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Umfrage

Wie Lünen trotz knapper Kasse Jubiläum feiern will

LÜNEN Mit dem 1. Januar hat das Jubiläumsjahr begonnen: Lünen blickt auf 675 Jahre Stadtgeschichte zurück. Das soll gefeiert werden. Doch so richtig weiß noch keiner wie. Denn das Geld ist knapp. Am 3. März tagt der Rat, um den Haushalt zu verabschieden. Bis dahin diskutieren die Politiker - wir haben sie jetzt schon befragt.

Wie Lünen trotz knapper Kasse Jubiläum feiern will

So sah es auf dem Alten Markt um 1840 aus. Auf 675 Jahre Stadtgeschichte blickt Lünen in diesem Jahr zurück. Das soll gefeiert werden. Die Frage ist wie?

290.500 Euro sind im Haushaltsplan für Veranstaltungen veranschlagt, Sponsoren sollen unterstützend helfen. „Die Kulturverwaltung hat ein Paket geschnürt, jetzt warten wir auf die politische Entscheidung“, sagte Frank Knoll, Referent des Bürgermeisters. Weil nicht klar ist, was finanziell machbar ist, konnte bislang kein Fest-Veranstaltungs-Flyer gedruckt werden. Gebucht sei einiges, aber unter Vorbehalt.

Seit 2013 laufen die Vorbereitungen

Der City-Ring beispielsweise würde gerne einen Mittelalter-Markt an historischen Stätten der Innenstadt aufbauen. Das Ereignis steht und fällt mit einem Finanz-Zuschuss. Bürger, Vereine und Institutionen haben Ideen eingebracht, die Vorbereitungen laufen seit über zwei Jahren.

Das sagen die Fraktionen zu Lünens Stadtjubiläum

Fraktion Piraten/Freie Wähler: „Wir begrüßen die Durchführung von Veranstaltungen zum Stadtjubiläum“, so Gabriele zum Buttel. „Natürlich sehen auch wir die sehr schwierige finanzielle Lage der Stadt und auch bei den Aktivitäten im Rahmen des Stadtjubiläums muss genau geschaut werden, wo es Einsparpotential gibt ohne jedoch das Stadtjubiläum komplett aufzugeben.“
SPD: „Wir sind noch nicht in den Haushaltsberatungen“, erklärt Fraktionschef Michael Haustein. Ende Januar gehe die SPD in Klausur. Tabuthemen gebe es nicht, so Haustein, wichtig sei, den Haushalt genehmigt zu bekommen. Denkbar sei vielleicht eine kleine Lösung, „denn Bürger haben viel Vorarbeit geleistet im Vertrauen auf die Politik“.
FDP: Nachdem bereits der Hansetag aus Kostengründen abgesagt wurde, hält es Dr. Roland Giller für ein falsches Signal, die Feiern des Stadtjubiläums auch fallen zu lassen. „Die Bevölkerung ist stolz auf die 675-jährige Geschichte Lünens und sollte auch das Recht haben, das Jubiläum entsprechend zu feiern“, sagt. er. Auf der anderen Seite sei es jedoch schwer vermittelbar, nahezu 300 000 Euro auszugeben, wenn aufgrund der Haushaltslage zum Beispiel auch freiwillige soziale Leistungen gekürzt werden müssen. „Die FDP Fraktion ist für die Durchführung des Stadtjubiläums, fordert jedoch ein deutliches Zeichen zu setzen und das geplante Budget zu kürzen.“ Gleichzeitig sollte sich die Lüner Wirtschaft aufgerufen fühlen, die Feierlichkeiten zu unterstützen, „damit beim Bürger nicht der Eindruck entsteht, er allein hat die Bürde zu tragen.“
Die Linke: Ein „schwerer Fehler“ sei es, bei Veranstaltungen zu sparen, sagt Sandra Dee-Schülken für die Fraktion Die Linke. „Veranstaltungen kommen allen Menschen in Lünen zu Gute und machen unsere Stadt lebenswert“. Weil die Lüner  Steuern zahlen, können sie auch erwarten, dass diese „zumindest in einem Mindestmaß
für sie verwendet werden.“
Bündnis 90/Die Grünen: „Das ist ein umstrittenes Thema“, erklärt Fraktionssprecher Eckhard Kneisel. Ein Stadtfest sei wichtig für den Zusammenhalt: „Wenn es sich finanziell einigermaßen darstellen lässt, unterstützen wir das“.
CDU: Die CDU wird am Montag über das Stadtjubiläum sprechen. Fraktionschefin Annette Droege-Middel sagt: „Bisher liegt noch kein endgültiges Konzept für das Jubiläum durch die Verwaltung vor. Solange dieses nicht vorliegt, kann auch noch nichts Genaues über die tatsächlichen Kosten ausgesagt werden.“
Die CDU sei sich immer einig gewesen, dass das Jubiläum in angemessener Weise gefeiert werden müsse. „Ein solches Jubiläum gibt Lünen die Gelegenheit mit den Bürgern, den anliegenden Gemeinden und den Städtepartnern und allen Besuchern zu feiern“, so Droege-Middel. Es wirke positiv nach innen und außen. Lünen könne sich mit all seinen Stärken präsentieren. „Darüber hinaus kann die Stadt das Jubiläum nutzen und das Ehrenamt würdigen, das in unserer Stadt ein außergewöhnliches Engagement bei den Bürgern findet.“
Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL):
„Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage müssen wir dieses Thema möglichst fraktionsübergreifend in der nun anstehenden Haushaltsdiskussion nochmals aufnehmen“, erklärt der kulturpolitische Sprecher und Ratsherr Wolfgang Manns. Die vom Rat genehmigten Ausgaben von rund 290 000 Euro seien mit Blick auf die angespannte Haushaltslage aus GFL-Sicht schon damals nicht tragbar gewesen. „Deshalb hatten wir bereits im April 2015 in der Ratssitzung zumindest eine Reduzierung auf 175 000 Euro der städtischen Ausgaben für das Stadtjubiläum beantragt“, so Manns. Der Rat hatte den Vorschlag abgelehnt und 290 000 Euro genehmigt. „Aus unserer Sicht sind diese Ausgaben aus Haushaltsmitteln auch heute in dieser Höhe aktuell nicht vertretbar. Wir werden über das Thema am kommenden Montag in der Fraktion nochmals beraten und uns dann nochmals dazu äußern.“

Als ein „Fest von Bürgern für Bürger“ ist das Stadtjubiläum konzipiert – mit Veranstaltungen im ganzen Jahr. Die üblichen Stadtfeste wie Himmelfahrtskirmes, Lünsche Mess oder Brunnenfest bekommen eine besondere „Jubiläums-Note“. Weil Lünen feiert, tagt die Bundesversammlung der Kinderhospizarbeit an der Lippe, wie auch der Westfälische Archivtag. „Die wären ohne das Stadtjubiläum nicht gekommen“, sagt Knoll.

Feste sollen integriert werden

Weitere Feste sollen integriert werden: Das Museum hat 50. Geburtstag seiner Neugründung nach Kriegsende. Aurubis ist seit 100 Jahren in Lünen. Die Partnerschaft mit Salford wird 50.

Zum Tag der Verleihung der Stadtrechte am 4. Juli soll es einen Festakt geben. Das Thema Ehrenamt werde dann groß geschrieben. „Hoher Besuch“ aus Düsseldorf ist angefragt.

„Großen Welle des Mitmachens“

Frank Knoll spricht von einer „großen Welle des Mitmachens“. Auch Sponsoren spielten mit. „Viele Beteiligte wollen feiern“, hatte Kulturdezernent Horst Müller-Baß noch im November erklärt.

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