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Volleyball: Relegation

LSV-Herren spielen um den Verbandsliga-Aufstieg

LÜNEN Bereits zweimal sind die Volleyballer des Lüner SV nur knapp am Aufstieg in die Verbandsliga gescheitert. In den vergangenen beiden Spielzeiten endete der Traum von der Verbandsliga in der Relegation. Am 28. und 29. April startet nun der dritte Versuch. Dann muss sich der LSV gegen die MTG Horst und den Königsborner SV durchsetzen.

LSV-Herren spielen um den Verbandsliga-Aufstieg

Nochmal alles geben müssen Jonathan Kühlmann (Mitte) und Mark Scheffler (rechts) vom Lüner SV, um den Aufstieg in die Verbandsliga über die Relegation zu schaffen.

„Seit Jahren sind wir erfolgreich. Da ist es ärgerlich, dass uns wieder nur ein Punkt zu Oberaden und zum direkten Aufstieg fehlt“, sagt Co-Trainerin Rebecca Keenan, bis zum letzten Jahr noch Chefcoach der LSV-Männer. „Den Spitzenreiter schlagen wir dabei immer. Doch ein anderes Spiel verlieren wir dann.“ In diesem Jahr waren der TuS Hattingen und VV Schwerte mit knappen 2:3-Niederlagen die Lüner Stolpersteine.

Keenan hofft im dritten Versuch nun als Co-Trainerin mit dem LSV den Sprung in die höhere Liga zu schaffen. Sie hatte im vergangenen Jahr nach sieben Jahren den Trainerstab an Karina Zuk weiter gereicht. „Ich hatte das Gefühl, neue Impulse setzen zu müssen. Einerseits wollte ich aufhören, bevor es im Sande verläuft.

Andererseits wollte ich die Mannschaft an jemanden übergeben, von dem ich persönlich überzeugt bin. Das ist mir gelungen.“ Die lizenzierte Trainerin Zuk macht ganz offensichtlich ihren Job, gewann fast alle Landesligaspiele mit den LSV-Herren. Sie wollte Keenan als Co behalten. Zu zweit könne man effektiver trainieren.

Keenan ist sich sicher: Schafft der Lüner SV den Aufstieg, dann würde man in der Verbandsliga nicht gegen den Abstieg spielen. „Doch das größte Problem ist, erst einmal den Sprung zu schaffen. In der Landesliga gibt es einige Gegner, die man im Vorbeigehen besiegen kann. Da reichen schon die richtigen Aufschläge, um zu gewinnen. Sportlich macht das keinen Spaß und am Ende ist man dafür 70 Kilometer gefahren.“ Deshalb wolle man nun endlich in die Verbandsliga.

Keine Hemmungen

Hemmungen vor den entscheidenden zwei Partien gebe es auch trotz des zweimaligen Scheiterns in den Vorjahren keine. „Dafür ist es nur ein Hobby. Man hat nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen“, verdeutlicht Keenan, die einen Vergleich zu den Fußballern des Hamburger SV sucht: „Es ist doch cool, am Saisonende die Relegation als zwei Highlight-Spiele mitzunehmen.“

So erwartet die Lünerin am Freitagabend, 28. April, um 19.30 Uhr in der Halle des Gymnasiums Altlünen viele Zuschauer gegen die MTG Horst. „Schon bei normalen Verbandsliga-Spielen bringt Horst viele Fans und Trommeln mit.“ Der erste Relegationsgegner ist den Lünern in Teilen bekannt, spielten sie doch in der Vorsaison gegen die MTG-Reserve in der Landesliga. Horst habe zwei, drei individuell starke Spieler.

„Jedoch schätze ich die MTG mannschaftlich nicht so stark ein“, sagt Keenan. Die MTG Horst stammt nicht aus Horst/Emscher (Gelsenkirchen), sondern aus Horst/Ruhr, einem Vorort von Essen-Steele. „Zudem ist Horst ein kleiner Lokalrivale des Zweitligisten VV Humann Essen. Die starken Volleyballer schlagen also eher dort auf“, so Keenan.

Dass der LSV am nächsten Freitag mit einem Heimspiel in die Relegation startet, sieht Keenan eher als Nachteil an: „Es wäre doch schöner, in eigener Halle aufzusteigen.“ Läuft alles nach Plan, gelingt der Verbandsliga-Aufstieg einen Tag später in der Nachbarstadt Unna. In der Halle des Hansa-Berufskollegs geht es für die Rot-Weißen nämlich um 15 Uhr gegen einen alten Bekannten: Königsborner SV.

„Ich freue mich auf das Wiedersehen. Das ist eine sympathische Mannschaft, mit der man nach dem Spiel auch ein Bierchen trinken kann“, erklärt Keenan. „Zudem haben wir uns häufig packende Duelle geliefert, oft mit dem besseren Ende für uns.“ Der KSV könnte als Verbandsliga-Absteiger den direkten Wiederaufstieg durch die Relegation schaffen. Königsborn hat es in der anderen Landesliga-Staffel als Tabellenzweiter vor dem letztjährigen Relegationsteilnehmer TV Brilon in die Relegation geschafft.

„Brilon wäre wohl der stärkere Kontrahent gewesen“, sagt Keenan. Somit scheinen die Lüner Chancen auf den Aufstieg gut zu stehen, obwohl es auch in diesem Jahr wieder nur einen Verbandsliga-Platz für die drei Relegationsteilnehmer geben wird.

Clever punkten

Sportlich ist der LSV jedenfalls gut aufgestellt. Zwar wird Martin Lehnhoff wegen einer Schulterverletzung definitiv ausfallen. Und auch der Einsatz des angeschlagenen Martin Minorowicz ist gefährdet. Doch der Lüner Kader ist breit aufgestellt. Das zeigt unter anderem der junge Niklas Röckmann, der in das LSV-Aufgebot rücken wird.

Der 17-jährige Bruder von Dennis Röckmann überzeugte bereits im letzten Saisonspiel gegen Meinerzhagen. „Er ist noch jung. Doch er hat sich im letzten Jahr enorm verbessert“, so Keenan. „Er ist niemand, der auf Angriff spielt. Er ist ein schlauer Spieler, hat den Überblick, um clevere Punkte zu erzielen.“ Vielleicht ist das, was der LSV zum Aufstieg benötigt. 

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