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Hilfe für Kriegsverletzte

Lüner Neurochirurg operiert im Krisengebiet Gaza

LÜNEN Die Stadt Gaza ist momentan ein gefährliches Reiseziel: Seit Wochen herrscht dort Krieg zwischen Israelis und Palästinensern. Der Neurochirurg Dr. Samir Kazkaz wird sich am 4. August trotzdem auf den Weg nach Gaza machen. Er verbringt dort seinen Urlaub - in einem Hospital wird er Verletzte operieren.

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Bei einer früheren Reise in den Nahen Osten entstand dieses Bild von Dr. Samir Kazkaz mit Patientinnen.

Dr. Samir Kazkaz reist von Lünen nach Gaza, um dort Verletzte zu operieren.

Angst hat Dr. Samir Kazkaz nicht. Ihn treibt der Wunsch an, Menschen in Kriegsgebieten zu helfen. Deshalb fliegt der engagierte Lüner Neurochirurg am 4. August in die jordanische Hauptstadt Amman, fährt von dort aus mit einem Auto an die Grenze zu Gaza und will dann zwei Wochen lang in einem Hospital in Gaza Verletzte operieren.

Kazkaz reist wieder in seinem Urlaub dorthin, wird wieder viele Stunden täglich im OP stehen, um schwer Verletzten eine Perspektive zu geben. Wie jedes Jahr seit 1998, als der Arzt des St.-Marien-Hospitals zum ersten Mal in seinem Urlaub in Krisengebieten operierte. „Meistens zwei- bis dreimal im Jahr“, erzählt der 65-Jährige. Doch zuletzt gab es Probleme. Eigentlich wollte Kazkaz im Mai von Ägypten aus hinüber nach Gaza, doch an der israelischen Grenze war Endstation, man ließ ihn nicht einreisen. „Ich hab es zweimal versucht, vergeblich.“ Im Juni war er dafür an der türkisch-syrischen Grenze, um Kriegsverletzte aus seinem Heimatland Syrien zu behandeln und zu operieren. „Da war ich mittlerweile dreimal.“

Jetzt reist er im Auftrag und unter dem Schutz des Internationalen Roten Kreuzes. Und hofft, nun auch tatsächlich nach Gaza einreisen zu können. „Über Ägypten geht es nicht, deshalb fliege ich nach Jordanien.“ Vom Flughafen in Amman wird er die 150 bis 170 Kilometer bis zur jordanisch-israelischen Grenze im Auto zurücklegen. Im Gepäck hat er Medikamente und auch einige Instrumente. „Ich hoffe, ich kann alles auch mit nach Gaza nehmen.“ Bislang hat er stets in einem europäischen Hospital im Süden Gazas operiert. Dort hat er auch alle nötigen Instrumente. Wenn die Angriffe auf beiden Seiten immer noch weitergehen, will er aber in einem Hospital in der Mitte von Gaza arbeiten. „Weil dort dann mehr Verletzte sein werden.“

Natürlich hofft er mit den Menschen im Nahen Osten, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen schnell beendet werden. „Wenn das der Fall ist, operiere ich wieder im europäischen Krankenhaus in Gaza, weil ich da alle Instrumente zur Verfügung habe.“ Angst hat er keine, auch wenn es „diesmal wohl gefährlicher werden könnte, weil auch schon zwei Krankenhäuser bombardiert worden sind." Seine Familie allerdings lässt ihn nur ungern nach Gaza. Zumal seine Tochter in einigen Wochen ihr erstes Kind erwartet und ihren Vater lieber in Lünen wüsste.   

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Bei einer früheren Reise in den Nahen Osten entstand dieses Bild von Dr. Samir Kazkaz mit Patientinnen.

Dr. Samir Kazkaz reist von Lünen nach Gaza, um dort Verletzte zu operieren.

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