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Traditionsbäckerei

Lüner Bäckerei Schulte meldet Insolvenz an

Lünen 50 Jahre haben Hartmut und Ursula Schulte das Familienunternehmen Bäckerei Schulte geführt. Mit erst zehn, später drei Filialen. Jetzt wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, die drei Geschäfte in der Innenstadt und Lünen-Süd sind geschlossen. 19 Mitarbeiter sind ebenfalls betroffen. Wie geht es jetzt für sie weiter?

Lüner Bäckerei Schulte meldet Insolvenz an

Die Filiale der Bäckerei Schulte an der Lange Straße in der Fußgängerzone ist geschlossen. Wie auch die Filiale an der Münsterstraße und das Hauptgeschäft an der Jägerstraße.

„Unsere Familie backt seit 1878, ich habe das Geschäft vor 50 Jahren von meinem Vater übernommen“, so der 77-jährige Bäckermeister am Montag auf Anfrage. Seine Frau, die das Geschäft mitgeführt hat, ist 75 Jahre alt. Einen Nachfolger, der die Bäckerei übernommen hätte, gibt es nicht.

217 Medaillen der Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) haben Produkte der Bäckerei im Laufe der Jahre gewonnen. „Meine oberste Priorität war immer Qualität“, sagt Schulte, der den Vatikan mit Stollen und den BVB mit Gebäck beliefert hat.

Von den Bereibern selbst gab es bisher keine Stellungnahme

„Hartmut Schulte ist einer der ältesten Bäckermeister in Lünen“, so Zayde Torun, Sekretär der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) in Dortmund. In den vergangenen sechs Jahren haben zahlreiche bekannte Bäckereien im Bereich Lünen und Dortmund schließen müssen. „Die Großen werden immer größer. Wer keine innovativen Ideen hat und beispielsweise auch vegane oder glutenfreie Brötchen anbietet, kommt nicht mehr mit“, so die Erfahrungen der Gewerkschafts-Vertreterin. Zudem unterböten die Discounter mit Backshops alle Bäckereien: „In Deutschland wird an Lebensmitteln gespart.“

Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Markus Birkmann aus Dortmund. Die zuständige Mitarbeiterin erklärte, die Kanzlei werde der Presse gegenüber keine Stellungnahme abgeben. Nach Auskunft der NGG habe sich der vorläufige Insolvenzverwalter am Donnerstag vor Ort ein Bild von der Lage gemacht.

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Die Zukunft der 19 Mitarbeiter ist ungewiss

„Wir wissen von einem Beschäftigten, dass ihm der halbe Junilohn fehlt“, so Zayde Torun. Noch seien nach ihrer Information keine Kündigungsschreiben an die 19 Mitarbeiter, die in der Backstube und in den drei Geschäften tätig waren, herausgegangen. Solange müssten sie ihre Arbeit noch zur Verfügung stellen oder Urlaub einreichen. „Vielleicht gehen die Filialen ja an eine andere Bäckerei über, dann könnten die Mitarbeiter ihre Arbeitsstellen behalten“, hoft Zayde Torun.

Außerdem sollte, so die Gewerkschafts-Vertreterin, es eine Mitarbeiterversammlung geben, an der der Arbeitgeber und der Insolvenzverwalter teilnehmen. „Dabei sollten die Mitarbeiter auch erfahren, wie sie weiter vorgehen sollen, um Geld zu bekommen. Die Leute kennen sich ja nicht aus mit der Vorgehensweise bei einer Insolvenz.“ Auch die Frage, ob es eine Mitarbeiterversammlung geben wird, wurde von der Kanzlei des vorläufigen Insolvenzverwalters nicht beantwortet.

Klar sei, so Zayde Torun, dass die Frist für die Mitarbeiter, wenn sie selbst kündigen wollen, nur bei drei Monaten liege – aufgrund der Insolvenz.

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