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Hörspiel- und Bandprojekte

Musikschule hilft bei Integration von Flüchtlingen

BOCHUM Schon seit Sommer 2014 arbeitet die Musikschule Bochum daran, Flüchtlinge für unterschiedliche Musikprojekte zu begeistern. Auch wenn der Weg steinig war - mittlerweile sind in Bochum eine Band und zwei Hörpsiele von und mit Flüchtlingen entstanden. Die Ergebnisse gibt es am Montag im Kunstmuseum zu sehen – und zu hören.

Musikschule hilft bei Integration von Flüchtlingen

Die Gruppe bei den Aufnahmen zu einem Hörspiel.

 „Musik kann sofort helfen“, sagt Manfred Grunenberg. Irgendwie muss er solche Sätze ja auch sagen, schließlich ist er Leiter der Musikschule. In diesem speziellen Fall dürfte er mit seinem Satz aber ziemlich richtig liegen: Denn die Musikschule hat in den vergangenen Monaten intensiv mit Flüchtlingen an Projekten gearbeitet.

Einfach abwarten und hoffen, dass die Menschen, die soeben erst Krieg und Not hinter sich gelassen haben, einfach so zur Musikschule kommen? „Natürlich nicht“, sagt Manfred Grunenberg. „Geflüchtete denken nicht zuerst an Musik, sondern an alles andere.“ Der Musikschulleiter und seine Mitarbeiter haben schon vor Monaten erkannt, dass Handlungsbedarf besteht. „Wir haben uns schon seit einiger Zeit mit der Frage beschäftigt, wie wir mit der neuen Situation umgehen.“ Die neue Situation – das sind Tausende Menschen, die nach ihrer Flucht in Bochum gestrandet sind und Unterstützung bei der Integration benötigen. Die einen mehr, die anderen weniger.

Fester Bestandteil

So begann die Musikschule schon im Sommer 2014 damit, Flüchtlingsunterkünfte zu besuchen, natürlich mit Instrumenten im Gepäck. Meist war es eine Trommel. Ebenso entstanden nach und nach die Ideen für weitere Projekte. Unter anderem ist Musik mittlerweile ein fester Bestandteil der Sprachkurse am Ottilie-Schoenewald-Weiterbildungskolleg, auch eine semiprofessionelle Band aus Flüchtlingen namens Padi hat sich konstituiert – auch wenn der Weg anfänglich etwas holprig gewesen ist.

Das Engagement aus Bochum ist nicht verborgen geblieben. Und so unterstützt zum Beispiel das NRW-Kultursekretariat das eine oder andere Projekt, darunter auch die beiden Hörspiele, die mehrere Sprachschüler in Zusammenarbeit mit den Musikern Milli Häuser und Uwe Kellerhoff eingesprochen haben. „Der Karneval der Tiere“ und „Hans im Glück“ sind zwar bereits der Öffentlichkeit präsentiert worden, werden am kommenden Dienstag (10.5.) aber noch einmal als audiovisuelle Aufführung zu sehen und zu hören sein.

An diesem Tag findet im Foyer des Kunstmuseums die Aktion „Refugees on Stage“ statt. Von 18 bis 21 Uhr zeigen die Musikschule und die beteiligten Flüchtlinge ihre Arbeiten und Erfolge, der Eintritt ist frei. Einige Akteure stellen sich in musikalischen Videoclips vor, sie musizieren und erzählen ihre ganz persönliche Geschichte. Ebenso auf dem Programm stehen ein Auftritt von Padi oder auch Gespräche mit den Beteiligten. Ob das alles so entstanden wäre, wenn Grunenberg und seine Mitarbeiter nur abgewartet hätten? Vermutlich nicht. 




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