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St.-Ludger-Gemeinde unterstützt Christen im Nachbarland

Kirchenbänke aus Alstedde für Polen

Dass der Kirchenraum der St.-Ludger-Kirche wegen des Umbaus verkleinert werden muss, kommt einer Gemeinde in Polen zugute. Denn einige Kirchenbänke sind jetzt übrig.

Alstedde

von Martina Niehaus

, 15.06.2018
St.-Ludger-Gemeinde unterstützt Christen im Nachbarland

Pfarrer Mariusz Weclawek (2.v.r.) aus der polnischen Gemeinde Don Bosko freut sich: Er bekommt 24 Kirchenbänke aus der St.-Ludger-Kirche. © Niehaus

Seit 1956 stehen Kirchenbänke aus massiver Buche in der St.-Ludger-Kirche. 24 von ihnen habe jetzt eine weite Reise angetreten: Sie sind am Donnerstag auf einen Lkw geladen und nach Stettin in Polen gebracht worden.

Denn der geplante Kirchenumbau mit einem in die Kirche integrierten Gemeindesaal bedeutet: Der Kirchenraum muss verkleinert werden. Ein Teil der Bänke muss also raus.

Auf Rollbrettern aus der Kirche

„Schreiner Alfons Veltmann aus Bork hat die Bänke damals für uns gefertigt“, erzählt Bernd Honermann vom Kirchenvorstand St. Ludger. Gemeinsam mit Hans Bonnekoh vom Gemeindeausschuss, Küster Werner Künne und Haustechniker Siegfried Buchholz hilft er an diesem Nachmittag, die Bänke auf Rollbrettern aus der Kirche zu schieben.

Große Freude herrscht unterdessen bei Priester Mariusz Wencławek aus dem polnischen Stettin. Er ist Pfarrer in der Gemeinde Don Bosko. Und er ist über sechs Stunden gefahren, um die Bänke abzuholen.

Wencławek ist nicht allein gekommen: Hilfe bekommt er von Priester Dariusz Łokietek sowie den tatkräftigen jungen Gemeindemitgliedern Jakub Dabrowski und Dominik Czerwomka. „Unsere Youngster (Jüngsten) sind das“, erklärt er auf Englisch.

Keine Kirchensteuer in Polen

„Der Kontakt zu der polnischen Gemeinde ist über Dr. Michael Reuter vom Bistum Münster zustande gekommen“, erklärt Verwaltungsreferentin Beate Galler während der Aktion.

In Polen, erläutert sie, gebe es nämlich keine Kirchensteuer wie in Deutschland. „Dort müssen die Gemeinden alles selbst erwirtschaften. Und das ist gar nicht so einfach.“

Der Mitgliederschwund in Deutschland sorgt inzwischen für immer mehr Platz in den Gotteshäusern. Weil momentan viele Kirchen profaniert, geschlossen oder verkleinert würden, so Galler, gebe es entsprechend viele Möbelstücke oder andere Einrichtungsgegenstände, die in anderen Gotteshäusern dringend gebraucht werden. „Manches ist einfach über“, sagt sie. Die polnischen Priester müssen für die Bänke jedenfalls nichts bezahlen. „Es ist eine Spende“, sagt Beate Galler.

Über 400 Sitzplätze

Wencławek ist auf jeden Fall sehr glücklich über das Geschenk: „Wir bauen gerade eine neue Kirche“, erklärt er auf Englisch. „Vor 20 Jahren haben wir mit den Arbeiten angefangen, und wir hoffen, dass es nicht noch einmal 20 Jahre dauert, bis die Kirche fertig ist“, erzählt der 46-Jährige augenzwinkernd.

Stolz zeigt Wencławek ein Bild der im Bau befindlichen katholischen Kirche. Das Gebäude, schwärmt er, sei sehr groß, mit über 400 Sitzplätzen. „Da können wir die schönen Bänke gut gebrauchen.“

Zuletzt schrauben Wencławek und seine Helfer auch noch den Beichtstuhl auseinander, um ihn ebenfalls mitzunehmen. Am Nachmittag treten sie schließlich ihre Heimreise nach Polen an.

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