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Vorformulierte Todesanzeigen sorgen für Empörung

LÜNEN Dass im Notfallplan für Amokläufe des NRW-Schulministeriums vorformulierte Todesanzeigen für Lehrer stehen, sorgt auch vor Ort in Lünen für Gesprächsstoff - und meistens für Empörung.

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Dr. Jürgen Czischke

Schulministerin Barbara Sommer stößt mit ihren Notfallordnern bei Lehrern nicht nur auf Gegenliebe. dpa

"Das ist eine derartige Geschmacklosigkeit", sagt Ralf Rüth, stellv. Leiter des Gymnasiums Altlünen. "Wir waren reichlich bedient", erklärt Dr. Jürgen Czischke, Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Denn die Formulierungshilfe unterstellt den Lehrern indirekt, sie wären nicht in der Lage, im Fall des Falles die richtigen Worte zu finden. "Natürlich ist das ein Problem, wenn ein Lehrer oder Schüler stirbt", weiß Czischke, aber die richtigen und vor allem persönlichen Worte zu finden sei eben Sache der Schule.

"Einiges gewöhnt"

Jürgen Arnhold, Konrektor der Heinrich-Bußmann-Schule, reagiert mit Ironie: "Wir sind von diversen Ministern einiges gewöhnt und haben an der Hauptschule andere Sorgen." Gleichwohl fühle er sich durch vorformulierte Todesanzeigen missachtet. "Ich möchte mir eigentlich das Recht nehmen, einen Nachruf, sollte es denn nötig sein, ganz persönlich zu gestalten."

Der Notfallplan des Ministeriums lag Anfang dieser Woche noch in keiner Schule vor. Er soll wohl am 11. Dezember auf Kreisebene den Schulvertretern vorgestellt werden. Bisher gibt es allein den Notfallplan der Polizei.

Zweifel

Ralf Rüth bezweifelt den Sinn von pauschalen Handlungsempfehlungen bei Amokläufen. Er glaubt, das Verhalten müsse jeweils auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt werden. Rüth spricht im Zusammenhang mit Notfallplänen gar von einem Feigenblatt. "Das Ministerium kann sagen, wir haben etwas getan, die Polizei kann sagen, wir haben etwas getan." Dr. Czischke hält Notfallordner grundsätzlich für in Ordnung, merkt aber kritisch an: "Mir kann keiner erzählen, dass der Notfallplan des Schulministeriums mit dem Ordner der Polizei abgestimmt ist."

 

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