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Westfalenliga: Ein Klub versinkt im Chaos - Rüdinghausen zieht Team zurück

LÜNEN / WITTEN Die Fußball-Westalenliga 2 ist schon eine Woche nach Saisonstart um eine Mannschaft ärmer. TuRa Rüdinghausen, im Vorjahr noch auf Rang sechs platziert, zog am Freitagabend seine Mannschaft vom Spielbetrieb zurück. Vorausgegangen war ein chaotischer Sommer.

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Dieses Trio sollte Rüdinghausen gemeinsam nach vorne bringen: Thorsten Legat, Georgios Tatsis und Thomas Faust. Doch es knisterte schnell.

Der offizielle Grund für den Rückzug: die finanzielle Situation in der Fußballabteilung. Jedoch war zuletzt aufgrund großer Querelen im Verein und noch ausstehender Gehaltszahlungen die Spielerbasis weggebrochen. Der Kader umfasste zuletzt nur noch 12 Feldspieler und zwei Torhüter. Zur Saisonvorbereitung war das Wittener Team nach einer mehrjährigen Erfolgsära unter Trainer Ulrich Sieweke mit einem neuen Trainer an den Start gegangen. Thomas Faust, ein Mann aus Dortmund mit Trainererfahrung bis zur Bezirksliga, musste ein fast komplett neues Team aufbauen, weil die meisten Spieler sich nach dem Abschied von Sieweke einen neuen Verein gesucht hatten.

Faust verpflichtete 15 vor allem junge Spieler, denen man schnell eine ungenügende Qualität für die Westfalenliga unterstellte. Nach nur drei Trainingseinheiten gab Faust seinen Rücktritt bekannt. Der hatte unter anderem mit einer anderen Personalie zu tun: mit dem Ex-Bundesliga-Profi Thorsten Legat. Der Bochumer tauchte schon zum Ende der Vorsaison immer wieder an der Sportanlage an der Brunebeckerstraße auf, sprach mit Spielern und wurde zum sportlichen Berater der ersten Mannschaft befördert. Allerdings bestritt der Fußballvorstand jederzeit, dass Legat im Verein eine offizielle Funktion übernommen habe. Legat jedenfalls mischte sich in die Kaderplanung ein, ohne jemals auf einen grünen Zweig mit Thomas Faust zu kommen. Legat versuchte Spieler mit dem Versprechen nach Rüdinghausen zu locken, dass Faust nicht mehr lange der Trainer sei. Als Faust davon erfuhr, zog er selbst die Reißleine, gab seinen Abschied bekannt und ließ wenige Tage später eine Erklärung folgen. Darin legte er eingängig, dass Legat nicht mit, sondern gegen ihn arbeitete.

Der Verein beförderte Legat zum Nachfolger von Faust. Doch unter der neuen Führung blamierte sich die Mannschaft bei der Wittener Stadtmeisterschaft. Gegen den klassengleichen SV Herbede unterlag TuRa mit 0:10. Daraufhin ließ Legat verlautbaren, er wolle weitere neue Spieler verpflichten und hätte auch schon fünf in der Hinterhand, die die Qualität für die Westfalenliga hätten. Dafür bestand auch Bedarf, denn mehrere Spieler, die mit Thomas Faust nach Rüdinghausen gekommen waren, verließen den Verein nach seinem Abschied. Dem Gesamtvorstand, von dem in dieser chaotischen Zeit nur wenig zu hören war, wurde es zu bunt. Zwar gewann TuRa das erste Saisonspiel bei den SF Siegen II mit 2:1, doch der Vorsitzende forderte in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den Fußballvorstand zum Rücktritt binnen zwei Tagen auf. Thorsten Legat gab daraufhin seinen Abschied bekannt.

Roland Demtröder übernahm die Mannschaft als Interimscoach für das Kreispokalspiel bei NRW-Ligist Wattenscheid 09 (0:5). Die Höhe der Niederlage hielt sich im Rahmen - doch es war das letzte Spiel einer Westfalenligamannschaft mit dem TuRa-R auf der Brust. Es gab zu wenig Spieler, keinen Trainer, der längerfristig arbeiten wollte, keinen Fußballvorstand - und wohl auch kein Geld. 

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