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Prozessauftakt gegen Fälscher

Mit falschen Papieren hohe Kredite bei Banken ergaunert

Bochum Neun Monate nach dem spektakulären Ausheben einer Fälscherwerkstatt hat am Donnerstag in Bochum der Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder einer professionellen „Fälscher-Bande“ begonnen. Es geht um falsche Pässe, fingierte Identitäten und erschlichene Darlehen im ganz großen Stil.

Mit falschen Papieren hohe Kredite bei Banken ergaunert

Weil sie mit gefälschten Pässen und Sparbüchern versucht haben sollen, bei Banken Kredite von bis zu 200.000 euro zu erschleichen, müssen sich seit Donnerstag zwei Männer und eine Frau vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Foto: dpa

Angeklagt sind ein 50-jähriger Mann aus Herten und seine Freundin (41) aus Herne. Neben dem Paar sitzt ein 35 Jahre alter Mann aus Bonn. Die Staatsanwaltschaft stuft den Hertener als Anführer und absoluten Fälschungsprofi ein, seine Freundin als betrügerische Logistikerin und den dritten Mann als Betrüger und dazu als eine Art „Fotomodel“. Seit knapp neun Monaten sitzende alle drei Angeklagten ununterbrochen in U-Haft.

Gefälschte Führerscheine, gefälschte Pässe, gefälschte Aufenthaltsbescheinigungen: Laut Anklage war der 50-Jährige ein echter Fälschungsspezialist und in der Lage, selbst die ausgefallendsten Kundenwünsche zu erfüllen. Mehr als zwei Jahre lang sollen der Hertener und seine Komplizen eine florierende „Fälscherwerkstatt“ betrieben und dort Dokumente aller Art hergestellt haben.

Die Bande wird für über 90 Taten angeklagt

Im Prozess geht es insgesamt um mehr als 90 Taten. Mit verschiedenen Fotos des 35-jährigen Mitangeklagten soll der mutmaßliche Kopf der Bande immer wieder neue Alias-Identitäten geschaffen haben. Mal kam ein griechischer Pass heraus, mal ein italienischer.

Flankiert mit falschen Gehaltsbescheinigungen und gefälschten Sparbüchern soll die Bande anschließend mit den gefälschten Pässen in Serie versucht haben, bei Banken Kredite von bis zu 200.000 Euro zu erschleichen. Die angeklagte Frau soll in ihrer Wohnung in Herne ein regelrechtes Archiv mit allen Pässen, Unterlagen und den dazugehörigen Betrügereien von teils völlig frei erfundenen Identitäten geführt haben.

Fälscher flogen durch Testkäufe von verdeckten Ermittlern auf

Aufgeflogen sind die Aktivitäten wohl spätestens durch einige Testgeschäfte mit einem Spitzel der Polizei. Laut Anklage fälschte der Kopf der Bande im März 2017 zweimal österreichische Pass-Dokumente und übergab sie an einen verdeckten Ermittler. Kurz darauf hatte Ende März ein Spezialeinsatzkommando (SEK) die „Fälscherwerkstatt“ gestürmt.

Zum Prozessauftakt hat sich noch keiner der Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert. Axel v. Irmer, Verteidiger des 35-jährigen Angeklagten kündigte jedoch bereits an, dass sein Mandant am kommenden Prozesstag – wie schon im Ermittlungsverfahren - auspacken werde. Urteil: voraussichtlich frühestens am 11. Januar 2018.

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