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19-Jähriger verurteilt

Lüner hat Spielhalle überfallen und Polizei angegriffen

LÜNEN Probleme mit der Polizei hatte der 19-jährige Lüner bekommen, weil er sich gleich zweimal betrunken mit Beamten anlegte - in einem Fall sogar einer Polizistin eine Kopfnuss gab. Doch das war nicht der einzige Vorwurf vor Gericht: Mit einem Messer hatte er im Februar eine Spielhalle in Brambauer überfallen. Nun wurde er verurteilt.

Lüner hat Spielhalle überfallen und Polizei angegriffen

Diese Spielhalle an der Königsheide in Brambauer hatte der 23-Jährige im Februar mit gezücktem Messer überfallen.

Zwei neue Sanktionsmöglichkeiten für jugendliche Straftäter wurden am Dienstag im Amtsgericht verhängt: Der Warnschuss-Arrest und die Vorbewährung. Diese Möglichkeiten sieht das Jugendgerichtsgesetz seit 2012 vor.Vom Komplizen belastet Vor Gericht musste sich der Angeklagte aus Lünen wegen insgesamt drei Vorfällen verantworten: Der 19-Jährige sollte am frühen Morgen des 12. Februar mit einem Komplizen eine Spielhalle an der Königsheide in Brambauer überfallen haben. Der später gefasste Mittäter brachte die Polizei auf die Spur des Lüners. Mit Strumpfmasken auf dem Kopf und Messern in der Hand hatten zwei Männer die 36-jährige Spielhallenaufsicht gezwungen, Geld aus Kasse und Tresor in eine Tüte zu packen. Sie verschwanden mit knapp 2000 Euro Beute.

BRAMBAUER Mit gezücktem Messer haben zwei maskierte Räuber in der Nacht zu Dienstag gegen 00.15 Uhr eine Spielhalle an der Straße Königsheide im Lüner Stadtteil Brambauer überfallen. Sie erbeuteten Bargeld und konnten fliehen. Die Polizei sucht Zeugen.mehr...

Doch anstatt sich nach diesem Raub von der Polizei fernzuhalten, zettelte der Lüner zweimal eine Auseinandersetzung an: Bei zwei Polizeieinsätzen am 22. und 28. Februar hatte sich der 19-Jährige betrunken mit Beamten angelegt. Er beschimpfte und bespuckte sie, drohte mit Schlägen und versetzte einer Beamtin eine Kopfnuss. Und das alles ohne Not, wie die Beamten vor Gericht erklärten: Der Angeklagte habe mit den Einsätzen gar nichts zu tun gehabt. Trotzdem stellte er sich in einem Fall den Polizisten in einem Treppenhaus entgegen. Vier Polizisten hätten ihn am Ende bändigen müssen.

Den Widerstand gegen die Polizeibeamten räumte der Angeklagte vor Gericht zwar ein. Genaue Erinnerungen habe er aber nicht mehr, zu betrunken sei er gewesen. Er trinke schon seit vier Jahren regelmäßig. Auch den Überfall auf die Spielhalle gestand er. Der Komplize habe ihn dazu überredet. Zu einer Entschuldigung bei der Aufsicht konnte der 19-Jährige sich aber nicht durchringen. Erst als der Richter ihm vorwarf, „keinen Arsch in der Hose“ zu haben, bat der Angeklagte um Verzeihung.

Das Urteil: 18 Monate Jugendstrafe mit Vorbewährung. Soll heißen: Bis vier Monate nach dem Urteil prüft das Gericht, ob der Lüner eine Therapie angefangen hat und seine Lehre absolviert. Für Oktober hat der junge Mann eine Lehrstelle gefunden – den Vertrag legte er dem Richter vor. Sollte er die Auflagen nicht einhalten, droht die Verbüßung der Strafe. Um der Sache Nachdruck zu verleihen, muss der Angeklagte zu Beginn einen vierwöchigen Arrest, den Warnschuss-Arrest, antreten.

 

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