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Tiere in Not

Notstand der Katzen ausgebrochen

BOCHUM Seit zehn Jahren kümmert sich "Tiere in Not" um Bochumer und Wittener Tiere, besonders um Katzen. Aber es werden immer mehr. Geschäftsführer Gerhard Kipper ist verzweifelt: "Wir ertrinken in Katzen." Er sieht ein Problem in unkastrierten Freigänger-Katzen - und fordert eine gesetzliche Pflicht.

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Obwohl Katzen-Dame Ronja noch kein Jahr alt ist, gehört sie zu den dringenden Notfällen im Katzen-Asyl: Wegen des trüben Auges, sind viele abgeschreckt.

Der elf Monate alte Duffy gehört zu den schüchternen Exemplaren. Der Kater versteckt sich gern und braucht Zeit zum Eingewöhnen.

Die Tür zum Quarantäne-Zimmer ist nur einen Spalt geöffnet, da folgt schon das erste fordernde Miauen. Das kleine schwarze Kätzchen im Käfig direkt neben der Tür schiebt aufgeregt das Pfötchen durch die Gitterstäbe.  Sina Kipper öffnet den Käfig, dann ist kein Halten mehr: Flugs ist das Kätzchen aus der Luke geklettert.

Sinas Vater Gerhard Kipper gründete vor zehn Jahren den Verein Tiere in Not und spezialisierte sich auf Katzen. Mit 61 Jahren ging er in Frührente, hat deshalb Zeit für die Tiere. „Aber wir ertrinken in Katzen – seit Mitte Mai gibt es einen Aufnahme-Stop.“ Aus Platz- und Rechtsgründen darf der Verein keine Katzen mehr aufnehmen. „Aber wenn ich so ein krankes Fellknäuel sehe, kann ich nicht sein sagen.“ Die Kleinen zieht Familie Kipper mit der Flasche groß. Gerhard Kipper wird von Ehefrau Sigrid, zwei Söhnen und Tochter Sina unterstützt. „Man muss es psychisch verkraften können, wenn Katzen trotz Hilfe wegsterben – das kann nicht jeder.“

Vermittelt werden die Kleinen nur zu zweit oder als Zweitkatze und „die Katze darf mitreden“. Die Kippers setzen die in Frage kommende Katze dem Menschen auf den Schoß: „Wenn eine Abneigung besteht, wird sie nicht abgegeben.“ Mit ein Grund, warum die 80 Katzen, die die Kippers in Pflege haben, nicht so bald weniger werden: „Wir wollen das bestmögliche Zuhause.“ Solange helfen neben der Familie auch ein-Euro-Jobber mit: „50 Prozent ihrer Arbeit besteht aus Saubermachen, 50 Prozent aus Kuscheln und Spielen.“ Alle Abgabe-Katzen sind an Menschen gewöhnt und durch die Gruppen-Haltung gut sozialisiert.

Katzen in Not

Dieser kleine Racker springt jedem Besucher sofort neugierig entgegen - nur das Blitzlicht ist ihm unheimlich.
Katzen wie Ronja gehen da schnell unter: Obwohl sie noch kein Jahr alt ist, gehört sie zu den dringenden Notfällen im Katzen-Asyl: Wegen des trüben Auges, sind viele abgeschreckt.
Aber auch Ronja wird nur im Doppelpack vermittelt: Mit Schwester Mosca versteht sie sich super. Beide sind scheu, kuscheln aber gerne. Nur auf herumgetragen werden sie nicht so gern.
Der elf Monate alte Duffy gehört zu den schüchternen Exemplaren. Der Kater versteckt sich gern und braucht Zeit zum Eingewöhnen.
Baby-Katzen gehen natürlich immer: Deshalb kann sich diese kleine Katze auch völlig entspannt auf der Matte rekeln.
Diese Katzen-Dame gehört zu den selbstbewussten Zeitgenossen. Vollkommen ruhig und ohne Angst posiert sie für die Kamera.
Aber Kumpel Blacky, auch elf Monate alt, verzieht sich auch lieber erstmal ins sichere Versteck. Schmusebedürftig ist er aber auch.
Balu ist elf Monate alt und schwankt zwischen Neugier und Unsicherheit - doch meist siegt die Neugier.
So lässt es sich leben: Auch wenn die Katzen bei Tiere in Not gut versorgt werden, ist das nicht ausreichend. Sie brauchen ein richtiges Zuhause.

Eine weitere Groß-Baustelle sind die wild lebenden Katzen. Denn: Dass es in Bochum, Witten und Umgebung ein Katzen-Problem gibt, sieht man nicht. „Die wild lebenden Katzen ziehen sich in Kolonien ins Grüne zurück“, so Kipper. Wild lebende Katzen werden eingefangen, kastriert und tätowiert. „Dann kommen sie in die Kolonien, sie sind nicht mehr an den Menschen zu gewöhnen.“

Ehrenamtliche Helfer behalten die Tiere im Auge und füttern zu, damit die Tiere sich weiter selbst versorgen. 17 Kolonien mit 258 Katzen leben in Hattingen, Bochum, Witten und Wattenscheid. Haben die Kippers endlich „ihre“ wild lebenden Katzen kastriert, sorgen unkastrierte Freigänger für Nachwuchs. Deshalb setzt sich Kipper seit Jahren für ein neues Tierschutzgesetz ein: Kastrationspflicht für Freigänger.

 

 


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