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Müll und Busse bleiben stehen und Kitas sind geschlossen

Verdi-Warnstreik legt am Mittwoch Lünen lahm

Lünen Mit einer Kundgebung von rund 450 Menschen vor dem Rathaus hat der Streik im Öffentlichen Dienst am Mittwochmorgen in Lünen begonnen. Für den Ausstand hatten die Lüner Bürger nur teilweise Verständnis.

Verdi-Warnstreik legt am Mittwoch Lünen lahm

Neben den WBL nahmen auch die Stadtverwaltung, die Stadtwerke und die VKU an dem Streik teil. Foto: Verdi

Die Gewerkschaft Verdi hatte an diesem Mittwoch zum Streik im Öffentlichen Dienst in Lünen aufgerufen - rund 450 Menschen sind diesem Aufruf gefolgt. Eine zufriedenstellende Resonanz, findet Uwe Planer, Vorsitzender des Verdi-Ortsverbands Lünen und Betriebsratvorsitzender bei den Lüner Wirtschaftsbetrieben (WBL). „Das ist wirklich eine hohe Beteiligung“, resümierte er nach einer Kundgebung der Streikteilnehmer.

Kundgebung in Lünen

Statt wie zuerst geplant an einer Kundgebung der Ortvereine Hamm/Unna vor dem Unnaer Rathaus teilzunehmen, entschloss sich der Ortsverband für die Demonstration in Lünen. Gegen neun Uhr versammelten sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Stadtwerke, der WBL und der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU). Auch 30 Mitarbeiter der Sparkasse waren dabei.

Nach der Kundgebung wurde es dann ruhig um das Lüner Rathaus. Im Verwaltungsgebäude blieb die Arbeit, wie auch in seinen Nebenstellen, komplett liegen. Lediglich Servicepoint, Telefonzentrale, Bürgermeisterbüro und das Bürgerbüro sollten zu den jeweiligen Öffnungszeiten erreichbar sein.

Verdi-Warnstreik legt am Mittwoch Lünen lahm

Gähnende Leere vor dem Bürgerbüro. Trotz Ankündigung der Stadt, es zu den regulären Öffnungszeiten zu öffnen, war das Bürgerbüro zwischenzeitlich geschlossen. Foto: Carolin Rau

Dass dem nicht ganz so war, stellte dann ein Lüner im Rathaus fest. „Ich wollte im Bürgerbüro einen neuen Personalausweis beantragen, da ich dachte, es wäre geöffnet“, meinte der Bürger. Dafür, dass die Mitarbeiter streiken, hätte er zwar Verständnis: „Aber auch so ein Streik kostet natürlich immer ganz schön viel Geld.“

Busse fuhren nur teilweise

Weniger verständnisvoll auf den Streik reagierte hingegen die Lünerin Anna Rubanow, die darauf angewiesen ist, mit dem Bus zur Arbeit zu fahren. Gegen Mittag wartete sie über eine halbe Stunde am Busbahnhof auf ihre Verbindung nach Alstedde. „Von dem Streik wusste ich, ich hatte aber trotzdem gehofft, irgendwie nach Hause zu kommen.“ Während das von Brambauer in die Innenstadt durch einen Notfahrplan noch klappte, fiel die weitere Verbindung von dort aber aus. „Mein Mann holt mich jetzt ab. Heute Morgen hat er mich auch schon zur Arbeit gebracht, obwohl er zuvor Nachtschicht hatte“, so Rubanow.

Verdi-Warnstreik legt am Mittwoch Lünen lahm

Wegen des Streiks blieben am Mittwoch viele Busse der VKU stehen. Das wirkte sich auf den Betrieb am Lüner Busbahnhof auf - um die Mittagszeit waren dort kaum Menschen. Foto: Carolin Rau

Während sie ihre Hoffnungen trotz Streik auf die Busverbindung gesetzt hatte, wählten viele andere Lüner offenbar eine Alternative. Denn ist es um die Mittagszeit sonst brechend voll am Lüner Busbahnhof, traf man am Streik-Mittwoch nur ganz vereinzelt Fahrgäste an, die zum Teil auch mit dem gewünschten Bus fahren konnten.

Wenig Andrang bei Taxen und Kita-Notgruppen

Auf den Taxi-Verkehr schien der Streik sich kaum auszuwirken. „Der Andrang hält sich hier im Rahmen und ist ähnlich wie immer“; berichtete Taxifahrerin Uta Möllenhoff vom Unternehmen Fähnrich, die am Lüner Hauptbahnhof mit einigen Kollegen auf Fahrgäste wartete.

Auch die Mitarbeiter der städtischen Kindertagesstätten legten während des Streiks ihre Arbeit nieder. Fast alle Einrichtungen blieben geschlossen. Eltern, die keine andere Betreuung organisieren konnten, konnten jedoch auf vier Notgruppen zurückgreifen. Der Andrang war hier relativ gering, berichteten Mitarbeiterinnen der Notgruppen in den Kitas Marktgasse und Viktoriastraße. Die 25 beziehungsweise 20 Plätze waren hier nicht ausgelastet, viele Eltern kümmerten sich schon zuvor um eine alternative Kinderbetreuung.

Verdi-Warnstreik legt am Mittwoch Lünen lahm

Die Gewerkschaft Verdi rief in Lünen am Mittwoch, 21. März, zu einem eintägigen Warnstreik auf. Foto: picture alliance / Daniel Bockwo

So hatten wir vorab über die möglichen Auswirkungen informiert:

Müllabfuhr:

Wegen des Streiks bleibt bei den Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) mit seinen 200 Beschäftigten die Arbeit liegen. Die Müllabfuhr kommt nicht, der Wertstoffhof und das Kundenbüro an der Josef-Rethmann-Straße 2 sind geschlossen. Müll und Sperrmüll werden um einen Tag verschoben.

Kitas:

In den städtischen Kindertagesstätten wird nicht gearbeitet. In den Kitas Viktoriastraße (Mitte), Marktgasse (Lünen-Nord), Diesterwegstraße 7c (Brambauer) und Querstraße (Horstmar) gibt es Notgruppen. Auch die offenen Ganztagsschulen der Wittekindschule (Brambauer) und Matthias-Claudius-/Gottfriedschule (Wethmar) bietet für den Notfall Betreuungsplätze an.

VKU-Fahrten:

Busfahren in Lünen wird heute schwierig. Wegen des Streiks werde es auf den meisten Strecken im Kreis Unna ganztägig zur Einstellung des Fahrbetriebs kommen, sagte eine VKU-Sprecherin. Es gib eine Infoliste. Diese Liste sei jedoch ohne Gewähr, sagte die Sprecherin weiter. Aus einem einfachen Grund: Die Verkehrsbetriebe wissen nicht, „inwiefern sich die durchführenden Fremdunternehmen ebenfalls am Streik beteiligen“. Unabhängig davon weisen die Verkehrsbetriebe daraufhin, dass auch bei stattfindenden Fahrten in eine Richtung die Rückfahrt nicht immer gewährleistet sei.

Rathaus:

Das Rathaus bleibt mit allen Nebenstellen ganztägig geschlossen, mit einigen Ausnahmen: Das Bürgerbüro (7.30 bis 12 Uhr) ist zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Auch Servicepoint und Telefonzentrale sind von 8 bis 16 Uhr besetzt. Auch der Bürgermeister und das Bürgermeisterbüro bleiben während des Streiks erreichbar.

Kreis Unna:

Die Zulassungsstelle im Kreishaus Lünen, Viktoriastraße, bleibt heute geschlossen.

Rettungsleitstelle nicht betroffen

Nicht vom Streik betroffen ist die Erreichbarkeit der Rettungsleitstelle über die Notrufnummer 112.

Darum geht es der Gewerkschaft Verdi

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