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Schrottsammeln

Neues Gesetz macht Klüngelkerlen das Leben schwer

LÜNEN Es wird eng für Klüngelkerle. Seit Juni gilt bundesweit ein neues Gesetz, das eine ganze Reihe von Nachweisen fordert, zum Beispiel zur Arbeitssicherheit. Die Schrottsammler könnten sogar komplett aus dem Straßenbild verschwinden.

Die Latte liegt hoch für die mobilen Schrottsammler durch das seit Juni bundesweit geltende Kreislaufwirtschaftsgesetz. Sie müssen künftig eine ganze Reihe von Nachweisen für ihre Tätigkeit erbringen, angefangen bei der Arbeitssicherheit bis zum Umweltschutz. So müssen sie beispielsweise den Verwertungsweg für die von ihnen gesammelten Stoffe aufzeigen. "Und zwar im Detail. Es reicht nicht einfach nur anzugeben, dass man an einen Schrotthändler verkauft", sagt Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna.

Der Gesetzgeber wolle sicherstellen, dass Wertstoffe zuverlässig gesammelt und verwertet werden. Und habe deshalb die Zuständigkeit für die Verwertung in die Hände der kreisfreien Städte und Kreise gelegt. Wer gewerblich oder gemeinnützig Wertstoffe sammeln wolle, und dazu zählten auch Altkleider, müsse das dem Kreis anzeigen: "Die Umweltbehörde entscheidet, ob sie es erlaubt oder verweigert." Viele Kreise hätten die Verwertung bereits komplett an sich gezogen, doch so weit wolle der Kreis Unna noch nicht gehen: "Wir haben alle Betroffenen angeschrieben und auf die neuen gesetzlichen Grundlagen hingewiesen. Wir möchten ein Jahr Erfahrungen sammeln und dann zu einer Entscheidung kommen", erläutert Rauert.

Thomas Kalfopoulos, der seit 2002 Schrott in Lünen sammelt, hat das Schreiben schon bekommen: "Ich bin entsetzt, dass die Behörden uns Klüngelkerlen einen Riegel vorschieben wollen, die machen mir die Hölle heiß", sagt er. Er persönlich glaube zwar, die Auflagen erfüllen zu können, sieht aber dennoch seine Existenz gefährdet: "Ich komme nicht mehr auf die Tonnagen, die ich brauche, weil ich keinen Elektroschrott mehr sammeln darf." Andreas Schneider, Leiter für gewerblichen Umweltschutz und Abfallwirtschaft beim Kreis, bestätigt: "Alles, wo ein Stecker dran ist, dürfen Klüngelkerle nicht mehr mitnehmen. Wer es doch tut, riskiert ein Bußgeld." Elektroschrott könne kostenlos an den Wertstoffhöfen wie bei WBL in Lünen abgegeben werden, betont Schneider und verweist auch darauf, dass die gelbe Tonne seit Juli zur Wertstofftonne geadelt worden ist, also den Bürgern erweiterte Entsorgungsmöglichkeiten biete.

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