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SPD fordert Dach für Trauerhallen-Vorhof

Trauerhalle in Lünen-Süd sorgt für Ärger

Auf dem Friedhof in Lünen-Süd reist die Kritik an der neuen Trauerhalle auch 18 Monate nach Inbetriebnahme nicht ab. Der SPD-Ortsverein Lünen-Süd fordert vehement ein Dach für den Vorhof der Trauerhalle. Nun kommt Bewegung in die Sache.

Lünen

von Torsten Storks

, 12.06.2018
SPD fordert Dach für Trauerhallen-Vorhof

Ein Blick auf die rundherum luftig gestaltete Trauerhalle. © Torsten Storks

Manfred Kolodziejski ist geladen: Seit über anderthalb Jahren kämpft der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lünen-Süd dafür, dass der Vorhof zu der im September 2016 von der Stadt sang und klanglos in Betrieb genommenen Trauerhalle auf dem Kommunalfriedhof überdacht wird. Passiert ist bis heute nichts. Trotz mehrerer Ortstermine mit Verantwortlichen aus der Verwaltung.

Nachdem ihm eine Mitarbeiterein von Stadtgrün Ende März erklärt habe, sagte Kolodziejski Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, es sei finanziell und technisch nicht möglich, ein Vordach zu installieren und außerdem gebe es kaum noch größere Bestattungen, da hatte der SPD-Ortsvereins-Chef die Nase endgültig gestrichen voll. Anfang April formulierte er einen Bürgerantrag, adressiert an Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (GFL). Dem Antrag lag eine Unterschriftenliste bei, mit der sich 90 Bürger des Stadtteils für eine Überdachung stark machen. Damit kam Bewegung in die Sache.

Thema in nächster Ausschuss-Sitzung

Wie es bei der Stadt auf Anfrage hieß, stehe der Bürgerantrag auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung. Die öffentliche Sitzung findet am 27. Juni um 17 Uhr im Rathaus statt. Manfred Kolodziejski ist gespannt, was dabei herauskommt: „Sollte der Antrag abgeschmettert werden, planen wir eine große Protestaktion.“ Es werde höchste Eisenbahn, dass die Überdachung kommt, sagte der“

Kritik von Anfang an

Kritik an der neuen Trauerhalle hagelte es vonseiten der Bürgerschaft schon bei deren Inbetriebnahme im Herbst 2016. Aus diesem Anlass hatte SPD-Chef Manfred Kolodziejski einen Ortstermin initiiert. Daran nahmen neben Bürgern und einem Bestatter auch Vertreter der Abteilung Stadtgrün, der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) und der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) statt. Wie damals von unserer Zeitung ausführlich berichtet, verlief die rund einstündige Diskussion in der Trauerhalle ruhig uns sachlich, abgesehen von der sehr emotionalen Äußerung einer älteren Dame, dass sie „hier auf keinen Fall liegen möchte“. Alles in allem, da waren sich die Bürger einig, „wirkt die Halle total nüchtern und kalt“.

Sparversion wegen klammer Kasse

Dass ein Teil der Trauergäste bei größeren Beerdigungen im ungünstigsten Fall im Regen steht, weil es draußen keine Überdachung gibt, hatte ZGL-Chef Marc Stovereck mit dem knappen Budget von 636.000 Euro für den Bau der Trauerhalle erklärt. Ursprünglich hatten Architekten und Planer 800.000 bis 900.000 Euro veranschlagt. Davon musste sich die Stadt wegen leerer Kassen jedoch verabschieden. Das ist auch der Grund, warum die Trauerhalle über keine Empore für eine Orgel verfügt, keine Klinkerfassade hat, und nur noch 70 statt 90 Trauernden Platz bietet.

Stadtgrün-Abteilungsleiter Thomas Herkert und ZGL-Chef Marc Stovereck versprachen 2016 Abhilfe, „da, wo es geht“. Absolute Priorität, sagte Thomas Herkert damals, habe in den kommenden Wochen aber die Erneuerung des Pflasters rund um die Trauerhalle: „Und wer weiß, vielleicht bleibt da ja noch ein bisschen Geld übrig?“

Mit dieser Frage kann sich jetzt der Ausschuss beschäftigen.

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