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Gewichtheber unter Tage: Mit Manni und Martin im Pütt

LÜNEN Die Goldmedaille von Gewichtheber Matthias Steiner hat den Sport wieder ins Rampenlicht gebracht. RN-Sportredakteur Bernd Janning erinnert sich an ein besonderes Erlebnis vor genau 20 Jahren, als die besten Gewichtheber Deutschlands in die Schachtanlage Haus Aden einfuhren. Er war damals mit dabei in Dunkelheit, Staub und Hitze unter Tage, aber auch beim anschließenden "Löschen" hinter der Kaue.

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Staubig war die Grubenfahrt. Mit dabei damals Deutschlands beste e Gewichtheber, Manfred Nerlinger (2. v. r.) und Martin Zawieja (l.).

Prost sagen Manfred Nerlinger (l.) und Martin Zawieja in der Kaue von Haus Aden.

Hauptdarsteller des Tages, der tief im Berg zur Nacht wurde, waren damals Deutschlands beste Superschwergewichtler. Die Nummer eins Manfred Nerlinger, zwischen 1982 und 1995 neunfacher deutscher Meister, dazwischen zweimal Vize. Härtester Konkurrent war der aus Dortmund-Derne stammende Martin Zawieja. Der Muskelmann, der den Spagat so gut wie die jüngste Turnerin hinlegte, hatte auch Lünen als Heimat, wurde '90 und '91 deutscher Meister, zweimal Vize.

Die größten Erfolge landete das Duo bei den Olympischen Spielen. 1984 in Los Angeles und 1992 in Barcelona brachte Nerlinger Bronze mit. 1988, in Seoul, Südkorea, glänzte er mit Platz zwei - vor Manfred Nerlinger auf Rang drei.

Heutiger Bundestrainer hat seinen Anteil an der Goldmedaille

Nerlinger ist heute Bundestrainer der Gewichtheber und natürlich derzeit bei den Olympischen Spielen in Peking besonders nah an den Hanteln. Dort erlebte er den Erfolg von Matthias Steiner mit. Dieser sicherte sich in seiner Klasse und der von Nerlinger die olympische Goldmedaille im Superschwergewicht über 105 Kilogramm. Der für Chemnitz startende gebürtige Österreicher bewältigte 461 kg im Zweikampf der Gewichtheber und verwies damit Vizeweltmeister Jewgeni Tschigischew aus Russland mit 460 kg auf Platz zwei.

20 Jahre zurück: Haus Aden in Bergkamen-Oberaden, der Pütt ein paar Meter vor Lünen. Vor dem Förderkorb lacht die Elite der deutschen Gewichtheber in noch sauberen Klamotten bärenstark. Unten, ich weiß nicht mehr, wie tief wir damals waren, ist es drückend heiß. Es fehlt an Sauerstoff, es zieht wie Hechtsuppe, es geht immer wieder hoch und runter.Sonderbehandlung für die schweren Jungs

Dabei müssen wir nicht kriechen, könne in voller Körperhöhe laufen. Denn für die "hohen Sportherren" wurde eine leichte Stollenstrecke ausgewählt. Als kurz davor der einstige Bundesliga-Profi Timo Konietzka weniger hundert Meter weiter , wo er selbst einst als Knappe begann, mit einem Teil der damaligen Schweizer Fußball-Nationalmannschaft in den Schacht Victoria in Lünen einfuhr, robbten alle auf dem Bauch über den Boden.

Für die starken Männer an der Hantel gab es eben einen Bonus. Trotzdem stöhnte, ich glaube es war damals der Nerlinger, immer wieder: "Das ist nicht gut für meine Knie, das ist ganz schön anstrengend!". Wieder über Tage war alles vergessen. Man versucht sich ja immer wieder vorzustellen, wie viel Fleisch und Pasta ein Kraftsportler verschlingen muss. Es ist auch eine Menge an Flüssigkeit, mit der der Staub aus dem Berg von unten weggespült werden muss.

Prost, Manfred Nerlinger und Martin Zawieja.

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