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Lebensfreude trotz Krebskrankheit

LÜNEN Kathrin Bessert strahlt ihr sympathisches Lächeln. Inmitten des Kinofesttrubels wirkt die Vize-Festivalleiterin gelassen und gut gelaunt – obwohl sie eine schwere Krankheitsphase durchlebt.

Lebensfreude trotz Krebskrankheit

Lünen und das Kino Cineworld sind für Kathrin Bessert, stellvertretende Festivalleiterin, besondere Orte.

Sie schöpfe Kraft aus besonderen Quellen, sagt die 37-Jährige. Die Herzenswärme vieler Menschen, aber auch ihre Arbeit, geben ihr Rückhalt. Noch vor einem Jahr trug die Festivalfachfrau ihr Haar halblang, diesmal ist ihr Kopf kahl. „Ich bin`s“, lächelt sie all die an, die plötzlich verunsichert sind. Kathrin Bessert hat Brustkrebs und geht mit ihrer Situation ganz offen um. Zwischen Chemotherapie und Operation organisierte sie das Fest für deutsche Filme in Lünen.

Erster Bestrahlungstermin

 Am Donnerstag kehrte sie nach Berlin zurück – zum ersten Bestrahlungstermin. Ein Leben zwischen Kino und Klinik. Die Krankheit konfrontiert Kathrin Bessert mit der bitteren Realität. Die Diagnose erfuhr sie am 2. Mai. „Ein Gefühl, als wenn man gegen eine Glaswand läuft“, erinnert sie sich.

Normaler Umgang

Ihr Inneres war eine Melange aus vielem – von „es betrifft mich nicht“ oder „das ist eine andere, von der ich erzähle“ bis zum Bewusstwerden der eigenen Situation. Für Kathrin Bessert begann eine aufreibende Zeit: Informationen sammeln und verarbeiten. „Die Ärzte empfehlen eine Behandlung, schlussendlich muss ich selbst entscheiden – das ist das Anstrengste.“ Ihre Form der Verarbeitung ist ein möglichst normaler Umgang mit der Situation. „Eigentlich habe ich gar nicht das Gefühl, dass ich krank bin“, sagt sie und empfindet ihre gute körperliche Konstitution als Glück. Sie sei entspannter geworden, sehe das Schöne der Dinge und denke sich: „Wenn ich das hier schon durchmachen muss, dann will ich auch `was davon haben.“

Liebevoll aufgenommen

Nach der Diagnose informierte sie Festivalleiter Mike Wiedemann und den Veranstalter Pro Lünen. Dass beide ihre Mitarbeit nicht in Frage stellten, bedeutet ihr sehr viel und motivierte ungemein. Sie freut sich heute riesig, dass das Kinofest diesmal ein besonderes und sie mittendrin war. „So liebevoll aufgenommen zu werden in Lünen, das war schön.“

Dunkle Stunden

Doch es gibt auch andere Momente, die dunklen Stunden. „Entscheidend ist für mich, mich dem zu stellen. Das geht allerdings nur mit Unterstützung, die ich zum Glück habe. Man lernt, dass nach dunkel hell kommt“. Unangenehm war es, als die Haar ausfielen. An das kahle Aussehen musste sich die 37-Jährige erst gewöhnen. Inzwischen geht sie auch damit ungezwungen um. Langsam wachsen die Haare wieder.

Berliner Kinofest

Am 30. November steht für Kathrin Bessert das Berliner Kinofest „Around the world in 14 films“ an. Und wieder wird sie sich richtig `reinhängen. Zum Glück habe sie immer jemanden, der auf sie aufpasse und sage: Jetzt ruh dich mal ein wenig aus. Sie selbst könne diese Grenze schlecht ziehen. „Dazu mache ich das alles viel zu gerne und möchte gar nicht aufhören.“ Freude am Leben trotz Krankheit – das empfindet Kathrin Bessert als ein Geschenk. Seitdem weiß sie noch mehr, was es heißt, gute Menschen um sich zu haben – in Lünen wie in Berlin.  

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