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Ferkelpreis ist eine "Sauerei"

LÜNEN Finstere Mienen bei den Schweinemästern: Der Ferkelpreis ist im Keller, die Züchter müssen für jedes Borstenvieh kräftig draufzahlen. Sie meinen: "das ist eine Sauerei".

Ferkelpreis ist eine "Sauerei"

Von wegen "Glücksbringer": der Ferkelpreis ist tief im Keller.

Der westfälisch-lippische Landwirtschaftsverband bringt es für die Region auf den Punkt: „Krise am Schweinemarkt - Züchter zahlen bei jedem Tier kräftig drauf“. Dass dies keine statische Verbandsbetrachtung ist, wird bei Gesprächen mit Lüner Betrieben mehr als deutlich.

"Ich war am Boden"

„Wenn sie mit Fragen zu diesem Thema vor einigen Wochen zu mir gekommen wären, hätte ich Sie gar nicht erst reingelassen, so sehr war ich damals am Boden“, berichtet Brigitte Backs, die in Niederaden eine große Schweinehaltung leitet. Ihr 50 Hektar Hof hat 160 Zuchtsauen, über 700 Ferkelplätze und 280 Mastplätze.

Gerste-Ernte war miserabel

Verschiedene Faktoren haben zu dem momentanen Fiasko geführt. „Wir hatten eine passable Weizenernte, aber die Gerste war miserable. Beides brauchen wir als Schweinefutter. Also habe ich im Preishoch 50 Tonnen Gerste kaufen müssen. Zudem sind mir beide Mäster abgesprungen. Ich stand vor vollen Ställen und wurde keine Tiere los.

30 Euro für ein Ferkel

Es war die Hölle. Ich bekam 30 Euro für ein Ferkel, bei 70 Euro hätte ich Geld verdient. Jetzt sind es mittlerweile zwei ganze Euro mehr“. Ihrem Arbeitskreis-Kollegen Wilhelm Hauschopp aus dem Dreischfeld geht es nicht besser. „Bei den Futtermittelpreisen lege ich zur Zeit 25 Euro bei jedem Ferkel dazu, obwohl ich einen großen Teil davon selber produziere“. Er ist nur in der komfortablen Lage, dass sein Mäster in Selm ihm die Stange hält, und das schon seit 15 Jahren.

Überversorgung

„Die Ferkelerzeugung ist ein kontinuierlicher Prozess, ich kann nicht wie die Mäster spontan aussteigen. In Europa sind wir mit der Schweinefleischversorgung bei gut 100 Prozent, das drückt die Preise und auf dem Weltmarkt geht wegen des teuren Euro zu dieser Zeit überhaupt nichts“. Einen schwachen Lichtblick auf „Schweine-Glück sehen beide erst im kommenden Frühjahr

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