Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

13-Millionen-Investition

Neue Feuerwache in Betrieb genommen

LÜNEN Es ist ein historischer Tag, doch er wurde begangen ohne geladene Gäste, ohne erhobene Gläser, ohne feierliche Reden. Die Feuerwehr Lünen nahm am Mittwoch (30. Mai)) ihre neue Hauptwache in Betrieb. Einfach so. Wir stellen die neue Wache im Detail vor.

Neue Feuerwache in Betrieb genommen

Die Wache war die größte Hochbauinvestition der letzten 30 Jahre.

Rundgang durch die neue Feuerwache

Die Einfahrt  zur neuen Hauptfeuerwache. Hinter den gelben Markisen befindet sich die Einsatzzentrale.
In der Halle der Hauptwache stehen ein Einsatzleitwagen, ein Löschgruppenfahrzeug, eine Drehleiter, ein Rüstwagen und drei Wechselladerfahrzeuge für Abrollbehälter einsatzbereit. Es gibt Abrollbehälter (Container) für verschiedene Einsatzszenarien, wie z.B. Brandbekämpfung, Ölunfall, gefährliche Stoffe u. Güter.
Normalerweise macht in der Feuerwehreinsatzzentrale ein Feuerwehrmann Dienst und koordiniert die Einsätze. Sollte es die Einsatzlage erfordern, wird das Personal kurzfristig aufgestockt. Der Funkverkehr läuft noch analog, doch die Zentrale ist technisch bereits auf die Umstellung auf Digitalfunk vorbereitet.
Bei Großeinsätzen versammelt sich in diesem Raum der Stab für außergewöhnliche Ereignisse. Ihm gehören Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt, städtischen Abteilungen, Hilfsorganisationen und anderen Behörden an.
In der Alarmumkleide schnappen sich die Feuerwehrleute Helm und Einsatzkleidung, bevor sie ins Fahrzeug steigen. In den Schlitz des Schließfachs können Schlüssel oder andere kleinere persönliche Gegenstände geworfen werden.
Die Chemikalienschutzanzüge werden in einer speziellen Waschanlage gereinigt und stehen dann für den nächsten Einsatz bereit.
Blick in Archiv und Lager: Hier befinden sich neben diversen Gegenständen  die Einsatzprotokolle und etwa 600 Personalakten von aktiven und ehemaligen Feuerwehrleuten.
Sie ist eine von drei Stationen der Atemschutzübung. Bei völliger Dunkelheit müssen die Feuerwehrleute hier mit Atemschutzgerät ihren Weg suchen und zum Beispiel "Menschen" (eine Puppe) retten. Nach der Kriechstrecke (Foto) wartet der so genannte Zielraum. Er kann vernebelt und auf 85 Grad aufgeheizt werden, um realistische Einsatzbedingungen zu simulieren.
In der Atemschutzwerkstatt werden die Atemluftflaschen gewartet und gefüllt.
In der Containerhalle hat die Jugendfeuerwehr ihr Fahrzeug, einen Anhänger und Geräte wie z.B. Zelte untergebracht.  Darüber hinaus stehen hier weitere Abrollbehälter zum Beispiel für Personendekontamination. Die Halle ist auch Lagerort u.a. für Sandsäcke, Schaummittel, Motorboot, Gabelstapler, Reservelöschfahrzeug, Reifen und weitere Geräte.
Hier stehen diverse Geräte, mit denen die Feuerwehrleute ihre körperliche Fitness trainieren können.
Hier halten sich die Einsatzfahrzeuge des Löschzuges 1 Lünen-Mitte bereit. Ein Mannschaftstransportwagen, zwei Löschgruppenfahrzeuge und ein Gerätewagen Messtechnik. Der LZ Mitte hat in der Hauptwache sein Domizil und ist einer von sieben Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr, die die hauptamtlichen Feuerwehrkräfte unterstützen.
In der Halle der Hauptwache stehen ein Einsatzleitwagen, ein Löschgruppenfahrzeug, eine Drehleiter, ein Rüstwagen und drei Wechselladerfahrzeuge für Abrollbehälter einsatzbereit. Es gibt Abrollbehälter (Container) für verschiedene Einsatzszenarien, wie z.B. Brandbekämpfung, Ölunfall, gefährliche Stoffe u. Güter.
Verschiedene Typen von Hydranten im Innenhof dienen zu Übungszwecken.
In der Wache gibt es insgesamt 14 Bildschirme zur Information der Feuerwehrleute.
Ein Farbleitsystem erleichtert die Orientierung im Gebäudekomplex. Orange sind beispielsweise die Räume der Jugendfeuerwehr gekennzeichnet.
In der Kleiderkammer lagert die Bekleidung für die 250 Lüner Feuerwehrkräfte und die knapp 50 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr. Die Einsatzkleidung eines Feuerwehrmannes muss übrigens nach 15 Wäschen ersetzt werden, weil sonst die hitzeabweisende Membran nicht mehr funktioniert.
Die Feuerwehrleute versorgen sich selbst. Hier ein Blick in eine der Küchen. Es gibt im Gebäude drei Bereiche (für die Hauptwache, den Löschzug 1 und die Jugendfeuerwehr), die multifunktional genutzt werden können, zum Beispiel als Aufenthaltsraum, Schulungsraum oder zum Essen. Den Räumen ist jeweils eine Küche angegliedert. Zudem gibt es noch einen Bereitschaftsraum.
Von der Leitzentrale aus wird die Atemschutz-Übungsstrecke gesteuert und überwacht.
Im Materiallager werden Reservegeräte für Brandeinsätze und die technische Hilfeleistung vorgehalten.
Das Notstromaggregat hat eine Leistung vom 200 Kilovoltampere (kVA) und springt ein, sollte die Wache einmal von der Stromversorgung abgeschnitten sein.
Wie ein kleiner Hörsaal, mit 20 Sitzplätzen, ist der Planspielraum ausgestattet. Hier können verschiedene Einsatzszenarien durchgespielt werden.
In der Rettungswagenhalle halten sich u.a. Rettungswagen und Intensivtransportwagen einsatzklar. Der Halle ist ein Desinfektionsraum angeschlossen, in dem medizinische Geräte nach dem Einsatz desinfiziert werden, bevor der nächste Einsatz folgt.
In der Wache gibt es 17 Ruheräume, ausgestattet mit Bett, Tisch und Stuhl.
Die Schlauchwaschanlage reinigt bis zu 15 Schläuche pro Stunde nahezu automatisch. Sie wird von einem Feuerwehrmann bedient, während in der alten Wache zwei Feuerwehrleute von Hand in einem Becken reinigten. Sie benötigten für die Reinigung und Trocknung von 15 Schläuchen ca. drei Stunden.
Schlüsselbund während der Bauphase
Die Wache verfügt über eine eigene Schreinerei. Außerdem gibt es im Bereich von Werkstatt und Lager eine Schlosserei, eine Elektrowerkstatt und Wartungsräume für Funkgeräte, Atemschutzgeräte und Schläuche.
Vier Sprungschächte gibt es in der neuen Wache. An den Stangen rutschen die Feuerwehrleute aus ihren Aufenthaltsbereichen in die Fahrzeughallen hinab.
Der Übungsturm auf dem Freigelände ist 14 Meter hoch. Daneben befindet sich eine Art Kranausleger: Anleitern mit tragbaren Leitern, Innenangriff über Treppenräume und Höhensicherung können hier trainiert werden.
Diese Halle durchqueren die Fahrzeuge nach dem Einsatz. Sie können hier bei Bedarf betankt, gereinigt und gewaschen werden. Außerdem werden Atemschutzgeräte und Schläuche ausgetauscht.

15 Monate nach Baubeginn fahren die hauptamtlichen Feuerwehrleute den gesamten Wachbetrieb erstmals vom neuen Standort Kupferstraße 60 aus. Die Wache Borker Straße mit ihrem mehr als maroden Gebäude hat ausgedient. Noch nicht ganz allerdings. Der Löschzug Mitte, einer von sieben Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr, folgt den hauptberuflich tätigen Kameraden ein wenig später ins neue Domizil. „Es sind noch ein paar Nacharbeiten zu erledigen“ sagt Feuerwehr-Chef Alfred Krömer.

Die Fläche, die der Feuerwehr zur Verfügung steht, ist etwa drei mal so groß, die Technik hochmodern, der Standort zentraler. Von der Kupferstraße aus, erläutert Krömer, kann die Feuerwehr viele Stadtteile schneller erreichen als bisher. Von den ersten Vorüberlegungen zum Bau einer neuen Hauptwache bis zur Realisierung seien etwa acht Jahre vergangen. so Krömer. Die Stadt, vertreten durch die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL), muss eine Investition in Höhe von etwa 13 Millionen Euro stemmen.  

Damit, so sagt der Technische ZGL-Leiter Manfred Becker, ist die neue Wache die größte städtische Einzelinvestition mindestens der letzten drei Jahrzehnte. Auch der Bau des Hansesaals reiche nicht an die Größenordnung der neuen Feuerwache heran.  Feuerwehr und ZGL sind nun zunächst daran interessiert, dass die Wache reibungslos läuft. Gefeiert, da darf man sicher sein, wird später auch noch. 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Veranstaltungen in dieser Woche in Lünen

„Dogensuppe“ und der Tag des Baumes

LÜNEN Wir werfen einen Blick in den Kulturkalender, in die Veranstaltungshinweise von Vereinen und Verbänden und natürlich einen Blick in den Redaktionskalender und tragen zusammen, was bis zum Sonntag wichtig wird. Wenn dabei „Dogensuppe“ vorkommt, ist das kein Schreibfehler.mehr...

Folgen des Feuers in der Dorfstraße

Wohnung ist nach Tiefgaragenbrand komplett verrußt

Lünen Die Familie von Sleiman Adel hatte Glück: Beim Feuer in der Tiefgarage ihres Mietshauses kamen sie unverletzt davon. Dennoch sind die Folgen des Brandes für sie verheerend.mehr...

Lünen-Süder begeistert vom Kirschblüten-Markt

Nachhaltigkeit kann auch Spaß machen

Lünen Besser hätte es nicht laufen können für die Organisatoren des ersten Kirschblütenmarktes auf dem Bürgerplatz in Lünen-Süd. Und so hatten viele Besucher vor allem einen Wunsch. mehr...

Großeinsatz an Dorf- und Münsterstraße in Lünen

Feuerwehr rettet 55 Personen aus verrauchtem Mehrfamilienhaus

LÜNEN. Ein Brand in einer Tiefgarage in der Dorfstraße hat einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Wegen des verrauchten Treppenhauses mussten viele Personen über die Drehleiter gerettet werden - darunter auch ein Kleinkind.mehr...

Ein Unternehmen, zwei Städte und viele Fragen

Wieso es beim Bauantrag der Firma Aulich Probleme gab

Lünen. 2013 ist Hans-Jörg Aulich mit seiner Spedition ins Industriegebiet Achenbach nach Brambauer gezogen. Auf Lüner Gelände – größtenteils. Dass Teile jedoch auf Dortmunder Gebiet liegen, wäre fast zum Problem geworden.mehr...

Lünens zweiter Grillfleisch-Automat geht an den Start

Alles bereit für die Grillparty

Lünen Pünktlich zum fast schon sommerlichen Wochenende ist Lünens zweite Grillstation in Betrieb gegangen. Wir haben zum Beginn der Grillsaison nachgefragt, was 2018 auf den Rost kommt.mehr...