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"Harry Potter Explosiv"

Neuer Spielort der Extraschicht wartet mit lautem Programm auf

BOCHUM Das Kommando ist klar: „Ohren zu und Mund auf.“ Sekunden später knallt es. Zu leise, finden die Chemiker der Ruhr-Universität. Zu schwach die Druckwelle. Bis zur „Harry Potter Explosiv“-Show, muss da noch was passieren. Die Show des Lehrstuhls für Anorganische Chemie ist eine der Attraktionen, mit denen sich die Ruhr-Universität an der langen Nacht der Industriekultur am Samstag, 30. Juni, beteiligt.

Neuer Spielort der Extraschicht wartet mit lautem Programm auf

Am Lehrstuhl für Anorganische Chemie entstand die Harry Potter-Explosiv-Show, die bei der Extraschicht nächtliche Kulturwanderer an der Ruhr-Uni beeindrucken soll. Am Dienstag wurde die Schießbaumwollkanone erstmals draußen getestet.

Zum ersten Mal ist der Campus Extraschicht-Schauplatz. Und es wird einiges geboten. Bereits von der U-Bahn aus wird man ab 22 Uhr die Lichtinstallation von Sigrid Sandmann sehen. Die Künstlerin wird unzählige Wörter an die Wände von Bibliothek und Musischem Zentrum, aber auch auf den Boden des Nordforums projizieren. „Bei uns schließt sich der Vorhang vor der großen Show“, vermeldet Dr. Barbara Kruse, die für die Organisation der Extraschicht zuständig ist, mit einem Augenzwinkern. Für die Lichtprojektion muss die Fensterfront der Bibliothek verhängt werden.

Mittendrin kann der Kulturwanderer in dem Licht-Kunstwerk sitzen. Oder Abstand nehmen, wenn die Chemiker mit ihrer Schießbaumwollkanone oder der Bollerbüchse loslegen. Bislang kamen Erstsemester in den Genuss diverser Chemie-Shows. Seit der Loveparade und geänderten Sicherheitsbestimmungen kann es aber im Hörsaal nicht mehr ungebremst knallen und zischen. Dafür jetzt aber draußen an der Unibrücke. „Wer empfindlich ist, kann Ohropax und Sonnenbrille mitbringen“ empfiehlt Doktorandin Sandra Bobersky. Wenn Prof. Nils Metzler-Nolte in seiner Erzählung Harry Potter durch eine Flammenhölle schickt, dann werden seine Zauberlehrlinge auch eine Flammenhölle schaffen. Gestern wurde erstmals draußen geprobt. Nach den Versuchen steht fest: In die Kanone muss mehr von der Schießbaumwolle und auch die Mengen von Magnesium, Kalium, Puderzucker, Strontium, Spülmittel und Wunderkerzen darf nicht zu knapp bemessen werden. Nur eines fürchten die jungen Chemiker: Dass es regnet oder zu feucht ist. Sandra Bobersky: „Dann geht uns das Magnesium schon in den Händen hoch.“

Als erste Universität ist die Ruhr-Uni Spielort der Extraschicht. Schon in der U35 werden Studierende die Reisenden mit kulturellen Darbietungen begrüßen. Zum Auftakt gibt es um 18 Uhr ein Konzert von Uni-Chor und Orchester. Um 20 und 23 Uhr wollen Wissenschaftler beim Science Slam beweisen, wie cool sie sind. Wie das Gehirn funktioniert, können Besucher interaktiv bei „Brainiacs“erforschen. Salsa-Tanzen, Lese-Picknick, Filme, Theater, Workshops zum Radieren oder Vergolden – das Spektrum des Angebots ist riesengroß.

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