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Gammeliger Zünder

LÜNEN Über 60 Jahre hat sie unter der Erde geschlummert. Gestern ging es ihr an den Zünder. Karl-Friedrich Schröder vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe hat gestern Nachmittag eine amerikanische Fünfzentner-Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg entschärft.

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1121lu-Schröder Kampfmittelräumdienst

Mehr als 60 Jahre hat sie im Boden geschlummert. Jetzt wird die entschärfte Fünf-Zentner-Fliegerbombe in einem Bunker in Hagen zwischengelagert.

Die Bombe war bei der Auswertung von Luftbildern auf dem Gelände der Firma Pamp an der Kupferstraße (zwischen VKU-Betriebshof und dem Zoohaus) nahe der Bahnlinie entdeckt worden. Gestern in den Morgenstunden waren die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes vor Ort und entschieden: Die Bombe muss noch am gleichen Tag entschärft werden. Die Firma KMB legte sie "entschärfungsfähig" frei.

"Die Bombe lag in einem Meter Tiefe und da mussten wir schnell handeln", so Karl-Friedrich Schröder, der die Bombe in knapp 15 Minuten entschärfte. "Das war gar nicht so einfach", so Schröder, "denn der Aufschlagzünder war ziemlich gammelig." Je tiefer eine Bombe liege, desto besser sei ihr Zünder erhalten, so Schröder weiter.

500 Anwohner evakuiert

In einem Radius von 250 Metern mussten rund 500 Anwohner evakuiert werden, erklärte Ute Kamp von der Stadtverwaltung, die die Evakuierung leitete. In der kurzen Zeit war es nicht möglich, die Anwohner innerhalb der Evakuierungszone mit Handzetteln zu informieren.

Also mussten die Mitarbeiter ran, alle Wohnungen abklappern und die Bewohner persönlich über die Evakuierung informieren. Bis 14.30 Uhr mussten sie ihre Wohnungen verlassen haben. Die VKU hatte auf dem Lindenplatz einen Bus bereit gestellt, in dem sich Anwohner aufhalten konnten. Drei Anwohner mussten mit dem Krankenwagen evakuiert werden.

Auch die Mitarbeiter der ansässigen Firmen wie Zoohaus Welke und Lidl mussten eine Zwangspause einlegen. Die Kupferstraße war zwischen Norddeutscher Affinerie und dem Kreisverkehr Bergstraße für rund 45 Minuten gesperrt. Die Polizei erläuterte den Autofahrern den Grund der Sperrung. Manche drehten um, einige warteten die Sperrung geduldig ab. Ab 15.45 Uhr lief der Verkehr wieder reibungslos.

 

 

    

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