Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Schornsteinfeger in Lünen sind im Dauereinsatz

Vogelnester werden zur Gefahr

Lünen Die Schornsteinfeger in Lünen haben gerade alle Hände voll zu tun – sie müssen Vogelnester aus dieversen Schächten entfernen. Denn Dohlen nisten gerne in Kaminen. Und das kann böse enden.

Vogelnester werden zur Gefahr

Ein Dohlennest im Kamin kann verheerende Folgen haben. Foto: Andreas Gärtner

Andreas Gärtner ist Schornsteinfegermeister aus Lünen-Süd. Und muss sich gerade mit Dohlen herumschlagen. „Ich hatte mehrere Anrufe“, erzählt er. Sein Job bestand darin, Dohlennester aus Kaminen zu entfernen. Und das ist gar nicht so einfach.

Die Vögel sind Höhlenbrüter und gehen beim Nestbau sehr geschickt vor: Zuerst brechen sie große, sperrige Zweige ab und werfen sie möglichst diagonal in den Schornstein, sodass sie sich verhaken. „Anschließend werfen sie alles hinterher, was sie auf der Straße finden“, erzählt Gärtner. Ein Dohlennest von zwei Metern Höhe sei dabei keine Seltenheit. „Einmal mussten wir den Kamin vom Wohnzimmer aus aufbrechen, weil wir von oben gar nicht mehr durchkamen“, erinnert er sich.

Aus einem Schornstein in den anderen

Auch Peter Geisler, ebenfalls Schornsteinfeger in Lünen, kann Einsätze mit Dohlen bestätigen. „Das fängt jetzt wieder an, die gehen eben gerne in Schornsteine. Drei bis vier Nester musste ich schon entfernen.“ Das Problem sei, dass sich die Tiere nach solch einem fristlosen Rauswurf schnell neu orientierten: „Wenn man die Vögel aus dem einen Schornstein holt, gehen sie in einen anderen. Die sind da sehr hartnäckig.“

Schornsteinfegermeister Markus Wies ist der Dritte im Bunde, der betont: „Hier geht es gerade rund!“ Er glaubt, dass Dohlen in der Natur immer weniger Nistplätze finden. „Dann suchen sie sich eben ein anderes Heim.“ In Schornsteinen mit Dohlennestern hat er schon so manches Zuhause ausgehoben. „Die Tiere füttern ihr Nest mit Tempotaschentüchern und vielen gemütlichen Dingen aus“, erzählt er lachend. „Da findet man wirklich alles.“

Bestand ist normal

Klaus Papius, zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt und Heimat, kennt dieses Verhalten. „Die Vögel suchen sich Gebäudenischen, gehen auch gerne in abgebrochene Fassaden.“ Der Bestand der Dohlen in Lünen „ist eigentlich normal“, sagt Papius, „oft sind sie in Trupps unterwegs, und als Brutplatz ist so ein Kamin einfach ideal“.

Doch Dohlennester in Kaminen sind nicht ungefährlich, wie alle drei Schornsteinfeger warnen. Sie können den Abzug blockieren. „Wenn man mit Holz heizt, dann riecht man den Rauch. Aber wenn da Gasheizungen an den Schornstein angeschlossen sind, wird es gefährlich. Weil man das Gas nicht riecht.“

Schutz durch Gitter

Die Experten empfehlen also den Hausbesitzern, ihre aktiven Schornsteine mit Gittern vor den Dohlen zu schützen. „Die Vögel brüten ja nicht oben auf dem Schornstein, sondern sie gehen rein“, erklärt Gärtner. „Wenn der Weg versperrt ist, nisten sie auch nicht oben auf dem Gitter.“

Je nach Aufwand, erklärt Markus Wies, koste es den Hausbesitzer zwischen 100 und 200 Euro, ein Schutzgitter auf dem Schornstein anbringen zu lassen. Und das ist vermutlich günstiger, als später die Wohnzimmerwand einschlagen zu lassen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Lünens Drahteselmarkt an neuem Termin

Gelungene Premiere im Mai

Lünen Fahrräder gehören zu Lünens Stadtbild, wie das große Rathaus oder die Lippe. Einen Vormittag lang drehte sich deshalb am Samstag auf dem Marktplatz alles um den Drahtesel. mehr...

Wanderwege in Lünen-Brambauer

Auf Schusters Rappen Region erkunden

Lünen-Brambauer Wandern ist wieder in. Das weiß in Lünen keiner besser als Diethelm Textoris, der seit Jahrzehnten alleine, aber auch mit Gruppen auf Schusters Rappen unterwegs ist. Jetzt hat er einen Tipp - Wege in und um Brambauer sind neu ausgeschildert worden. Oder wie der Wanderer sagt - ausgezeichnet.mehr...

Sicherheit an Lüner Schulen

Neue Kiss & Go-Zone an der Overbergschule

Lünen Das Prinzip Kiss & Go ist vielen vom Flughafen bekannt. Ein kurzer Kuss, aus dem Auto und tschüss. Mit dieser Methode soll in Lünen jetzt auch das Verkehrschaos vor Grundschulen beseitigt werden.mehr...

Brand im Industriegebiet Frydagstraße

Polizei sucht weiter nach der Ursache

Lünen Zu einem Großeinsatz rückte die Feuerwehr am Sonntag aus, als ein Recyclingbetrieb in Brand stand. Die Polizei schließt Fremdverschulden derzeit aus.mehr...

Unfall in Lünen-Süd: Radfahrer schwer verletzt

Rettungshubschrauber an der Alsenstraße im Einsatz

LÜNEN Schwer verletzt wurde ein Radfahrer bei einem Unfall auf der Alsenstraße in Lünen-Süd. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Wie es zu dem Unfall kam, ist bisher nicht klar. Ein Alkoholtest brachte jedoch ein erstaunliches Ergebnis.mehr...

Gesundheits-Campus in Lünen

Hochschul-Start im Herbst nimmt Formen an

Lünen Wo früher Kühe und Schweine geschlachtet wurden, sollen bald Studenten büffeln. Es gibt schon Anmeldungen – und auch in den Umbau des Gebäudes kommt mittlerweile Bewegung.mehr...