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Nach Bluttat an Gesamtschule: Polizei wendet sich an Eltern

„Es gibt keinen Grund, Waffen zu tragen“

Lünen Ungewöhnliche Aktion der Dortmunder Polizei: Nach dem tragischen Tod einer 15-Jährigen in Dortmund und eines 14-jährigen Schülers in Lünen wenden sich die Beamten mit einem Brief an alle Eltern von Dortmunder und Lüner Schülern. Beide Jugendliche wurden erstochen. Der Polizei geht es daher um Messergewalt unter Jugendlichen. Die Beamten formulieren einen klaren Appell.

„Es gibt keinen Grund, Waffen zu tragen“

Zwei Blumensträuße stecken am Zaun der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Foto: Foto Fiedler

Ende Januar hat ein 15-Jähriger an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen-Süd einen 14-jährigen Mitschüler erstochen.

Lünen Tag eins nach der unfassbaren Gewalttat an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule (KKG) in Lünen: Ein 15-Jähriger hat dort am Dienstagmorgen einen 14-jährigen Mitschüler erstochen, seine eigene Mutter war dabei. Mittlerweile wurde Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen. Mit einer emotionalen Botschaft haben sich mittlerweile Schüler der KKG zu Wort gemeldet.mehr...

Das Schreiben im Wortlaut:

„In der aktuellen öffentlichen Berichterstattung wird diskutiert, ob sich immer mehr Schüler bzw. Jugendliche mit Messern bewaffnen. Wir möchten deutlich machen, dass die aktuelle Kriminalitätslage überhaupt keinen Anlass bietet, sich in der Schule, auf der Straße oder bei anderen Gelegenheiten zu bewaffnen. Sowohl im Bereich der Gewalt- und Straßenkriminalität, als auch bei Raubdelikten haben wir den niedrigsten Kriminalitätsstand seit fünf Jahren. Des Weiteren liegen keine seriösen statistischen Werte darüber vor, dass sich vermehrt Schüler in Dortmunds Schulen bewaffnen. Eine statistische Auswertungsmöglichkeit besteht noch nicht.

Allein die Anwesenheit von Waffen kann Situationen eskalieren lassen, wie wir es bei den schrecklichen Vorfällen Anfang des Jahres gesehen haben. Es kann dazu führen, dass sich Personen aus gefährlichen Situationen nicht zurückziehen, sondern ihre Angreifer attackieren. Aus vermeintlichem Selbstschutz werden so Opfer oft ungeplant zu Tätern.

Daher bittet die Dortmunder Polizei die Eltern darum, mit ihren Kindern über diese Sorgen und Ängste zu sprechen. Messer und andere Waffen sind kein adäquates Mittel zum Selbstschutz! Zeigen Sie ihnen Verhaltensalternativen auf, damit brenzlige Situationen nicht eskalieren. Es gibt keinen Grund, Waffen mitzuführen, weder in der Schule, noch in der Freizeit!“

Neuer Verein trägt Namen des Lüner Opfers

„Leon war kein Einzelfall“

Lünen Getötet mit Messern: Leon (14) aus Lünen, Aliya (15) aus Dortmund und Jaden (9) aus Herne verbluteten. Junge Menschen hatten Leon, Aliya und Jaden bei unterschiedlichen Taten Messer in ihre Körper gestochen. Sind es „nur“ tragische Einzelfälle und ist es mittlerweile Usus, dass Teenager Messer bei sich führen und bei Konflikten schnell zustechen? mehr...

Die Präventionsdienststelle der Polizei unterstützt mit kostenfreien Informationen und Kontakten zu Einrichtungen der Stadt und Hilfsorganisationen. Infos unter Tel. (0231) 1320 an oder per Mail an vorbeugung.dortmund@polizei.nrw.de.

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