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Lüner legen mehr Geld auf die hohe Kante

LÜNEN Weil sie offenbar fürchten, dass die Zeiten nicht besser, sondern schlechter werden, legen Bürger Geld auf die hohe Kante. Angstsparen heißt das Phänomen. Die Sparkasse Lünen spürt es: Um 14 Millionen Euro ist der Bestand an Spareinlagen und Wertpapieren im ersten Halbjahr 2008 gestiegen.

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Die Fusion der Sparkassen Lünen-Selm und Werne steht bevor.

"Ich teile die Einschätzung, dass sich die Konjunktur abkühlt. Es wird insgesamt ruppiger", erklärte Vorstandsvorsitzender Ulrich Fischer .

Die weltweite Finanzkrise sei noch nicht zu Ende, werde die Realwirtschaft erreichen. Die privaten Haushalte sieht der Sparkassenchef vor allem durch steigende Energiekosten belastet: "Woher soll da der private Konsum kommen?"

Im ersten Halbjahr konnte sich die Sparkasse über ein lebhaftes Kreditgeschäft freuen. "Es wurde vor allem von den gewerblichen Kunden getragen. Das löst Investitionen vor Ort aus", so Fischer.

Auffallend viele Unternehmen haben ihre Gewinne in die Tilgung von Krediten gesteckt. "Unsere Kunden tilgen fast schon zu viel. Wir müssen jährlich 100 Millionen Euro im Neugeschäft machen, um den Bestand zu halten", sagte Vorstandsmitglied Bernhard Schreiter.Inverse Zinsstruktur

Angesichts einer inversen Zinsstrukur (kurzfristige Anlagen bringen mehr als langfristige) und einer Talfahrt an den Börsen erwartet Ulrich Fischer für die Sparkasse am Ende des Jahres ein "befriedigendes Ergebnis".

Absolut unbefriedigend aus Sicht des Vorstandes ist der von der Landesregierung verabschiedete Entwurf zur Novellierung des Sparkassengesetzes. "Da steht alles drin, was aus unserer Sicht Gift ist", betonte Fischer. Er fürchtet, dass die geplanten Regelungen ein "Einfallstor für die Privatisierung der Sparkassen" öffnen und "kommunales Vermögen Richtung Land verschoben wird". Am Ende stehe de facto der Verlust der Selbständigkeit der Sparkassen.

Verlust der Selbstständigkeit "Dieser Landesregierung traue ich alles zu", meinte Schreiter,

Wahrscheinlich komme es zu einem "heißen Herbst" mit Protestaktionen. Fischer bittet schon jetzt um das Verständnis der Kunden, "wenn unsere Mitarbeiter dann mal alle nach Düsseldorf gehen werden."

Dass die Düsseldorfer WestLB den Bau des Trianel-Kraftwerks mit 1,3 Mrd. Euro finanziert (wir berichteten), wertete Fischer als positives Signal. Ein solcher Vertrag spreche für die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

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