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Prozess um Babyleichen in Lünen

Gericht verhandelt später als geplant gegen Mutter

LÜNEN Am 19. März sollte vor dem Landgericht Dortmund der Prozess um den grausamen Fund zweier skelettierter Babyleichen in Lünen beginnen. Doch daraus wird nichts. Der Grund ist ganz simpel.

Gericht verhandelt später als geplant gegen Mutter

Der Abend des 11. Oktobers 2012: Abfall aus der Wohnung wird von Kriminaltechnikern in Container geworfen. Zuvor war eine zweite skelettierte Babyleiche gefunden worden. Foto: Videonews24de

Die Verhandlung gegen eine Lüner Mutter, in deren Wohnung im Dezember 2012 nach einem Brand zwei skelettierte Babyleichen gefunden worden waren, verzögert sich erneut.

Dies teilte Dr. Thomas Jungkamp, Sprecher des Dortmunder Landgerichts, mit. Eigentlich hätte der Prozess, der schon einmal vertagt wurde, am Montag, 19. März, beginnen sollen. Nun wurde die Hauptverhandlung auf Montag, 9. April, gelegt. Grund ist laut Angaben Jungkamps die Erkrankung eines Mitglieds der Gerichtskammer.

Erst vor dem Schöffengericht

Ursprünglich sollte der Fall bereits 2014 im Lüner Schöffengericht verhandelt werden. Der Mutter, deren Kinder nur wenige Wochen alt geworden waren, wurden Körperverletzung und Verletzung der Fürsorgepflicht vorgeworfen. Schon kurz nach der Geburt – das stand für die Staatsanwaltschaft fest – hatte die inzwischen 35-jährige Lünerin ihre beiden Kinder in 65 Fällen länger als sechs Stunden alleine gelassen, um Konzerte zu besuchen oder arbeiten zu gehen.

Die Kinder litten in der Wohnung in der nördlichen Innenstadt während dieser Zeit an Durst, Hunger und Erschöpfung. Weil die Mutter ihre beiden Mädchen nach eigenen Angaben heimlich zur Welt gebracht und nicht angemeldet hatte, fiel das Fehlverhalten dem Jugendamt nicht auf. Ein Mädchen starb im April 2011, das andere im April 2012.

Verdacht auf Tötungsdelikt

Dass die Verletzung der Fürsorgepflicht ursächlich für den Tod der Kinder war, konnte die Staatsanwaltschaft jedoch zunächst nicht nachweisen. Erst im Laufe der weiteren Ermittlungen stellte sich der Verdacht auf ein Tötungsdelikt heraus – woraufhin das Verfahren ans Landgericht verwiesen wurde. Dass es mehrere Jahre dauerte, bis hier Bewegung in die Sache kam, liegt daran, dass vor dem Landgericht Fälle Vorrang haben, bei denen die Angeklagten in Untersuchungshaft sitzen. Und das traf auf die Mutter nicht zu.

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