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Autorin Anne Barns in der Stadtbücherei Lünen

Lesung wird zum Leckerbissen

Lünen Anne Barns liest in der Stadtbücherei aus ihrem Werk „Apfelkuchen am Meer“ vor. Auf der Insel Juist wird ein Familiengeheimnis gelüftet.

Lesung wird zum Leckerbissen

Beate Convent (re.), Leiterin der Stadtbücherei, stellt dem Publikum die Autorin Anne Barns vor, Foto: Rudolph Lauer

Der unverkennbare Duft nach Apfelkuchen durchströmt den Eingangsbereich der Stadtbücherei. Fleißige Hände von Mitgliedern des Fördervereins haben etliche Kuchen aus diesem schmackhaften Obst gebacken und hübsch dekoriert auf einem Kaffee- und Kuchenbuffet angerichtet. Um diesen Kuchen geht es nämlich in Anne Barns Roman „Apfelkuchen am Meer“, der sich offensichtlich gut verkauft. Denn über 60 Personen sind der Einladung der Stadtbücherei gefolgt, um der Lesung der Autorin zu lauschen.

Guter Auftakt

Beate Convent, die Leiterin der Stadtbücherei, ist mit diesem Echo sehr zufrieden: „Das ist ein guter Auftakt für weitere Lesungen mit namhaften Autoren. Wir können uns gut vorstellen, ein derartiges Angebot fest zu installieren, die Nachfrage ist jedenfalls da.“ Und Anne Barns eröffnet die Lesung mit einem am Morgen noch eigens zubereiteten kulinarischen Appetizer, Toast mit Apfelbutter, bevor sie mit dem ersten Kapitel beginnt. Das heißt, es beginnt eigentlich Andrea Russo, eine Schriftstellerin aus Oberhausen, die bis vor vier Jahren noch als Lehrerin in einer Förderschule gearbeitet hat und sich seitdem ganz dem Romanschreiben widmet. Anne Barns oder Anna Rosendahl – das sind ihre Autoren-Pseudonyme, die sie auf Wunsch des Verlages angenommen hat.

Frauenliteratur in der Ich-Form

Anne Barns steht für Inselromane, in „Apfelkuchen am Meer“ ist es die Insel Juist, die von etwa der Hälfte des nahezu ausschließlich weiblichen Publikums bereits besucht worden ist. Denn Russos Romane sind Frauenliteratur, bei der eine Protagonistin in der Ich-Form über Gegenwärtiges, oftmals zuvor als schwierig Erlebtes und sich anbahnendes Neues berichtet. Es sind klar strukturierte Kapitel mit verständlichem Satzbau, welche die Handlung vorantreiben und ein empathisches Eintauchen in die agierenden Romanfiguren ermöglichen. Inhaltlich stehen Familienkonstellationen im Mittelpunkt, die ein Geheimnis mit sich herum schleppen, das der Lösung bedarf. Anne Barns‘ Heldin heißt Merle, die nach Juist kommt und schließlich das Geheimnis lüften kann. Barns Vorliebe für Süßspeisen fließt in den Roman mit ein. Familienrezepte verleihen der Geschichte einen Appetit anregenden Kick. Barns erzählt mit angenehmer Stimme, lässt mit entwaffnendem Lächeln auch Privates einfließen („die Figuren haben viel von mir und aus meinem familären Umkreis“) und weicht charmant auch einer plötzlich aufkommenden Diskussion über das Funktionsprinzip des „Toter-Mann-Liegen“ auf der Wasseroberfläche nicht aus.

Ein neuer Barns-Roman

Sie informiert das gut gelaunte Publikum, dass ein neuer Barns-Roman kürzlich erschienen ist („Drei Schwestern am Meer)“ und auf der Insel Rügen spielt. Außerdem soll im September von Andrea Russo das erste Buch aus der neuen Reihe „Spätsommerromane“ veröffentlicht werden. „Das ist ja das Erfreuliche, dass Erfolgsautorinnen nach Lünen zu einer Lesung kommen,“ strahlte Doris Seemann aus Lünen, die den Juist-Roman bereits gelesen hatte, „denn so erhalten wir Leserinnen auch die Chance für ein persönliches Kennenlernen. Und das war heute großartig!“

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