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"Ruhr International"

Multikulturelles Fest der Extraklasse

BOCHUM Erstmals in der und rund um die Jahrhunderthalle fand sich die Welt unter dem Titel „Ruhr International“ in Bochum ein. Auf gleich drei Bühnen durfte sie zeigen, was sie musikalisch, artistisch, literarisch, humoristisch, tänzerisch und schauspielerisch kann - bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung.

Multikulturelles Fest der Extraklasse

AFIR nennt sich diese Gruppe, die dem Publikum traditionell anatolische Tänze näher brachte.

Multikulturelles Miteinander wird in Bochum nicht nur gelebt, sondern seit 36 Jahren beim Festival Kemnade International gefeiert. Zu Pfingsten ging das Festival nun in die nächste Runde – allerdings mit einem neuen Austragungsort und einem neuen Namen. Es wurde ein voller Erfolg.

Griechische Musik und Tanz, HipHop, mediterrane Lieder gefolgt von traditioneller türkischer Musik, anatolischem Tanz, indischen World-Beats und einer Komposition aus Soul, Blues, Jazz und klassischer Oper. Die Wörter Vielfältigkeit und Multikulturalität reichen nicht einmal ansatzweise aus, um auch nur das Programm des Samstags zu beschreiben. Das Duo Nino & Rezo brachten mit georgischen, italienischen und spanischen Liedern die ersten Besucher bereits am frühen Nachmittag zum Tanzen. Getanzt wurde wiederum bei X-Vision vor allem auf der Bühne. Das Wattenscheider Jugendprojekt vereinte in professioneller Inszenierung modernen Tanz, Rap und R’n’B. Mit dem Raghu Dixit Projekt und Yemen Blues fanden sich auf der Innenbühne ganz besondere Künstler ein. Erstere zelebrierten indische World-Beats jenseits von Bollywood. Yemen Blues hingegen sorgten mit einer explosiven Mischung aus Soul, Blues, Jazz und klassischer Oper für andächtige Momente, dicht gefolgt von wahren musikalischen Ausbrüchen. Den musikalischen Abschluss bildete die Funkhaus Europa Party. DJ Kormac heizte den Feiernden derart ein, dass diese kurzerhand nach dem eigentlichen Ende zum Trommeln eines einzelnen Besuchers völlig unbeirrt von der Sperrstunde weiter tanzten. Wer es etwas ruhiger und gemütlicher angehen wollte, wurde dennoch ausgezeichnet unterhalten, zum Beispiel vom Kinderzirkus RatzFatz oder bei den Bochumer Literaten.

Ohne nachzulassen ging es am Sonntag nahtlos weiter. Nach afrikanischer Trommelmusik mit Tanz von Tam Tam D’Afrique legten Moop Mama auf der Außenbühne richtig los. Sieben Blechbläser, zwei Drums und ein MC verwandeln Blasmusik in Quasi-Hardrock, inklusive amüsanter bis gesellschafts- und konsumkritischer Texte. In Sachen Sound und Botschaft braucht diese Band selbst den Vergleich mit Größen wie Rage against the Machine nicht zu scheuen – auch wenn das musikalische Genre doch ein anderes ist. Multikultureller ging es hingegen bei Nidi d’Arac und auch beim Abschlusskonzert von Khaled, dem König des Rai, zu. Folkloristische und traditionelle Klänge vermischen diese Musiker mit modernen, urbanen und zeitgenössischen Sounds.

Ruhr International 2012

Am frühen Samstagnachmittag füllt sich das Gelände um die Jahrhunderthalle nur langsam. Doch das sollte sich bald ändern.
Satte Beats und Rhymes von den X-Vision-Rappern gab es gleich zu Beginn auf die Ohren.
Slam Poetry der Extraklasse gab es von Sulaiman Masomi im Dampfgebläsehaus,.
Am frühen Sonntagabend heizten Moop Mama den Besuchern ein.
Bläser, zwei Drums, ein MC - Moop Mama machen Hardrockblasmusik mit Rap.
Moop Mama, die Hardrockband unter den Blaskapellen, überzeugte mit lustigen, aber oft auch gesellschafts- und konsumkritischen Texten.
Bei so flotter Musik wie von Moop Mama fiel es schwer, ruhig stehen zu bleiben. Da tanzten selbst die Kleinsten ausgelassen.
AFIR nennt sich diese Gruppe, die dem Publikum traditionell anatolische Tänze näher brachte.
Tänzer der Gruppe AFIR auf dem Weg zur Bühne.
Wer keinen Platz mehr an den vollen Bänken bekam, machte es sich einfach auf einer mitgebrachten Decke bequem.
Vor ihrem Auftritt wärmten sich einige Artisten des Kinderzirkus' RatzFatz in der Sonne auf.
Etwas Unheimliches hat die Inszenierung der Maskentheatergruppe Tagarat32B schon...
Ohne Berührungsängste bezogen Tagarat32B auch die Besucher mit ein.
Nino & Rezo verbreiteten mit sonnigen Songs bei Sonnenschein gute Laune.
Das Duo Nino und Rezo zelebrierte georgische, italienische, spanische und deutsche Lieder. Da konnten auch die Sänger selbst ihre Füße nicht still halten.
Die Musik von Nini d'Arac überzeugte vor allem durch die Leidenschaft und Emotionen, diie die Musiker in ihre Stücke legten,
Nini d'Arac präsentierten traditionelle Rhythmen des Salento pizzica vermischt mit urbanen Beats und Gitarrenriffs.
Murat Kayi und Fräulein Nina (alias das Duo Migrantenpop) arbeiten Themen wie Migration und Integration musikalisch und humoristisch auf.
Manch einer kam nur für das Festival, andere legten auf ihrer Fahrradtour einen Stop an der Jahrhunderthalle ein.
Damit es den Kleinen nicht langweilig wurde, versorgte "Fantastico", das Mitmachprogramm der IFAK e.V., sie mit Spiel und Spaß.
Gewohnt gekonnt: Der Kinderzirkus RatzFatz.
Auch die kleineren Teilnehmer von X-Vision begeisterten mit ihren Tanzeinlagen.
Groß und Klein erwarten den nächsten Auftritt auf der Außenbühne.
Tam Tam D'Afrique
Yemen Blues.
The Raghu Dixit Project.
Heide Rieck von den Bochumer Literaten.
Khaled, der "König des Rai".
Khaled, der "König des Rai".

Doch der Sonntag hatte nicht nur für Musikfreunde etwas zu bieten. Fräulein Nina und Murat Kayi alias das Duo Migrantenpop arbeiteten Themen der Migration und Integration durchaus mit einem ernsten Kern, aber stets mit einem humorvollen Augenzwinkern auf. Mehr Biss noch bewies Poetry Slammer Sulaiman Masomi aus Afghanistan mit Wohnsitz in Westfalen. Fragen und Probleme des Alltags und des multikulturellen Miteinanders auch zwischen Mann und Frau brachte er unglaublich wortgewandt und mit einem gehörigen Schuss Selbstironie in seinen Texten unter.

Nicht nur auf den Bühnen gab es viel zu entdecken beim Festival. Rund 50 Vereine, Initiativen und Organisationen präsentierten ihr Schaffen in Sachen Entwicklungshilfe, Integration, multikulturellem Austausch und ihre Arbeit gegen Rechtsextremismus. Denn auch wenn ein Festival wie „Ruhr International“ ein wunderbarer Anlass ist, um gemeinsam über alle Grenzen hinweg zu tanzen, feiern, lachen und zu speisen, wurde nicht aus den Augen verloren, dass Multikulturalität, Migration und Integration auch immer mit Herausforderungen einher gehen. Insbesondere in einer globalisierten Welt wie der heutigen dürfen nicht die Augen vor politischen Problemen in Afrika, Hunger in der Sahelzone und der Ausgrenzung von Minderheiten in so vielen Gegenden der Welt verschlossen werden. So fanden sich neben allerlei Gelegenheiten, sich auf kulinarische Reisen zu begeben, auch stets Möglichkeiten zur Information und zum regen Austausch, die von vielen Besuchern gerne angenommen wurden. Damit die Kleinen sich nicht langweilten, während die Großen sich politischen Themen widmeten, sorgte das Kinderprogramm „Fantastico“ der IFAK e.V. mit einem Mitmachprogramm für Spiel und Spaß und natürlich für jede Menge bunt geschminkte Kindergesichter. Und das Maskenkollektiv Tagarat 32B zog mit seiner etwas schrägen Inszenierung eines Familienausflugs verwunderte bis bewundernde Blicke auf sich.

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