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Fußball: Westfalenliga

Zur Spitze fehlt dem Lüner SV noch etwas

LÜNEN Alles war angerichtet für den Lüner SV am Sonntagnachmittag. Bei sonnigem Fußballwetter strömten 250 Zuschauer ins Stadion Schwansbell. Und fast alle – Mannschaft wie Anhänger – erwarteten drei Punkte für die Rot-Weißen. Am reichte es nur zu einem und der Erkenntnis, dass den Lünern noch die Abgezocktheit fehlt.

Zur Spitze fehlt dem Lüner SV noch etwas

Da fehlte nicht viel: Parnell Hegngi (M.) kommt gegen Horst-Emschers Torhüter Kai Koppers einen Schritt zu spät. 1:1 war das Endergebnis gegen den Drittletzten. Damit ist der LSV jetzt fünf Punkte hinter Tabellenführer Westfalia Herne.

Das 1:1 gegen Horst-Emscher ist ein Anzeichen dafür, dass der Lüner Überraschungseffekt verpufft ist. Und gleichzeitig ist es ein Indiz für einen Wandel des LSV: vom Aufsteiger zu einem Topteam, das noch nicht ganz spitze ist. Eine richtige Überraschung war die Stärke des Lüner SV für die Ligakonkurrenz zugegebenermaßen nie. Zu präsent war die souveräne Meisterschaft im Vorjahr und zu bekannt die qualitative Verstärkung in der Sommerpause. Dennoch schwingt beim Zusatz "Aufsteiger" besonders in den ersten Wochen einer neuen Saison stets ein leises "aber" mit, dass der Liganeuling vielleicht doch noch nicht das Format zu einem Topteam habe.

Dieses "aber" gehörte spätestens vor dem Spiel am Sonntag der Vergangenheit an. Horst-Emscher auf dem ersten Nichtabstiegsplatz ging als Außenseiter ins Spiel. Und der Lüner SV mit vier Siegen aus vier Heimspielen. Das Gefühl der Favoritenrolle hatte ungewollte Konsequenzen. "Wir haben gedacht, wir gewinnen das. Vielleicht haben wir den Gegner unterschätzt", vermutete LSV-Trainer Mario Plechaty.

LÜNEN Der Lüner SV musste sich zum ersten Mal in dieser Saison bei einem Heimspiel mit weniger als drei Punkten zufrieden geben. Wie das 1:1 gegen den SV Horst-Emscher zustande gekommen ist und ob eigentlich noch mehr drin gewesen wäre für die Elf von Trainer Mario Plechaty, können Sie hier im Liveticker nachlesen.mehr...

Auch Kapitän Lukas Ziegelmeir meinte, schon beim Aufwärmen eine mangelnde Einstellung festgestellt zu haben. Es folgten schwache 45 Minuten, die Plechaty zurecht als "schlechteste erste Halbzeit in einem Heimspiel" bezeichnete. Die Lüner fanden nicht ins Spiel und leisteten sich viele Fehler. "Ich war enttäuscht. Von einigen habe ich mehr erwartet", so Plechaty. Teils agierten seine Lüner überheblich.

So etwas passiert einem Team, das glaubt, eine Top-Elf zu sein. Was so eine Mannschaft wirklich auszeichnet, ist das, was der Lüner SV in den zweiten 45 Minuten zeigte. Die Plechaty-Truppe kam mit aller Macht zurück, spielte engagiert und machte ihre Ambitionen auf den Sieg deutlich. Plechaty: "In der zweiten Hälfte habe ich eine gute Mannschaft gesehen, die alles versucht. Die Einstellung war top. Wir haben nur auf ein Tor gespielt und uns viele Torchancen erarbeitet. Normal hätten wir gewinnen müssen."

Ribeiro im Pech

Zum Sieg hat es allerdings nicht gereicht. Pech war im Spiel, als Ricardo Ribeiro in der 52. Minute den Pfosten traf. Doch letztlich waren die Rot-Weißen im letzten Drittel des Feldes auch nicht zwingend genug. "Uns fehlt jemand, der auch mal draufhält und den Ball über die Linie drückt. Teilweise haben wir es zu kompliziert gemacht", erklärt Plechaty. "Das zeichnet so Spitzenmannschaften wie Westfalia Herne aus." Der Tabellenführer gewann am Sonntag nämlich trotz Rückstands und zweifacher Unterzahl noch mit 3:2 in Wickede. Ein Schritt zum Spitzenteam, den der LSV noch gehen muss.

Lüner mit Potenzial wie Volkan Ekici, Fabian Pfennigstorf oder Adem Cabuk fehlten gegen Horst-Emscher. Diese dürften in der nächsten Woche zurückkehren. Dann geht es zum Kirchhörder SC. Vorher gastieren die Rot-Weißen am Mittwochabend im Kreispokal beim Bezirksligisten TuS Hannibal. Das könnten zwei weitere Schritte auf dem Weg hin zu einem Spitzenteam werden. "Manch einer hier im Umfeld träumt ja schon von der Oberliga", so Plechaty. "Doch wir müssen ruhig bleiben, die Kirche im Dorf lassen. Wir haben ein junges Team."

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