Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Friedhofsführung: Einblicke in die Bestattungskultur

LÜNEN Auch wenn das Thema Tod von den meisten verdrängt wird, haben Friedhöfe viel zu erzählen. Bei der sonntäglichen Gästeführung unter Leitung von Astrid Althoff gab es viel Wissenswertes.

Friedhofsführung: Einblicke in die Bestattungskultur

Astrid Althoff führt die Teilnehmer über den Friedhof.

Insgesamt fanden sich 18 Teilnehmer an der Kirchhofstraße ein, um an diesem Nachmittag viel Interessantes über den Friedhof selbst sowie die Bestattungskultur Westfalens der letzten Jahrhunderte zu erfahren. Der Friedhof wurde 1890 als „Totenacker“ von der Kirchengemeinde St. Georg konzipiert.

Die Fläche von zwei Hektar war eine Schenkung der Gräfin Thedel von Kielmannsegge, einer Enkelin des Freiherrn von und zum Stein, mit der Auflage, hier auch die evangelischen Bediensteten der Herrschaft zu beerdigen. Ursprünglich, 450 Jahre lang, wurde auf dem Kirchhof von St. Georg bestattet, daher auch der Name Kirchhofstraße. Wegen einer Pest-Epidemie wurde 1615 der Tobiasfriedhof angelegt, benannt nach dem ersten dort bestatteten Soldaten namens Tobias. 

Seit 1798 durfte per Dekret nur noch vor den Toren der Stadt bestattet werden, weil man die Gefahr der Grundwasserverseuchung erkannt hatte. In der 1890 im neugotischen Stiel erbauten Kapelle referierte Frau Althoff über die Sitten und Gebräuche um den Tod. Verschickt man heute Totenbriefe oder annonciert in der Zeitung, wurde früher mit dem Totenstock an die Haustür geklopft, von einem Leichenbitter.

Was heute verboten ist, nämlich den Toten zu Hause aufzubahren, war damals üblich. Zwischen einem und drei Tagen – je nach Witterung –, bewacht von der Totenwache. Die Wache war begleitet von Gesang und reichlichem Genuss alkoholischer Getränke. Der Alkohol diente aber auch zur Einbalsamierung des Toten, um ihn vor all zu schneller Verwesung zu schützen. Es gab viele Regeln, wie die Verpflichtung zur Leichenfolge, zum Totengeläut und Totenlicht, nicht zu vergessen das Totenmahl.

Beim abschließenden Rundgang wurden einige Gräber bedeutender Lüner besichtigt: Das Grab von Julius Frey, der von 1900 bis 1925 Pfarrer in St. Georg war; Prof. Dr. Waldschmidt, der als Indologe in Göttingen lehrte; Gottfried Quitmann, der Fabrikant (das Unternehmen stellt bis 1977 am Nordufer der Lippe Eisenwaren her), und Ernst Becker, 36 Jahre Bürgermeister der Stadt Lünen. 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Insolvenz von Sport Lang

Zukunft des Sporthauses nach fast 50 Jahren unklar

Lünen Weniger Laufkundschaft, Konkurrenz im Internet – das Sporthaus Lang ist in schwere Gewässer geraten. Belegschaft und Geschäftsführung wollen aber kämpfen.mehr...

60 Kita-Plätze an der Waldhöhe

Plan gegen die Unterversorgung im Lüner Norden

Lünen Als Platz für Flüchtlinge gebraucht wurde, hat die Stadt aus der Ex-Kita St. Ludger an der Waldhöhe eine Flüchtlingsunterkunft gemacht. Jetzt wird wieder Platz zur Kinder-Betreuung gesucht. Die Lösung liegt auf der Hand.mehr...

Sport-Lang hat Insolvenz angemeldet

Geschäft in der City offenbar in der Krise

Lünen Das Geschäft Sport-Lang an der Ecke Bäckerstraße/Lange Straße prägt das Bild der Lüner City seit vielen Jahren. Jetzt wurde bekannt: Der Sportladen hat Insolvenz angemeldet. Wie es weitergeht, ist unklar.mehr...

Öffnungszeiten im Bürgerbüro

Der Bürgerservice hat doch wie gehabt geöffnet

Lünen. Mit langen Wartezeiten beim Bürgerservice sollte in Lünen bald Schluss sein. Dafür hatte die Pressestelle am Mittwoch, 21. Februar, neue Öffnungszeiten des Bürgerbüros veröffentlicht. Jetzt hat die Stadt die Änderungen wieder zurückgenommen. mehr...

Lüner wegen Raubmords vor Gericht

Mann erschossen: Witwe begegnete mutmaßlichen Tätern

Hagen/Lünen Elf Jahre nach dem Raubmord an einem Unternehmer aus Hagen saß die Witwe des Mannes am Mittwoch erstmals den mutmaßlichen Tätern gegenüber. Einer von ihnen kommt aus Lünen - und ist schon einmal wegen eines Mordversuchs verurteilt worden.mehr...