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Raubmord an Hagener Unternehmer

Spuren führten nach Antwerpen und ins Rotlichtmilieu

Lünen/Hagen. Der Prozess um den Raubmord an einem Hagener Unternehmer vor mehr als zehn Jahren könnte schon bald zu Ende gehen. Das hat der Vorsitzende des Hagener Schwurgerichts, Marcus Teich, am Montag angekündigt. Ob die Haftbefehle gegen die beiden Angeklagten aus Lünen und Bosnien-Herzegowina aufgehoben werden, entscheidet sich noch in dieser Woche. Einige Spuren führten bis dato aber auch ins Leere.

Spuren führten nach Antwerpen und ins Rotlichtmilieu

Der Angeklagte aus Lünen vor Gericht Foto: Jörn Hartwich

Während Staatsanwalt Nils Warmbold weiter davon überzeugt ist, dass die Angeklagten für die Bluttat verantwortlich sind, zweifeln die Verteidiger das Ergebnis der DNA-Untersuchungen an. Zwar wurde genetisches Material von beiden Männern am Tatort gesichert. Eine Gutachterin aus München hatte zuletzt aber nicht ausgeschlossen, dass auch andere Täter für die Spuren verantwortlich sein können. Es sei zumindest theoretisch denkbar, dass die unbekannten Täter am fraglichen Abend Kleidungsstücke der Angeklagten getragen haben.

Mord blieb lange ungeklärt

Obwohl der Mord an dem Unternehmer lange Zeit nicht hatte aufgeklärt werden können, hatte die Polizei die Hoffnung niemals aufgegeben. Im März 2009 wähnten sich die Fahnder sogar schon einmal auf einer ganz heißen Spur. Bei einem Schmuckhändler in Schaffhausen war damals eine hochwertige Uhr zur Reparatur abgegeben worden. Und diese stammte zweifelsfrei aus der Hagener Raubbeute.

LÜNEN/HAGEN Überraschung im Prozess um den Mord an einem Hagener Unternehmer vor elf Jahren: Die Verteidiger haben am Freitag beantragt, die Haftbefehle aufzuheben. Begründung: kein dringender Tatverdacht mehr. Der Angeklagte aus Lünen würde dadurch allerdings trotzdem nicht auf freien Fuß kommen. mehr...

„Unsere Nachforschungen haben uns dann ins Diamantenviertel von Antwerpen geführt“, berichtete ein Polizist am Montag als Zeuge. „Dort sagte man uns, dass die Uhr von einem Deutschen stamme, der immer mit einer blonden Frau und zwei Hunden unterwegs war.“ An dieser Stelle hätten weitere Nachforschungen jedoch in eine Sackgasse geführt.

Racheaktion im Rotlichtmilieu?

Genauso verhält es sich mit der Vermutung, dass der Raubmord eine Racheaktion im Rotlichtmilieu des Ruhrgebiets gewesen sein könnte. Das spätere Opfer hatte einem Bekannten aus der Bordellszene offenbar 500 000 Euro geliehen. Über die Rückzahlung soll es dann heftigen Streit gegeben haben. „Wir haben zahlreiche Männer überprüft, die für einen Racheakt infrage gekommen wären“, so der Zeuge. Von keinem seien jedoch Fingerabdrücke oder DNA am Tatort gesichert worden.

Dass das Opfer einen Bezug zum Rotlichtmilieu hatte, steht seit der Vernehmung einer Ex-Prostituierten zweifelsfrei fest. Die heute 52-Jährige, die seinerzeit als „Mona“ in einer Dortmunder Bordellstraße anschaffen ging, sagte am Montag: „Er war mein Stammgast.“ Viel könne sie über den Mann allerdings nicht berichten. Außer: „Er war protzig, hatte tolle Autos und eine tolle Uhr. Er hat immer viel Geld dagelassen, mehr hat mich nicht interessiert.“

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