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An Schloss Cappenberg

Warum bei Sonnenschein Käfer Wände belagern

CAPPENBERG Die weiße Fassade des Torhauses ist schwarz gesprenkelt, rot-schwarz, wenn man genau hinguckt. Viele hundert acht Millimeter große Punkte, die wild hin- und herwirbeln: ein lebendiges Wimmelbild am Eingang zum Schlossgelände in Cappenberg – und ein besonderes Naturschauspiel.

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Die schwarzen Punkte sind Marienkäfer - auf dem Torhaus von Schloss Cappenberg.

Die schwarzen Punkte sind Marienkäfer - auf dem Torhaus von Schloss Cappenberg.

Die schwarzen Punkte sind Marienkäfer - auf dem Torhaus von Schloss Cappenberg.

Asiatische Marienkäfer - mit den größeren schwarzen Flecken - fühlen sich auf der Wand wohl.

Die schwarzen Punkte sind Marienkäfer - auf dem Torhaus von Schloss Cappenberg.

Denn derart große Marienkäferschwärme, wie sie am Sonntag in Cappenberg und auch in anderen Städten beobachtet wurden, sind schon ungewöhnlich, wie Birgit Königs, Sprecherin des Naturschutzbundes (Nabu) NRW, sagt. „In der Mehrheit handelte es sich um asiatische Marienkäfer“, so Kerstin Konrad von der Biologischen Station für den Kreis Unna und Dortmund. „Die heimischen Arten, vor allem der Sieben-Punkt-Marienkäfer, sind nur noch in kleiner Zahl anzutreffen.“

Auch an der Torhauswand krabbeln vor allem Käfer mit dunkelroter Grundfärbung – nicht mit sieben schwarzen Punkten, sondern mit bis zu 19 Punkten, manchmal auch mit gar keinem. So unterschiedlich die ursprünglich aus Japan und China stammenden Tiere aussehen, eines ist ihnen gemeinsam: ein enormer Appetit. „In erster Linie auf Blattläuse“, sagt Werner Schulze aus Bielefeld, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft westfälisch-lippischer Entomologen (Insektenkundler) auf Anfrage. Wenn Blattläuse aus seien, nähmen sie aber auch vorlieb mit heimischen Marienkäfern, „notfalls auch mit Artgenossen“.

Harlekin-Käfer auf dem Vormarsch

Nicht nur beim Fressen ist das vor mehr als zehn Jahren eingewanderte Insekt sehr erfolgreich, sondern auch bei der Vermehrung. Während sich die heimischen Marienkäfer damit begnügen, einmal im Jahr für Nachwuchs zu sorgen, sind die exotischen Kollegen – auch Harlekin-Käfer genannt – bis zu fünf Mal dabei, wie Schulze sagt.

Die Spaziergänger, die fasziniert vor der weißen Wand des Torhauses stehen geblieben sind, interessiert der Unterschied zwischen den beiden Arten eher weniger. Sie machen sich mehr Sorgen über die große Menge der Tiere. „Eine Invasion“, sagt der eine. „Eine Plage“, der nächste. „Alles Unsinn“, beruhigt Birgit Königs. „Für den Menschen sind die Käfer keine Bedrohung.“ Die Käfer schwärmten zurzeit auf der Suche nach einem Winterquartier: eine Mauerritze, der Hohlraum eines Baumes – manchmal aber auch eine Wohnung. Letztere sei aber ungeeignet – nicht nur aus Sicht des Menschen. „Weil unsere Wohnungen beheizt sind, würden die Käfer nicht in Winterstarre fallen, sie würden verhungern und verdursten.“

Die Bewohner der Cappenberger Torhäuser hatten die Fenster vorsorglich geschlossen am Sonntag. Was aber tun, wenn es Käfer doch ins Haus schaffen? „Vorsichtig zusammenfegen und auf dem Kehrblech hinaustragen“, rät Schulze. Ob es in diesem Jahr noch einmal so ein großes Gekrabbel geben wird wie am Sonntag? Nabu-Sprecherin Königs glaubt es nicht. „Die meisten Käfer werden an dem warmen Tag ihr Plätzchen zum Überwintern gefunden haben.“ 

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