV

Winfried Eisenberger, der Präsident des Gesamtvereins Lüner SV.

Über ein Ende, möglichst eines ohne Schrecken, diskutierten 17 Mitglieder bei der womöglich vorletzten Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins im Jugendraum des Lüner SV in der Rundsporthalle.

Nach knapp zwei Stunden sachlicher Diskussion einigte sich die Runde um Präsident Winfried Eisenberger auf das Vorgehen. Das Motto: "Wir müssen die Strukturen des Gesamtvereins verändern."

In Zusammenarbeit mit dem Landessportbund, der für eine solche Situation ein Formular entwickelt hat, sollen zwei Fragen mittelfristig geklärt werden: Soll der Gesamtverein aufgelöst werden? Soll es zumindest weiter eine Gesamtvereins-Jugend geben?

Diese waren in der Diskussion schon Thema. Für die zweite Variante plädierte insbesondere Judoka Wolfgang Hoffmann als Vorsitzender der Gesamt-Jugend. Ihm ging es dabei um das gemeinsame Ausrichten von Lehrgängen, das Ausbilden von Übungsleitern und das Beantragen öffentlicher Zuschüsse.

Keine große Zustimmung gab es dagegen aus den Fachvereinen. "Wir bieten schon viel für die Jugend an. Ist noch mehr nötig? Wird das angenommen?", fragte Marion Maas, zweite Vorsitzende der Volleyballer.

"Wir fragen bei allen sechs Fachvereinen nach. Gibt es für einen Gesamtverein keine Mehrheit, ist eine Auflösung der rationale Weg", meinte Dirk Hartmann, zweiter Vorsitzender der Fußballer.

Dirk Hartmann warnt

Insbesondere Hartmann warnte davor, mit einem Gesamtverein Jugend Lüner SV eine Parallel-Organisation zur Jugend im Stadtsportverband zu halten oder aufzubauen.

Sollte es zu einer Auflösung kommen, müsste das Erbe verteilt werden. Das Guthaben könnte laut Satzung unter den Fachvereinen aufgeteilt werden. Der Jugendraum in der Rundsporthalle könnte an den Sportverband übergehen.

Das Alltägliche der Versammlung war schnell erledigt. Das Protokoll vom Treff des Vorjahres wurde abgenickt, Franziska Kowalski (Volleyball) und Rainer Knauer (Turnen) hatten die Kasse geprüft und für gut geführt befunden. Die Fußballer haben mit der letzten Zahlung ihre Schulden gegenüber dem Gesamtverein und dessen alten Fachschaften beglichen.

Guthaben im fünfstelligen Bereich

Zusammen mit dem Plus der Jugend des Gesamtvereins wurde ein Guthaben im fünfstelligen Bereich festgehalten. Versammlungsleiter Peter Thomsen, zweiter Geschäftsführer der Handballer, rief zur Entlastung - die Mitgliedschaft gab sie einstimmig.

Lästige, aber wichtige Funktionärspflicht war der Beschluss zur Satzungsänderung des Gesamtsvereins. Das Amtsgericht hatte 15 Jahre nach der ersten Vorlage der damals neuen Satzung eine redaktionelle Änderung eingefordert.

Die Hintergründe und Stimmen von der Jahreshauptversammlung lesen Sie in einem Blickpunkt in der Donnerstagsausgabe der Ruhr Nachrichten.

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