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Mit Umfrage

Lüner Händler wollen keinen Abendmarkt einführen

LÜNEN Aus Dortmund schwappte diese Idee auch nach Lünen: Warum nicht die Wochenmarktzeiten auf Nachmittag und Abend ausdehnen und mit diesem Konzept des "Feierabendmarktes" Berufstätigen entgegen kommen? Viele Verbraucher mögen das toll finden - die Händler aber gar nicht. Wir haben mal nachgefragt. Und auch Sie können abstimmen.

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„Wir halten nicht viel davon, weil es für uns logistisch schwer umzusetzen wäre“, so Thomas Fränzer, Sprecher der Lüner Markthändler. Einmal hat er bei einem Abendmarkt mitgemacht, „das war bei einem Event in Iserlohn“, aber regelmäßig kann sich Fränzer das nicht vorstellen. „Wenn wir die Märkte bis 20 oder 21 Uhr beschicken und morgens um 2 Uhr wieder raus müssen, das geht einfach nicht.“ Man müsste dann auch mehr Personal einstellen. „Wir bieten auch einen Lieferservice, den Berufstätige nutzen können, die nicht auf den Markt kommen“, so Fränzer.

Imker Erwin Grünebaum aus Nordkirchen, der jeden zweiten Freitag seinen Honig auf dem Lüner Wochenmarkt anbietet, hat kein Interesse an einem Abendmarkt. „Schon gar nicht im Sommer, da habe ich mit meinen Bienen genug zu tun.“ In Werne versuche man ab April einen Abendmarkt am Donnerstag zu etablieren, „aber ob ich da mitmache, weiß ich noch nicht.“

Ebenfalls ein „absolutes Nein“ kommt von Händler Helmut Rothner, dessen Familie seit fast 100 Jahren Fisch verkauft: „Wir stehen um 1 Uhr auf und sind froh, wenn wir gegen 14.30 Uhr auf dem Markt Feierabend haben.“ Es gebe auch nicht mehr viele Nachmittagsmärkte, gerade noch in Olfen und Herten-Westerholt: „Aber der läuft nur noch bis Ostern und wird dann schließen.“ Es werde sich „sicher immer jemand finden, der auf solchen Abendmärkten steht, wir werden es nicht sein.“

Freitagmorgen auf dem Lüner Wochenmarkt. Trotz winterlicher Temperaturen sind viele Kunden unterwegs, kaufen fürs Wochenende ein: Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch oder Kartoffeln. Die meisten Einkäufer sind ältere Leute, denn Berufstätige können den Markt eher nicht nutzen. Schließlich ist er am Mittag vorbei. In Nachbarstädten kam schon die Idee auf, es mit Abendmärkten zu versuchen. Nun kommt auch in Lünen der Vorschlag. Doch bei vielen Händlern und Kunden kommt das nicht so gut an.

Gründe gegen den Abendmarkt

„Wir halten nicht viel davon, weil es für uns logistisch schwer umzusetzen wäre“, sagt Thomas Fränzer, Sprecher der Lüner Markthändler. „Wenn wir die Märkte bis 20 oder 21 Uhr beschicken und morgens um 2 Uhr wieder raus müssen, das geht einfach nicht.“

Man müsste dann auch mehr Personal einstellen. „Wir bieten auch einen Lieferservice, den Berufstätige nutzen können, die nicht auf den Markt kommen“, sagt Fränzer. Auch Kitas und andere Einrichtungen beliefert er. „Das läuft, so einen Abendmarkt brauchen wir nicht.“

DORTMUND Die City könnte künftig um einen Wochenmarkt reicher werden. Die Markthändler sind mit der Stadt im Gespräch über einen sogenannten Feierabend-Markt. Zielpublikum sind vor allem Berufstätige. Zwei mögliche Wochentage haben die Organisatoren auch schon ins Auge gefasst.mehr...

Ebenfalls ein „absolutes Nein“ kommt von Händler Helmut Rothner. Seine Familie verkauft seit fast 100 Jahren Fleisch. „Wir stehen um 1 Uhr auf und sind froh, wenn wir gegen 14.30 Uhr auf dem Markt Feierabend haben.“ Es gebe auch nicht mehr viele Nachmittagsmärkte, gerade noch in Olfen und Herten-Westerholt. „Aber der läuft nur noch bis Ostern und wird dann schließen.“ Es werde sich „sicher immer jemand finden, der da steht. Wir werden es nicht sein“.

An wen muss gedacht werden?

Imker Erwin Grünebaum aus Nordkirchen bietet jeden zweiten Freitag seinen Honig auf dem Lüner Wochenmarkt an. Auch er hat kein Interesse an einem Abendmarkt. „Schon gar nicht im Sommer, da habe ich mit meinen Bienen genug zu tun.“ In Werne versuche man ab April einen Abendmarkt am Donnerstag zu etablieren. „Ob ich da mitmache, weiß ich noch nicht", sagt Grünebaum.

Für Berufstätige sei die Idee nicht schlecht, meint Bäckereiverkäuferin Anne Owczarzak, die für die Firma Düwell auf dem Wochenmarkt steht. „Aber natürlich müsste dann das Personal gewechselt werden.“ Sie kommt um kurz nach 6 Uhr auf den Markt und baut gegen 13 Uhr ab.

Kundin Margarethe Klinger hält nichts von einem Abendmarkt: „Ich gehe abends nicht mehr raus und morgens treffe ich hier viele Leute.“ Eine Lünerin, die ihren Namen nicht nennen will, ist grundsätzlich gegen abend- und sonntägliche Einkaufsmöglichkeiten. „Ich war früher selbst Verkäuferin. Man muss auch an das Personal denken", sagt sie.

Für Gerd Knüpp ist ein Abendmarkt „eine interessante Idee“: „Man muss die Innenstadt attraktiver gestalten. Für Leute wie mich, die in der Innenstadt wohnen, ist es schwierig, landwirtschaftliche Produkte einzukaufen.“

 

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„Wir halten nicht viel davon, weil es für uns logistisch schwer umzusetzen wäre“, so Thomas Fränzer, Sprecher der Lüner Markthändler. Einmal hat er bei einem Abendmarkt mitgemacht, „das war bei einem Event in Iserlohn“, aber regelmäßig kann sich Fränzer das nicht vorstellen. „Wenn wir die Märkte bis 20 oder 21 Uhr beschicken und morgens um 2 Uhr wieder raus müssen, das geht einfach nicht.“ Man müsste dann auch mehr Personal einstellen. „Wir bieten auch einen Lieferservice, den Berufstätige nutzen können, die nicht auf den Markt kommen“, so Fränzer.

Imker Erwin Grünebaum aus Nordkirchen, der jeden zweiten Freitag seinen Honig auf dem Lüner Wochenmarkt anbietet, hat kein Interesse an einem Abendmarkt. „Schon gar nicht im Sommer, da habe ich mit meinen Bienen genug zu tun.“ In Werne versuche man ab April einen Abendmarkt am Donnerstag zu etablieren, „aber ob ich da mitmache, weiß ich noch nicht.“

Ebenfalls ein „absolutes Nein“ kommt von Händler Helmut Rothner, dessen Familie seit fast 100 Jahren Fisch verkauft: „Wir stehen um 1 Uhr auf und sind froh, wenn wir gegen 14.30 Uhr auf dem Markt Feierabend haben.“ Es gebe auch nicht mehr viele Nachmittagsmärkte, gerade noch in Olfen und Herten-Westerholt: „Aber der läuft nur noch bis Ostern und wird dann schließen.“ Es werde sich „sicher immer jemand finden, der auf solchen Abendmärkten steht, wir werden es nicht sein.“

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