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Film „Kosmopoliten"

Migrantenfamilien zwischen Integration und Assimilation

WITTEN Viele Migrantenfamilien leben inzwischen in zweiter, dritter oder gar vierter Generation in Deutschland. Für die Jungen ist es die selbstverständliche Heimat, sie sind hier aufgewachsen. Welche Erfahrungen ihre Großeltern machten, als sie aus ihren Heimatländern herkamen, können sie sich ebenso wenig vorstellen, wie viele Einheimische.

Migrantenfamilien zwischen Integration und Assimilation

Im früheren Café Leye lernten sich die Eltern von Alexandra Konstantinopoulos (l.) kennen und lieben. Das Café war einst ein beliebter Treffpunkt für Migranten, erzählt Filmemacherin Andrea Lötscher (r.).

Die Dortmunder Dokumentarfilmerin und Ethnologin Andrea Lötscher hat vier Angehörige der jungen Migranten-Generation mit auf eine Entdeckungsreise in jene Jahrzehnte genommen, in denen viele Migranten nach Witten kamen: In die 60er und 70er, als viele Griechen und Türken aus Armut die Heimat verließen und in die 80er und 90er, als Kriege in Afrika und Nahost die Menschen bei uns Zuflucht suchen ließen. „Kosmopoliten - vom Leben zwischen zwei Welten“ heißt der 39-minütige Film, der in Zusammenarbeit mit der Wittener Internationalen Gesellschaft (WIG) entstand. Es ist schon der dritte Beitrag in einer Reihe von Filmen, die vor drei Jahren mit dem Titel „Weltweit - Weltnah“ begann. Gefördert wurde der Film im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern, Kompetenz stärken“.

Eine Liebe gegen Widerstände

In Interviews nähert sich der Film der Lebensgeschichte der Einwanderer, erzählt in mal anrührenden, mal amüsanten und manchmal auch sehr ernstem Ton von der Motivation, der Heimat den Rücken zu kehren, den Eindrücken in der neuen, fremden Umgebung, dem Zusammentreffen verschiedener Sprachen und Mentalitäten. So erfährt Alexandra Konstantinopoulos von ihrem Vater Nikolaos, wie er einmal in einem Supermarkt beinahe Hundefutter statt Corned Beef gekauft hätte, und wie der damals 24-Jährige ihre deutsche Mutter kennen und lieben lernte - eine Liebe gegen Widerstände, denn dass eine Deutsche einen Griechen heiratete, war damals durchaus skandalträchtig.

Übersetzer und Integrationshelfer

Nikolaos Konstantinopoulos machte wie viele Migranten in Witten seinen Weg - wenn auch nicht so wie gedacht. Statt zu studieren half er seinen griechischen Landsleuten bei den damaligen Gusstahlwerken als Übersetzer und Integrationshelfer. Später wurde er Gastronom und führte lange das ehemalige Haus Schlicker an der Herbeder Straße. Als Mohssen Bosorgmehr seine Heimat im Iran verließ, fürchtete er um sein Leben. Der Nachbarstaat Irak hatte sein Land überfallen, der Gymnasial-Lehrer lebte in der direkt betroffenen Grenzregion. In den Wirren der Flucht gingen seine Papiere verloren, so dass er in Deutschland ganz von vorne beginnen musste. Heute betreibt er ein Schuhreparaturgeschäft am Crengeldanz. Premiere hat der Film „Kosmopoliten“ übrigens am 26. November ab 19 Uhr im „Treff“ an der Mannesmannstraße 6.

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