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Tag des Schlaganfalls

Zu Besuch bei den Spezialisten für den Hirnschlag

LÜNEN Ein Schlaganfall ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Sie kann jeden treffen – unabhängig vom Alter. Am Samstag, 29. Oktober, ist „Welt-Schlaganfalltag“, um gezielt auf ihre Gefährlichkeit hinzuweisen. Zu diesem Tag haben wir die Stroke Unit, eine Spezialabteilung des Klinikums Lünen, besucht.

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Streng abgeschirmt ist der Eingang zur Stroke Unit, der Spezialabteilung für Schlaganfallpatienten.

So sieht es auf der Stroke Unit aus, die sechs Betten hat. Die Abteilung gilt als Drehscheibe für Diagnostik und Therapie von Schlaganfallpatienten mit speziell ausgebildetem Therapeutenteam.

„Bitte klingeln und warten“, steht an den beiden Türen. Nur zwei Besucher dürfen zu einem Patienten. Ein abgeschirmter Bereich ist die Stroke Unit, die Spezialeinheit zur Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten. Sie werden hier intensiv betreut und überwacht, bis zu drei Tage nach Auftreten der Symptome. Ein Expertenteam verschiedener Fachrichtungen des Klinikums arbeitet Hand in Hand, „rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr“, erläutert Chefärztin Dr. Iris Adelt.

Die Stroke Unit der Neurologischen Klinik des St.-Marien-Hospitals in Lünen hat sechs Betten mit jeweils eigenen Monitoren. Es ist geplant, die Spezialabteilung um zwei Betten zu erweitern. 800 Schlaganfallpatienten werden im Klinikum Lünen jährlich behandelt. „Die Stroke Unit ist als Drehscheibe für Diagnostik und Therapie zu verstehen“, erklärt Iris Adelt. Engpässe gibt es nicht. Sollten alle Betten belegt sein, werden Betroffene auf der Intensivstation nach dem gleichen Standard versorgt.

Jede Minute zählt beim Schlaganfall

Der Schlaganfall ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Jede Minute zählt. Je früher die Behandlung beginnen kann, desto höher sind die Chancen für den Heilungsverlauf. Treten die typischen Symptome wie Taubheitsgefühl, Sprechstörung, Doppelbilder, starke Kopfschmerzen oder Lähmung auf, sollte sofort der Rettungswagen gerufen werden.

Die Leitstelle im Kreis Unna, die die Einsätze koordiniert, informiert bereits den diensthabenden Neurologen im Krankenhaus, damit er die Behandlung vorbereiten kann. Es beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Ist der Patient im Krankenhaus, „ist der Weg von der Notaufnahme bis zur Stroke Unit genau festgelegt“, erläutert Iris Adelt. Bei einem Schlaganfall werden Teile des Gehirns nicht mehr durchblutet. In etwa 80 Prozent der Fälle blockiert ein Blutgerinnsel ein Gefäß. Auch eine Hirnblutung kann den Schlaganfall auslösen.

Die Symptome


Warnzeichen können auf einen Schlaganfall hindeuten:








Die Untersuchung beginnt unmittelbar nach Eintreffen des Patienten. Bilder vom Kopf per Computertomograph (CCT), Röntgen-Diagnostik oder Magnetresonanztomographie (MRT) geben Aufschluss über die Ursache. Damit wichtige Werte analysiert werden können, ist das Notfalllabor besetzt. Die Neuroradiologie im Klinikum Lünen stellt sicher, das in bestimmten Fällen auch operativ ein verschlossenes Hirngefäß geöffnet oder eine Blutung gestillt werden kann. Meistens können die Mediziner Blutgerinnsel medikamentös per Thrombolyse auflösen, allerdings nur bis zu viereinhalb Stunden nach Eintreten des Symptome.

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Patienten werden rundum überwacht

Auf der Stroke Unit werden die Patienten engmaschig überwacht: Im Blick sind Atmung, Herz-Kreislauf, Flüssigkeitshaushalt, Blutzucker und Temperatur. Ein Monitor an jedem Bett zeigt permanent die Werte an. Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten beginnen so früh wie möglich mit der Rehabilitation. Sie besprechen mit den Patienten Tages- und Fernziele. Jeden Morgen um 9 Uhr trifft sich das komplette Team der Stroke Unit aus Therapeuten, Ärzten, Pflegepersonal und Sozialarbeiter, um die optimale Behandlung abzustimmen. Nach drei Tagen wird der Patient auf eine normale Station verlegt.

Ein Schlaganfall ist für Patienten ein Schicksalsschlag. Die neue Situation mit möglicherweise belastenden Beeinträchtigungen ist nicht leicht zu verkraften. In der Lüner Stroke Unit gibt es einen „Lichtblick“: Die Installation „Sky factory“. Sie wirft Bilder von Blüten, Bäumen und blauem Himmel an die sonst triste Krankenhaus-Decke. „Patienten nehmen das als angenehm wahr“, sagt Iris Adelt und wünscht sich, dass auch das kleinere Zimmer der Stroke Unit bald von oben leuchtet.

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