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Neuer Verein trägt Namen des Lüner Opfers

„Leon war kein Einzelfall“

Lünen Getötet mit Messern: Leon (14) aus Lünen, Aliya (15) aus Dortmund und Jaden (9) aus Herne verbluteten. Junge Menschen hatten Leon, Aliya und Jaden bei unterschiedlichen Taten Messer in ihre Körper gestochen. Sind es „nur“ tragische Einzelfälle und ist es mittlerweile Usus, dass Teenager Messer bei sich führen und bei Konflikten schnell zustechen?

„Leon war kein Einzelfall“

Zwei Blumensträuße steckten am Zaun der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule zum Gedenken an Leon. Foto: Foto Fiedler

Zehn Menschen, darunter trauernde Eltern, haben am Samstag den Verein „Leon Hoffmann“ gegründet, um nicht nur jungen Leuten die Augen zu öffnen, aufzuklären, über Mobbing und Gewalt zu informieren und Betroffenen Rückhalt zu bieten. „Der Leon war ein Einzelfall – ich kann das nicht mehr hören“, kritisiert Ronny Hoffmann, der Vater von Leon, die öffentliche in Medien verbreitete Aussage mancher Menschen, dass es bei Leon ein „Einzelfall“ gewesen sei. Der trauernde Vater zeigt sich enttäuscht und fühlt sich zusammen mit seiner Frau Daniela auch alleine gelassen, insbesondere von Politikern.

„Wir wurden alleine gelassen“

„Für uns ist das mit einem Einzelfall zu viel“, sagt Ronny Hoffmann und ergänzt: „Wir wurden auch alleine gelassen.“ Damit andere Eltern nicht auch in ein bodenloses Loch fallen, möchten Daniela und Ronny helfen und finden die Vereinsgründung eine gute Sache. Es gibt Menschen, die das Schicksal von Leon nicht kalt gelassen hat, die sich mitgerissen fühlen und helfen wollen. So etwa Josefine Groß aus Lünen-Süd und Gregor Kanne aus Dortmund, die jetzt mit Gleichgesinnten den Verein „Leon Hoffmann“ gründeten.

Die schreckliche Tat

Rückblende: Am 23. Januar starb Leon, Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen. „Mein Sohn war Leons bester Freund“, erklärt Josefine Groß und wirkt betroffen. Leons Eltern sitzen mit ihr am Tisch und freuen sich über den persönlichen Rückhalt, den sie heute erfahren. „Wir dürfen nicht die Augen zumachen, wir wollen ein großes Gehör schaffen und planen einen Benefiz-Tag für den 6. Mai, Leons 15. Geburtstag“, so Josefine Groß. Auch Leons Eltern möchten dabeisein. Der Verein, er soll nun ins Vereinsregister eingetragen werden, möchte in Absprache mit Schulen dort aktiv werden, Aktionen, Podiumsdiskussionen mit Experten bis hin zu möglichen Einzelgesprächen oder die Vermittlung geeigneter Therapiemaßnahmen anbieten sowie das Thema Mobbing und Gewalt erörtern. „Sobald Waffen in der Tasche sind, fängt die Problematik an“, bringt es Gregor Kanne, stellv. Vereinsvorsitzender, auf den Punkt.

Kein Gruppenfoto

Notiz am Rande: Die weiteren Vorstandsmitglieder, darunter Jadens Mutter Jeanette Fernau (Schriftführerin), Roger Moses (Kassierer) und die Jugendvertreter Jean-Luiz Groß sowie Dominik Brüning baten, auf ein Gruppenfoto in der Presse zu verzichten.

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