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Weinender Betrüger in Lünen

Trotz Verurteilung: Wieder Betrugsfälle an der Haustür durch Lüner

Lünen. Der sogenannte „weinende Betrüger“ hat offenbar wieder zugeschlagen. Die Behörden bestätigen drei Fälle, in denen der Lüner Geld wollte, um seine Frau im Krankenhaus zu besuchen. Dabei wurde er erst im Dezember verurteilt. Für die neuesten Fälle könnte er sogar im Gefängnis landen.

Trotz Verurteilung: Wieder Betrugsfälle an der Haustür durch Lüner

Bargeld für eine angebliche Notsituation. So wollte der weinende Betrüger sich bereichern.

In 2016 machte er das erste Mal von sich reden: Ein Lüner erzählte Bürgern damals herzergreifende Geschichten, meist ging es dabei um seine erkrankte Frau, um an Bargeld zu kommen. Er müsse schnell zu ihr in die Klinik und könne das Taxi nicht bezahlen, erzählte er häufig. Viele Lüner fielen auf die Masche rein.

Nun ist der damals 35-jährige, der schnell als „weinender Betrüger“ bekannt wurde, offenbar wieder aktiv geworden. Der Staatsanwaltschaft Dortmund liegen drei Anzeigen vor. Dabei wurde er erst im Dezember 2017 wegen Betruges in neun Fällen verurteilt.

Schon seit 2016 aktiv

Aber von Anfang an: Im Frühjahr 2016 wurden nach und nach immer mehr Fälle bekannt, in denen Lüner dem Betrüger auf den Leim gegangen sind. Viele von ihnen tauschten sich in einer Facebook-Gruppe aus, Rechtsanwalt Axel Denkert reichte sogar eine Sammelklage im Namen von rund zehn Opfern ein – Denkert selbst war von dem Mann um Bargeld betrogen worden.

Zu dem Zeitpunkt hatte es schon mehrere Betrugsverfahren wegen gegen den Täter gegeben. Am 22. Dezember vergangenen Jahres stand er abermals vor Gericht und wurde wegen Betruges in neun Fällen zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Teilverfahren eingestellt

Angezeigt war er in mehr als neun Fällen, Elmar Pleus, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft erklärt, dass diese jedoch unter den Paragraf 154 fielen. Der besagt unter anderem, dass ein Verfahren eingestellt werden kann, wenn der Angeklagte bereits für andere Taten verurteilt wurde und das Urteil „zur Einwirkung auf den Täter (...) ausreichend erscheint“, so der Wortlaut der Strafprozessordnung.

Gelernt hat der heute Lüner daraus offenbar nicht: Die Polizei bestätigt, dass ein einschlägig polizeibekannter Tatverdächtiger Mitte Februar in zwei bis drei Fällen an Haustüren in Nordlünen geklingelt und um Geld gebeten hat, um seine Frau im Krankenhaus besuchen zu können. In allen Fällen wurde die Polizei verständigt, die nun gegen den Tatverdächtigen ermittelt.

Sollte es auch in diesen Fällen zur Anklage kommen, könnte sich das durchaus auf die Bewährungsstrafe des „weinenden Betrügers“ auswirken, merkt Pleus von der Staatsanwaltschaft an. Bei einer Verurteilung muss der Lüner möglicherweise doch noch ins Gefängnis.

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