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Skurrile Kunstaktion

Jagd auf die Beutelrobbe im Cappenberger See

LÜNEN Loch Ness hat sein Seeungeheuer Nessie, der Cappenberger See hat die südmünsterländische Beutelrobbe. Es gibt eine neue Spezies am zugefrorenen Cappenberger See. Die Künstlergruppe „offene Ateliers Lünen“ hat sie am Samstag entdeckt.

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Die "Jäger" sind erfolgreich, haben ein kleines Loch ins rund 15 cm dicke Eis gehauen und freuen sich über ihren vermeintlichen Fang.

Nach der Jagd verewigen die Künstler die Aktion auf einer Staffelei.

Verwundert stehen Spaziergänger am See und fragen: „Was ist hier denn los?“ Eine skurrile Aktion beginnt: die Jagd auf die Beutelrobbe. Die „Jäger“ tarnen sich als Eisbären, tragen weiße Bademäntel, weiße Overalls und haben schwarze Nasen. Die rund zehn Künstler sind sich sicher, dass es im See die südmünsterländische Beutelrobbe gibt. Mit großem Beil, Zuversicht und Mut geht es zum Rand des vereisten Sees, der hier knietief sein soll.

„Der Druck über der Eisfläche könnte dazu führen, dass die Beutelrobbe am Rand auftaucht“, meinen die Künstler. Sie begründen ihre These mit dem unerschütterlichen Grundsatz des französischen Philosophen Decartes: „cogito ergo sum“ („ich denke, also bin ich“).

Beutelrobbenjagd im Cappenberger See

Die "Jäger" sind erfolgreich, haben ein kleines Loch ins rund 15 cm dicke Eis gehauen und freuen sich über ihren vermeintlichen Fang.
Der Künstler K.P.M. Wulff (l.) bereitete mit einer gekonnten Nasenmalerei seine Künstler-Kollegen auf die Robbenjagd vor.
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Ist das die Beutelrobbe? Nein! Die Künstlerin Christine Goldberg-Witthu¨ser präsentiert hier ihren Hund.
Die "Jäger" sind erfolgreich, haben ein kleines Loch ins rund 15 cm dicke Eis gehauen und freuen sich über ihren vermeintlichen Fang.
Die "Jäger" sind erfolgreich, haben ein kleines Loch ins rund 15 cm dicke Eis gehauen und freuen sich über ihren vermeintlichen Fang.
Mit einer ungewöhnlichen Aktion sind die Künstler der Gruppe "offene Ateliers" am Cappenberger See auf "Robbenjagd" gewesen.
Die "Robbe" wird aus dem Wasser gezogen.
Die "Robbe" wird aus dem Wasser gezogen.
Mit einer roten "Boje" wird der Fangort der Beutelrobbe markiert.
Die "Robbe" wird aus dem Wasser gezogen.
Nach der Jagd verewigen die Künstler die Aktion auf einer Staffelei.
Nach der Jagd verewigen die Künstler die Aktion auf einer Staffelei.
Passanten am Cappenberger See staunten am Samstag nicht schlecht über die Aktion der Beutelrobben-Jäger, die sich als Eisbären verkleideten.
Die "Jäger" sind erfolgreich, haben ein kleines Loch ins rund 15 cm dicke Eis gehauen und freuen sich über ihren vermeintlichen Fang.

„Die Beutelrobbe kommt ursprünglich aus Australien. Aufgrund des Klimawandels hat sie sich überlegt, auszuwandern“, so Dr. Bernhard Meyer, seines Zeichens Künstler und selbst ernannter Beutelrobben-Experte. Der Künstler K.P.M. Wulff sagt: „Gesehen habe ich sie noch nicht, geträumt habe ich aber schon davon.“

„Guck mal, ich bin ein Rotnasen-Bär“, lächelt Christine Goldberg-Witthüser, die kältebedingt bibbert. Ihr Künstler-Kollege Heinz Brück schlüpft ebenfalls in einen Overall, um die Robbe nicht zu erschrecken. „Ich werde erst mal im Internet recherchieren“, sagt ein Passant ungläubig, da er die Spezies Beutelrobbe nicht zu kennen scheint. Die „Jäger“ hauen ein kleines Loch ins rund 15 cm dicke Eis und freuen sich über ihren vermeintlichen Fang: Ein schwarzer Beutel, der einem Robbenkopf ähnelt. Die Stelle wird mit einer roten „Boje“ markiert. Am Ende der spektakulären Aktion ist der Decartsche Beweis erbracht, dass es die Beutelrobbe gibt.

Die Künstler frohlocken, trinken Glühwein und zeichnen das Szenario auf ein Blatt Papier, das auf einer Staffelei hängt. Künftig soll die nicht ganz ernst gemeinte Jagd auf die Beutelrobbe als Tradition geflegt werden. Fazit der Aktion: Kunst ist, wenn der Humor nicht auf der Strecke bleibt.

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