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„I Bims“ und „Vong“

Lüner Agentur lässt sich Begriffe als Marke schützen

Lünen Eine Lüner Werbeagentur hat sich zwei Worte aus der Jugendsprache als Marke schützen lassen. Die, die diese Jugendsprache groß gemacht haben, finden das allerdings gar nicht witzig. Denn es geht um viel Geld.

Lüner Agentur lässt sich Begriffe als Marke schützen

Solche Tassen bietet die Agentur Schritt Media bei Amazon an. Foto: Foto: Fröhling

„Halo, I bims, 1 Fux vong Verstand her“. So steht es auf einer Tasse, die die Firma Juniwords beim Internet-Versandhändler Amazon für 14,90 Euro anbietet. Das ist, vorsichtig ausgedrückt, gewöhnungsbedürftige Rechtschreibung. Aber genau das ist der Gag, zumindest wenn man den knapp 360.000 Fans der Facebook-Seite „Nachdenkliche Sprüche mit Bilder“ glauben darf. Von solchen gewollt falschen Sprüchen kombiniert mit träumerischen Bildern lassen sich vor allem Jugendliche beim Besuch der Seite erheitern. So viele, dass die Kombinationen „I bims“ und „vong her“ auch zu den 30 Kandidaten für das Jugendwort des Jahres 2017 zählt, das der Langenscheidt Verlag jährlich sucht. Hinter der Facebook-Seite steht ein Mann namens Sebastian Zawrel.

Anfang Juni eingetragen


Hinter der Firma Juniwords, die genau diese Tassen und 2000 weitere Artikel verbreitet, dagegen die Lüner Agentur Schritt Media. Die sitzt an der Cappenberger Straße und gestaltet sonst Flyer, Webseiten und Online-Shops.

Diese Agentur hat sich – so blöd das klingt – jetzt die Rechte an „I bims“ und „Vong“ gesichert. Beide sind, das kann man beim Deutschen Patent- und Markenamt nachlesen, schon Anfang Juni eingetragen worden. Und genau das sehen manche als Problem.

Denn Zawrel selbst versucht, mit diesen Begriffen Geld zu verdienen, bot zum Beispiel Tassen mit lustigen Sprüchen auf Amazon an. Diese Artikel hat Amazon jetzt aber aus dem Sortiment genommen, „weil die Tassen gegen Markenschutzrechte verstießen“, wie Zawrel gegenüber der Branchenseite „Online Marketing Rockstars“ erklärte.

Abmahnungen an Webshops?

„Ich habe mich schon ziemlich geärgert“, heißt es dort weiter, „das sind Unternehmen, die da wie die Geier ankommen, was Kreatives von anderen Menschen aufgreifen und meinen, damit gut Kohle verdienen zu können.“ Andere Blogs berichten online, die Agentur Schritt Media würde sogar Abmahnungen an Webshops verschicken, die noch „I bims“ und „Vong“ Produkte vertreiben.

Das jedoch sei nicht der Fall, berichtet Mike Hribek, Vertriebschef bei Schritt Media. „Wir haben nicht einen einzigen Händler abgemahnt und das ist auch nicht unsere Absicht“, sagte er jetzt auf Anfrage. Aber: „Amazon schützt die Rechte seiner Markthändler und setzt das durch. Das ist legitim.“

Wirtschaftliche Gründe

Aus wirtschaftlichen Gründen, natürlich, habe sich die Agentur die Begriffe patentieren lassen. Ob sich die „Vong“- und „I bims“-Artikel denn gut verkaufen? Dazu will Hribek auf Anfrage nichts sagen. Er verweist außerdem darauf, dass die Agentur nicht alleine damit ist, sich die Rechte an den Begriffen zu sichern. Schritt Media darf die Begriffe nur auf bestimmte Gepäckstücke, Geschirr und Kleidung drucken.

Die Geschichte hat sich im Netz verbreitet. Ob Blogs, juristische Fachseiten oder der Onlineauftritt der Berliner Morgenpost: Alle berichten über die Lüner Agentur und ihre „I bims“-Tassen. Und zumindest online tut der Werbeagentur das gar nicht gut. 36 Bewertungen hat Schritt Media bei der Suchmaschine Google bekommen. Alle innerhalb der letzten Tage, alle mit der schlechtmöglichsten Bewertung: einem von fünf möglichen Sternen. Manche Nutzer beweisen immerhin Kreativität. Einer schreibt: „I bims, 1 schlechte Rezension.“

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