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Prozess um Babyleichen gestartet

Polizist: „Wohnung war komplett zugemüllt“

Lünen Mehr als fünfeinhalb Jahre nach dem schrecklichen Fund von zwei skelettierten Babyleichen an der Reuterstraße in Lünen hat vor dem Schwurgericht Dortmund der Prozess begonnen. Die angeklagte Mutter der Mädchen will vorerst nicht aussagen. Dafür schilderte der Einsatzleiter der Polizei erschütternde Details.

Polizist: „Wohnung war komplett zugemüllt“

Die Angeklagte am Montag vor dem Dortmunder Schwurgericht Foto: Foto: von Braunschweig

Die Kinderleichen waren im Herbst 2012 bei Aufräumarbeiten nach einem Wohnungsbrand entdeckt worden. „Die Wohnung war komplett zugemüllt“, erinnerte sich der Polizist am Montag. „Der Fußboden war eigentlich nicht mehr zu erkennen. Ich hatte keine Fantasie mir vorzustellen, wo man in diesen Räumen schlafen, kochen, ja überhaupt leben konnte.“

Leichenfund durch Zufall

Mehr durch Zufall seien die Tatort-Ermittler damals auf die erste Babyleiche gestoßen. Als der Ermittlungsführer die Mutter mit dieser Tatsache konfrontierte, legte sie ein Geständnis ab.

Prozess um Babyleichen in Lünen

Gericht verhandelt später als geplant gegen Mutter

LÜNEN Am 19. März sollte vor dem Landgericht Dortmund der Prozess um den grausamen Fund zweier skelettierter Babyleichen in Lünen beginnen. Doch daraus wird nichts. Der Grund ist ganz simpel.mehr...

Sie habe das Mädchen heimlich zur Welt gebracht und sich anschließend auch um ihre Tochter gekümmert, soll die heute 35-Jährige bei ihrer Vernehmung gesagt haben. Und weiter: „Ich habe sie alle drei bis vier Stunden gefüttert. Aber wenn ich arbeiten war, konnte ich diesen Rhythmus nicht einhalten.“

Auch Verurteilung wegen Totschlags möglich

Oberstaatsanwältin Carola Jakobs hat die Mutter wegen Aussetzung und Verletzung der Fürsorgepflicht angeklagt. In mindestens 65 Fällen soll sie ihre beiden Kinder einfach allein gelassen haben – ohne Nahrung, ohne Flüssigkeit und voller Angst. Das zweite Kind soll im März 2012 geboren worden und bereits sechs Wochen später gestorben sein.

Die Richter halten schon jetzt für möglich, dass die Angeklagte auch wegen Totschlags oder Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt werden kann. Zu Prozessbeginn am Montag wollte sich die 35-Jährige noch nicht zu den Vorwürfen äußern.

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