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Kellermann: "Wer Erfolg hat, hat Neider"

LÜNEN Tennistrainer Christoph Kellermann ist nicht mehr länger im Trainerteam des Turnier-Tennis-Club Lünen (TTCL) aktiv. Bislang zählte er an der Seite von Bodo Richter und Christian Schaeffer zum drei Mann starken Trainerzusammenschluss des Fördervereins, dem zurzeit mit dem TV Altlünen, dem TV Tennis-Oase und der DJK SuS Brambauer drei von neun Lüner Tennisvereinen angehören.

Kellermann: "Wer Erfolg hat, hat Neider"

Christoph Kellermann ist nicht mehr Mitglied des Trainerzusammenschlusses.

Kellermann distanzierte sich nun ausdrücklich von der aktuellen Entwicklung des Gesamtkonzepts, das er einst gemeinsam mit Stadtverband-Jugendfachwart Tennis Harald Rother initiierte. Wir unterhielten uns mit Kellermann über die Hintergründe.Herr Kellermann, wir sind überrascht. Gerade wegen der jüngsten sportlichen Erfolge kommt Ihr Schritt ziemlich unerwartet.Kellermann: Die Gründe für meinen Ausstieg sind mehrschichtig. Zum einen kann man die Grundidee des TTC Lünen, talentierte junge Tennisspieler aus verschiedenen Lüner Vereinen zu einer echten Stadtmannschaft zusammenzuführen, nach nunmehr zwei Jahren trotz aller sportlichen Erfolge als gescheitert betrachten. "Nur zwei von neun Vereinen - das ist zu wenig!" Denn der Großteil der heimischen Clubs ließ sich noch immer nicht von den immensen Vorteilen dieser Idee überzeugen. Für den Winter sind nur zwei von neun Vereinen avisiert – das ist zu wenig! Zum anderen gefällt mir die wachsende Kommerzialisierung der Grundidee nicht.Wie meinen Sie das? Können Sie ein wenig konkreter werden?Kellermann: Ich beobachte eine sehr gefährliche Entwicklung. Im Vordergrund der Konzeption stehen nicht mehr allein unsere Talente, sondern mehr der Kommerz sowie persönliche Interessen. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen. Das sind Interna, die nicht in die Öffentlichkeit gehören.Welche Teams haben Sie beim TTCL betreut?Kellermann: Ich habe mich innerhalb des TTCL um die Juniorinnen und Junioren U18, sowie um das neu gegründete Damenteam gekümmert. Wir hatten Erfolg und haben Aufstiege gefeiert. Die Damen habe ich im Zuge der Nachwuchsförderung kostenlos trainiert. Da die Junioren nun altersbedingt in den Herrenbereich wechseln, bleiben ausschließlich die Damen. Eine Förderung durch den TTCL haben meine Teams nie genossen, da sie nicht zur Altersklasse U12 gehörten. Aber die Erfolge sprachen trotzdem für sich…Kellermann: Sollte man zumindest meinen. Genau hier aber liegt der Hase begraben. Wir haben in diesem Jahr mit zahlreichen Extraschichten eine geniale Truppe geformt und Erfolg auf der ganzen Linie gehabt – was allerdings nur stadtextern positiv aufgenommen, ja sogar bewundert wurde. Auch die Kollegen Richter und Schaeffer, die sich mit den jüngsten Cracks beschäftigt haben, konnten schon nach kurzer Zeit zahlreiche Erfolge aufweisen."Es werden dort Probleme gemacht, wo gar keine sind" Aber?Kellermann: Wer Erfolg hat, hat Neider. Die Folge: Es werden dort Probleme gemacht, wo gar keine sind. Zum Beispiel?Kellermann: Eigentlich wurden drei Probleme geschaffen. Erstens: Noch immer gibt es leider Gottes vereinzelt die Meinung, dass der TTCL den Vereinen Talente abwerben wolle. Genau das Gegenteil aber ist der Fall: Dadurch, dass die Talente mit uns auf Stadtebene einen gemeinsamen Weg gehen können, halten wir sie in Lünen. Dann wurde moniert, dass das Stadtteam unserer Damen durch zwei fremde Neuzugänge verstärkt wurde. Natürlich kommen die beiden besten Damen, Olga Nerlinger und Steffi Jeschka, aus Dortmund, aber mit ihrer Spielstärke und Leistungsbereitschaft haben sie sich in unsere Konzeption eingeklinkt und unsere jungen und noch unerfahrenen Damen punktuell gezielt verstärkt. Es ist doch super, dass man von extern auf unsere gute Arbeit aufmerksam wird. Genau darauf haben wir Trainer und Funktionäre doch zwei Jahre lang intensiv hingearbeitet. Nun haben wir endlich die Win-Win-Situation und ziehen leistungsstarke Aktive nach Lünen."Das war nie ein Problem. Heute ist es eins" Sie sprachen von insgesamt drei Problemen.Kellermann: Richtig. Dazu kommt, dass ich seit ein paar Monaten mit der Tennis-Ranch in Elmenhorst, an der Grenze zu Brambauer, eine eigene Tennisanlage betreibe und mein Auswahlteam selbstverständlich dort auch kostenlos trainieren und spielen lasse. Wir haben schon früher immer in Elmenhorst trainiert, das war nie ein Problem. Heute ist es erstaunlicherweise eins.Wie gehen Sie damit um?Kellermann: Ich nehme es zur Kenntnis. Nicht mehr und nicht weniger. Ich werde meine Anlage – Halle wie Freiplätze – für die Nachwuchsförderung auch weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen. Die Damen haben auf der Ranch eine Heimat gefunden und können sich dort nach Herzenslust austoben. Für mich als Trainer ist es wichtig, dass wir sportlich voran kommen und die Eltern finanziell entlasten, wo es geht. Der TTCL hatte für mich, wie im Übrigen auch für Harald Rother, den eigentlichen Mentor des Konzepts, immer einen ideellen Charakter, keinen kommerziellen."Dass die Damen für den TTCL punkten, ist nicht gewollt" Was passiert nun mit dem erfolgreichen Damenteam?Kellermann: Ginge es nach dem TTC Lünen, sollen die Damen künftig nicht mehr unter dem Dach des TTCL spielen. Dass die Damen weiterhin für den TTCL punkten, ist also nicht gewollt. Ich freue mich sehr darüber, dass die Damen den erfolgreichen Weg mit mir als Trainer weiter gehen werden.Dann müssen Sie sich ja einen neuen Namen einfallen lassen.Kellermann: Unter welchem Namen wir starten, ist völlig zweitrangig. Nach dieser tollen Saison 2007 gibt es überhaupt keinen Zweifel daran, wo die Mädels zuhause und willkommen sind. Es kann jedoch nicht sein, dass wir die Zeit permanent damit verbringen, ständig alles zu diskutieren oder gar zu zerreden. Das ist nicht meine Philosophie von Talentförderung.

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